Erstes Quartal mit Wachstum von 2% in Schweizer Franken; 7% zu konstanten Wechselkursen

Basel, 22. April 2020

  • Konzernverkäufe steigen um 2% in Schweizer Franken und 7%1 zu konstanten Wechselkursen, Hauptwachstumsträger sind neue Produkte, deren Verkäufe den Umsatzrückgang infolge des Wettbewerbs mit Biosimilars deutlich übersteigen
  • Verkäufe der Division Pharma erhöhen sich um 7%, Hauptwachstumsträger sind Tecentriq, Hemlibra, Ocrevus und Perjeta
  • Verkäufe der Division Diagnostics wachsen um 5%, vor allem dank der Molekulardiagnostik
  • Wichtige Zulassungen im ersten Quartal:  
    • in China: Tecentriq im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Erstlinienbehandlung von kleinzelligem Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium
    • in den USA: CINtec Plus Zytologie-Test und cobas HPV Test für die cobas 6800/8800 Systeme für das Gebärmutterhalskrebs-Screening
    • in der EU: Polivy in Kombination mit Bendamustine und MabThera/Rituxan für die Behandlung Erwachsener mit einer speziellen Form von B-Zell Lymphom
    • in der EU: Venclexta/Venclyxto in Kombination mit Gazyva/Gazyvaro zur Behandlung erwachsener Patienten mit zuvor unbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie
  • Basierend auf der derzeitigen Einschätzung der Auswirkungen von COVID-19 wird der Ausblick für das Gesamtjahr 2020 bestätigt

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

  • Volatilität in einzelnen Märkten mit noch beschränkten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf im ersten Quartal
  • Globale Lieferkette sowohl für Medikamente als auch für Diagnostika intakt
  • FDA erteilt cobas SARS-CoV-2-Test (Coronavirus) Notfallzulassung (Emergency Use Authorization) zum Nachweis der Infektion mit diesem Virus, Test ist auch in den Ländern verfügbar, welche die CE-Kennzeichnung akzeptieren
  • Produktionskapazität für cobas SARS-CoV-2-Test massiv ausgebaut
  • Klinische Phase-III-Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von Actemra/RoActemra bei schwerer COVID-19-Lungenentzündung in verschiedenen Ländern läuft; Ergebnisse im Frühsommer erwartet. Rascher Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten von Actemra/RoActemra
  • Anti-SARS-CoV-2 Serologietest zum Nachweis von Antikörpern in Personen mit SARS-CoV-2-Kontakt in später Entwicklungsphase, Verfügbarkeit für Anfang Mai vorgesehen. Monatliche Produktionskapaziät wird auf Anzahl von Tests im hohen zweistelligen Millionenbereich ab Juni hochgefahren, mit weiterer schnellstmöglicher Steigerung

Severin Schwan, CEO von Roche, zum ersten Quartal: «Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal stellt eine noch nie dagewesene globale Herausforderung dar, ganz besonders für die Gesundheitssysteme weltweit. Roche leistet wichtige Beiträge im Kampf gegen COVID-19. In enger Zusammenarbeit mit Behörden konnten wir unseren cobas SARS-CoV-2-Test in Rekordzeit bereitstellen und auch die globale Phase-III-Studie mit Actemra/RoActemra zur Behandlung der COVID-19-Lungenentzündung initiieren. Grundsätzlich bleibt der weltweite Bedarf in der Gesundheitsversorgung sehr hoch, und Roche konnte sich bisher gut behaupten. Die kürzlich eingeführten Medikamente werden im Markt weiterhin stark nachgefragt. Basierend auf der derzeitigen Einschätzung bestätigen wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr.»

Ausblick für das Gesamtjahr 2020 bestätigt

Basierend auf der derzeitigen Einschätzung der Auswirkungen von COVID-19 erwartet Roche ein Verkaufswachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen. Für den Kerngewinn je Titel wird ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Roche ist bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.

Konzernverkäufe

Die Konzernverkäufe stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres um 7% auf CHF 15,1 Milliarden. Die Verkäufe der Division Pharma stiegen um 7% auf CHF 12,3 Milliarden. Die wichtigsten Wachstumstreiber waren das Krebsmedikament Tecentriq, das Hämophilie-Präparat Hemlibra, das Medikament Ocrevus zur Behandlung der multiplen Sklerose, sowie das Brustkrebsmedikament Perjeta. Das starke Wachstum der neu eingeführten Medikamente generierte Verkäufe von CHF 4,6 Milliarden, hiervon CHF 1,6 Milliarden (zu konstanten Wechselkursen) mehr gegenüber dem Vorjahr. Dies konnte die Auswirkungen des Wettbewerbs durch Biosimilars (CHF 857 Millionen, zu konstanten Wechselkursen) mehr als ausgleichen.2

Das Wachstum in den USA (+3%) wurde hauptsächlich von neu eingeführten Medikamenten generiert, darunter Ocrevus, Hemlibra und Tecentriq. Der Wettbewerb durch Biosimilars beeinträchtigte dieses Wachstum jedoch zum Teil.

In Europa erhöhten sich die Verkäufe um 14%. Die starke Nachfrage nach den Medikamenten Tecentriq, Ocrevus, Perjeta, Hemlibra, Actemra/RoActemra und Kadcyla konnte den durch Biosimilars bedingten Rückgang bei Herceptin (-32%) und MabThera/Rituxan (-24%) mehr als ausgleichen. Die ersten Biosimilars für Avastin werden im Verlauf dieses Jahres erwartet.

Die Region International erzielte ein Wachstum von 16%. Die wichtigsten Wachstumsträger waren die Medikamente Perjeta, Ocrevus, Tamiflu und Alecensa. In China konnten die gute Marktaufnahme der kürzlich neu eingeführten Medikamente Perjeta und Alecensa sowie die höheren Verkäufe älterer Arzneimittel einschliesslich Tamiflu und Rocephin die Preisreduzierungen der auf der National Reimbursement Drug List enthaltenen Produkte und die Auswirkungen von COVID-19 bei den Verkäufen von Herceptin, Avastin und MabThera/Rituxan kompensieren.

Auch das Wachstum in Japan (+3%) wurde hauptsächlich von neuen Medikamenten Hemlibra, Tecentriq und Perjeta generiert. Es kompensierte den intensiven Wettbewerb durch Biosimilars.

Die Division Diagnostics steigerte ihre Verkäufe um 5% auf CHF 2,9 Milliarden. Den grössten Beitrag leistete der Geschäftsbereich Molecular Diagnostics (+29%), vor allem dank des Wachstums bei den Molekulartests. Die Umsätze stiegen in den Regionen Nordamerika (+12%), EMEA3 (+7%), Lateinamerika (+20%) und in Japan (14%). In der Region Asien-Pazifik (-11%) gingen die Verkäufe infolge der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, besonders in China, zurück. Insgesamt war die Nachfrage in Nordamerika, Europa und Lateinamerika im ersten Quartal durch den etwas späteren Beginn der COVID-19-Pandemie weniger betroffen. Die Routinediagnostik ging zurück da viele Patienten regelmässige Gesundheitschecks verschoben hatten, die Notfall- und COVID-19-diagnostik nahm hingegen stark zu.

Fortschritte bei Zulassungen im ersten Quartal

Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt haben Zulassungen für neue Medikamente, Indikationserweiterungen von bereits eingeführten Medikamenten oder neue Tests von Roche erteilt.

In China erteilte die nationale Arzneimittelbehörde (National Medical Products Administration, NMPA) die Zulassung für Tecentriq in Kombination mit einer Chemotherapie (Carboplatin und Etoposid) zur Erstlinienbehandlung von Patientinnen und Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC).

Die Europäische Kommission erteilte die Zulassung für Polivy in Kombination mit Bendamustin plus MabThera/Rituxan zur Behandlung von Erwachsenen mit wiederkehrendem oder therapieresistentem diffus grosszelligem B-Zell-Lymphom, bei denen eine Transplantation hämapoetischer Stammzellen nicht möglich ist.

Ebenfalls erteilte die Europäische Kommission Venclexta/Venclyxto in Kombination mit Gazyva/Gazyvaro die Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit zuvor unbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie.

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Über Roche

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin - einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.
Roche ist das grösste Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.
Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute mehr als 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das elfte Jahr in Folge als eines der nachhaltigsten Unternehmen innerhalb der Pharmabranche im Dow Jones Sustainability Index (DJSI).
Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2019 weltweit rund 98,000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2019 investierte Roche CHF 11,7 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 61,5 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

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Literatur

  1. Soweit nicht anders angegeben, sind alle Wachstumsraten zu konstanten Wechselkursen (CER = Constant Exchange Rates) berechnet (Durchschnittswerte für 2019).
  2. In Europa: MabThera/Rituxan und Herceptin; in Japan: MabThera/Rituxan, Herceptin und Avastin; in den USA: Herceptin, Avastin und MabThera/Rituxan
  3. EMEA = Europa, Nahost und Afrika