Neuer Ansatz zur Vorhersage einer verbreiteten und lebensbedrohlichen Schwangerschaftskomplikation

Von Präeklampsie sind jährlich 8,5 Millionen Frauen betroffen.1 Ein neuer Test liefert den Schlüssel zur Ermittlung von gefährdeten Frauen.

Was ist Präeklampsie?

Präeklampsie ist eine Erkrankung, die während der Schwangerschaft auftritt und von der weltweit über 5 Prozent der Frauen betroffen sind.1 Die Präeklampsie stellt eine ernste Bedrohung der Gesundheit einer Frau dar. Die Krankheit geht mit einer verminderten Durchblutung ausgehend von der Plazenta einher. Bleibt sie unerkannt, wird das heranwachsende Kind unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was ernsthafte Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind nach sich ziehen kann. Weltweit ist die Krankheit für 15 Prozent der Frühgeburten und 42 Prozent der Müttersterblichkeit verantwortlich.1

Folgekosten unzutreffender Prognosen

Viele der frühen Symptome einer Präeklampsie ähneln den üblichen Auswirkungen einer Schwangerschaft auf den Körper der Mutter und sind daher nicht aussagekräftig. Zur Standarddiagnose gehört der Nachweis von Bluthochdruck nach der 20. Schwangerschaftswoche sowie von Eiweiss im Urin. Allerdings gestatten beide Indikatoren keine zuverlässige Vorhersage darüber, bei welchen Frauen sich ein ungünstiger Verlauf einstellen und bei welchen die Schwangerschaft normal weiterverlaufen wird.

Bei rund 80 Prozent der Schwangeren mit Symptomen einer Präeklampsie entwickelt sich die Krankheit nicht.2 Oft werden diese Frauen unnötigerweise hospitalisiert, was werdende Mütter beunruhigt und die Gesamtkosten der Behandlung in die Höhe treibt. Gesundheitsanbieter geben schätzungsweise 120 Milliarden USD pro Jahr für die Behandlung der Präeklampsie aus.3

Innovativer neuer Ansatz zur Ermittlung von Frauen mit Verdacht auf Präeklampsie

Die Erkenntnis, dass der frühe Nachweis und eine wirksame Behandlung der Präeklampsie die Zahl der dadurch verursachten Todesfälle drastisch senken kann, führte zur Entwicklung eines neuen Präeklampsie-Tests, der die Messung der zwei im mütterlichen Blut vorhandeneren Proteine* gestattet. Aufgrund des Testresultats lässt sich mit grösserer Gewissheit als mit Standard-Diagnostika vorhersagen, bei welchen schwangeren Frauen mit Verdacht auf Präeklampsie sich die Krankheit entwickeln wird oder nicht. Dadurch kann der Arzt gesunde Frauen ohne Bedenken nach Hause entlassen.

Von einer besseren Prognose profitieren Patientinnen und Ärzte

Eine kürzlich an 30 Zentren in Europa, Kanada, Südamerika und Australien durchgeführte Studie widmete sich der Beurteilung des neuen Tests bei mehr als 1200 Schwangeren mit Verdacht auf Präeklampsie. Die im New England Journal of Medicine, publizierte PROGNOSIS-Studie zeigt, dass der Test mit über 99-prozentiger Sicherheit vorhersagen kann, welche Frauen in der nächsten Woche nicht an Präeklampsie erkranken werden.2 Weitere Vorteile des Tests:

  • Vorhersagenutzen für Kliniker: Der Test ermöglicht es das Nichtauftreten einer Präeklampsie während einer Woche sowie das Entstehen einer Präeklampsie in den vier darauffolgenden Wochen vorherzusagen und liefert  den Ärzten die Information, die sie zur frühzeitigen Vorhersage bzw. zum Ausschluss einer Präeklampsie benötigen.
  • Ein wesentlicher Nutzen für Patientinnen: Der negative Vorhersagewert erspart Frauen, bei denen sich kaum eine Präeklampsie entwickeln wird, die Belastung einer engmaschigen Überwachung oder einer Spitaleinweisung und er verhindert zusätzliche Behandlungskosten, während Risikopatientinnen die erforderliche Spezialbehandlung bekommen können.
  • Weniger Spitaleinweisungen und mehr Kosteneinsparung. Bei Anwendung des neuen Tests im klinischen Alltag liesse sich die stationäre Behandlung von Frauen mit Verdacht auf Präeklampsie um die Hälfte verringern, was Kosteneinsparungen von 399 GBP pro Patientin bzw. von 28 Millionen GBP pro Jahr gestatten würde.4

Roche ist sich des enormen medizinischen Nutzens von Diagnostika für Patienten und Gesundheitsanbieter bewusst. Indem der neue Präeklampsie-Test ein proaktives Krankheitsmanagement begünstigt, erlaubt er eine effizientere und effektivere Betreuung betroffener Frauen.

*sFlt-1/PlGF-Quotient: Verhältnis zwischen löslicher fms-ähnlicher Tyrosinkinase 1 (sFlt-1) und dem Plazentawachstumsfaktor(PlGF)

1 Verlohren, S., et al. (2010). Am J Obstet Gynecol 202 (161): e1-11.
2 Zeisler, H., et al. (2016). N Eng J Med.374:13-22.
3 Meads, C.A.,et al. (2008). Health Technol Assess 12(6).
4 Strunz-McKendry, T., et al. (2014) COGI 2014, Paris. Abstract P73.

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