Stärkung der Diagnostikakompetenzen in Afrika

Zweckorientiertes Ausbildungszentrum zur Erhöhung der Kapazitäten bei dringend benötigten Labordienstleistungen.

Herausforderung

Eine der grössten Herausforderungen für das Gesundheitswesen in Afrika besteht nicht etwa in der Entwicklung diagnostischer Instrumente und pharmazeutischer Präparate, sondern in der Ausbildung von genügend Gesundheitsfachkräften, die diese diagnostischen Tools und Arzneimittel effizient einzusetzen wissen. 50–70% aller klinischen Entscheidungen werden auf der Grundlage präziser Labordiagnosen getroffen. Deshalb ist es ganz wichtig, im diagnostischen Bereich über zuverlässige und kompetente Kapazitäten zu verfügen.

Unser Engagement

Um dem Mangel an qualifiziertem diagnostischem Personal und Laborkapazitäten zu begegnen, haben wir in Johannesburg, Südafrika, im Jahr 2012 den Roche Scientific Campus eröffnet. Das Ausbildungszentrum erfüllt folgende Aufgaben:

  • Praxisorientierte zertifizierte Schulungskurse für Laboranten und Labortechniker
  • Allgemeine Schulung in Labormanagement für Führungspersonen und Entscheidungsträger
  • Schulung zu Gesundheits- und wissenschaftlichen Themen für Gesundheitsfachkräfte und Wissenschaftler

Das Ausbildungszentrum verfügt über fünf separate Labors, die für die Bereiche Chemie, Hämatologie, Molekularbiologie, Gewebediagnostik und Sequenzierung mit den modernsten Geräten ausgerüstet sind. Die Schulungen werden von qualifizierten Ausbildern und Experten in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Organisationen durchgeführt.

Im Jahr 2012 sind wir mit dem U.S. President’s Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR) eine fünfjährige Partnerschaft eingegangen, um die Ausbildung von diagnostischem Personal in Afrika zu stärken. Mit Zertifikatskursen in den Bereichen Pathologie, Molekulardiagnostik und Qualitätsmanagement sollen die Labordienstleistungen verbessert werden. Geplant ist auch die Zusammenarbeit mit der afrikanischen Gesellschaft für Labormedizin, um die Nachhaltigkeit der Partnerschaft zu erhöhen.

Im Jahr 2104 erweiterten wir unsere Partnerschaft mit der Clinton Health Access Initiative (CHAI), dem Notfallplan des US-Präsidenten zur Bekämpfung von Aids (PEPFAR) und dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria durch ein neues weltweites Zugangsprogramm zu Tests für die HIV-Viruslastbestimmung, das an der 69. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, USA, lanciert worden war. Das weltweite Zugangsprogramm gilt in erster Linie dem Bedarf, vermehrt diagnostische Tests und Viruslastbestimmungen zu reduziertem Preis in den von HIV-Infektionen am stärksten betroffenen Ländern anbieten zu können. Dazu gehört auch die Erweiterung der Laborkapazitäten, um sicherzustellen, dass alle HIV-infizierten Personen einer wirksamen, qualitativ hochstehenden HIV-Therapie zugeführt werden können.

Der optimale Einsatz von Diagnostika wird eine entscheidende Rolle spielen, um die gewünschten Resultate der 90-90-90-Ziele der UNAIDS bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Diese Ziele sehen vor, dass 90% aller HIV-infizierten Menschen ihren HIV-Status kennen, 90% aller diagnostizierten HIV-Patienten eine konsequente antiretrovirale Therapie erhalten, und bei 90% aller Behandelten eine dauerhafte Virusunterdrückung erreicht wird.

Was wir erreicht haben

Bislang sind am Ausbildungszentrum an über 1000 Schulungstagen rund  444 Kurse mit  2 200 Teilnehmern aus  32 Ländern auf 4 Kontinenten durchgeführt worden. Fachärzte für die HIV-Infektion treffen sich hier regelmässig, und es werden Meetings zu verschiedenen Themen veranstaltet.

Tags: Zugang zur Gesundheitsversorgung, Afrika