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Menschenrechte

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.”
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Artikel 1, 1948

Roche respektiert die Menschenrechte und unterstützt sie proaktiv.

1. Unsere Grundsätze

Der Harvard-Professor John Ruggie entwickelte ein Rahmenkonzept, welches aus den drei Säulen «Schützen, Achten, Rechtsschutz gewähren» («Protect, Respect and Remedy») besteht. Dieses wurde vom UN-Menschenrechtsrat genehmigt und 2011 in den UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) aufgenommen.

Roche unterstützt und implementiert die UNGPs, und verpflichten sich gleichermassen zur Einhaltung der

  • Zielsetzungen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs),
  • Zehn Grundsätze des globalen Pakts der Vereinten Nationen,
  • Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte; und
  • Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit.

Diese Verpflichtung ist im Verhaltenskodex der Roche-Gruppe, im Leitfaden zur Personalpolitik der Roche-Gruppe, im Roche-Verhaltenskodex für Lieferanten wie auch im „Position Paper on Respecting Human Rights“ verankert.

Roche ist bestrebt, seine Ansätze, Praktiken und Prozesse kontinuierlich zu verbessern, um seine unternehmerischen Verantwortung wahrzunehmen.

2. Unsere Auswirkungen auf die Gesellschaft

Seit mehr als 120 Jahren hat Roche in vielerlei Hinsicht die Menschenrechte sowohl in ihren eigenen Betrieben als auch in ihrer gesamten Wertschöpfungskette gefördert. In seinem Einflussbereich, fokussiert sich Roche proaktiv auf die Verbesserung der Menschenrechte weltweit, indem kein Schaden angerichtet und ein wirkungsvoller Beitrag geleistet wird.

Mit dem Prinzips «Kennen und Zeigen» («Knowing and Showing»), engagiert sich Roche dafür, negative Auswirkungen auf Menschenrechte zu verhindern, indem man sich auf die Perspektive der Rechteinhaber konzentriert.

Link zum Positionspapier Roche Position on respecting Human Rights

3. Unsere Geschäftstätigkeit

Risikobewertung

Wir haben ein Risikomanagementprogramm implementiert, um das Risiko von Menschenrechtsverletzungen systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu mindern und angemessen zu handhaben.

Die vier identifizierten Top-Risiken sind:

Roche erwartet von ihren Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern, dass sie ebenfalls sämtliche Vorschriften bezüglich der oben genannten Risiken einhalten.

Verankerung in unserer Geschäftstätigkeit

Wir integrieren Menschenrechte auf vielfältige Weise in unseren geschäftlichen Aktivitäten:

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(i) Benchmark Analyse
Innerhalb der Branche und darüber hinaus.

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(ii) Bewertung tatsächlicher und potenzieller Risiken
Innerhalb von Roche und bei unserer Geschäftstätigkeit mit unseren Geschäftspartnern.

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(iii) Bewusstsein schärfen
Lokale und globale Initiativen; mehr als 98 % haben das globale E-Learning-Programm absolviert.

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(iv) Sorgfalt bei Überprüfungen anwenden
Einbeziehung von Menschenrechtsaspekten in die Sorgfaltspflicht bei der Überprüfung von Geschäftspartnern.

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(v) Rechtliche Vorgaben stärken
Solide Verträge mit unseren Geschäftspartnern.

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(vi) Kollektive Massnahmen
Gemeinsam mit anderen Unternehmen unserer Branche setzen wir uns für den Schutz der Menschenrechte ein. Beispielsweise als Mitglied der Pharma Supply Chain Initiative (PSCI).

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(vii) Transparenz in der Kommunikation
Via eine Vielzahl von internen und externen Kanälen.

Alle Abteilungen und Funktionen von Roche tragen zur Achtung und zum Schutz der Menschenrechte bei. So hat beispielsweise jeder Standort einen Ansprechpartner in der Personalabteilung, der die Einhaltung der entsprechenden Prinzipien, beispielsweise das Verbot von Diskriminierung und Belästigung, wie im Leitfaden zur Personalpolitik der Roche-Gruppe beschrieben, unterstützt.

4. Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern

Wir unterziehen derzeitigen und potenziellen Geschäftspartner einer risikobasierten Sorgfaltsprüfung (Due Diligence). Dies umfasst namentlich Distributoren, Lieferanten und Dienstleister. Wir erwarten von ihnen im Grunde genommen das Gleiche wie von uns selbst. Zur Förderung der Transparenz und innerhalb unseres Einflussbereichs erwarten wir auch von ihnen dieselbe Sorgfalt bei der Auswahl und Prüfung ihrer eigenen Geschäftspartner.

Menschenrechtsaspekte sind ein integraler Bestandteil unserer Sorgfaltsprüfung, sowohl auf Konzernebene als auch auf Ebene unserer Tochterunternehmen. Die Sorgfaltsprüfung umfasst beispielsweise:

  1. Globale Wegleitung und Checklisten
    für die Entwicklung und Implementierung einer Sorgfaltsprüfung, inklusive einer Risikobewertung und eines Rahmenkonzepts zur Beurteilung und Umsetzung der Menschenrechte. Spezifischere Toolkits wurden regional entwickelt.

    Rahmenkonzept zur Beurteilung und Umsetzung der Menschenrechte
     

  2. IT-Tools
    zur Unterstützung eines konsistenten End-to-End-Prozesses, der systematische und regelmässig wiederkehrende Sorgfaltsprüfung und Risikobewertungen zulässt.
  3. Solides externes Risikomanagement
    Einbettung von Prozessen zur Identifikation, Überwachung und dem Management von Risiken im gesamten Lieferantenlebenszyklus.

Roche verwendet einen skalierbaren Algorithmus, um Lieferanten mit einem hohen Potenzial für Menschenrechtsverletzungen zu identifizieren. Dieser Algorithmus konzentriert sich auf die folgenden vier Hauptrisikofaktoren: Land, Branche, Nähe zu Roche und Reputation. Er berücksichtigt auch die gefährdeten Bevölkerungsgruppen (identifiziert als Kinder, minderjährige Arbeitnehmer, Migranten, indigene Völker, lokale unterprivilegierte Gemeinschaften und Menschen mit niedrigem Bildungsniveau).

In Zusammenarbeit mit der Pharmaceutical Supply Chain Initiative (PSCI) haben wir unser bestehendes Programm erweitert, um ein Audit-Programm zur Identifizierung von Menschenrechtsverletzungen zu fördern.

Darüber hinaus haben wir den Prozess zum Schutz der Menschenrechte verbessert, um auch potenzielle Probleme bei den Lieferanten unserer eigenen kritischen Lieferanten («kritische Lieferanten zweiten Grades») zu identifizieren. Wir haben keine kritischen Erkenntnisse bei Lieferanten des zweiten Grades erhalten.

Weitere Informationen und wie Roche sich auf Lieferanten konzentriert, bei denen Roche mehr als 25 % des Umsatzes ausmacht, finden Sie hier: Webseite Lieferanten und Dienstleister.

5. Unser Meldewesen

Von unseren Mitarbeitenden und Geschäftspartnern wird erwartet, dass sie Vorfälle offen ansprechen und melden, wenn sie in gutem Glauben der Meinung sind, dass es zu einer Menschenrechtsverletzung gekommen ist.

Unsere lokalen und regionalen Compliance Officer fungieren als Kontaktpersonen bei Beschuldigungen, welche dann über das Business Ethics Incident Reporting (BEIR) System dem Chief Compliance Officer (CCO) gemeldet werden. Ausserdem können potenzielle Menschenrechtsverletzungen, insbesondere bei unseren Lieferanten, auch von der Einkaufsabteilung identifiziert werden.

Sämtliche Anschuldigungen werden ernst genommen und sachlich untersucht. Ist eine Anschuldigung begründet, werden geeignete Massnahmen zur Behebung getroffen.

2019 gab es acht begründete Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten; bei allen ging es um Diskriminierung oder Belästigung. Sieben dieser acht Fälle sind intern bei Roche vorgefallen und einer extern, d. h. bei einem Geschäftspartner. Alle diese Fälle führten zu einer Kündigung (sieben Roche-Mitarbeitende, ein Geschäftspartner).

Wir überprüfen die Einhaltung unserer Menschenrechtsstandards bei unseren Lieferanten durch Fern- und On-Site-Audits im Rahmen unseres Supplier Sustainability Assurance Visit (SAV) Programms. Im Jahr 2019

  • haben wir 50 SAVs bei 50 Lieferanten durchgeführt (8 in Europa, 9 in EEMEA, 18 in APAC, 1 in Nordamerika und 14 in LATAM).
  • hatten wir 102 menschenrechtsbezogene Beobachtungen, wie übermässige Überstunden und unzureichende Zahlung von Sozialleistungen.
  • haben wir für alle 50 Lieferanten Korrekturmassnahmenpläne erstellt (ein Beispiel dafür finden Sie hier).

Detailliertere Liste hier

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Sustainability Assurance Visits 2019 - Anzahl menschenrechtsbezogene Beobachtungen per Land