Verbesserter Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis und Brustkrebs in der Elfenbeinküste

access-ivoire-article

Ausweitung der Partnerschaft mit dem ivorischen Gesundheitsministerium für einen verbesserten Zugang zu Therapien gegen Hepatitis und Brustkrebs für Personen mit geringem Einkommen. Patienten bezahlen nur einen minimalen Anteil an die Kosten, der Rest wird von uns und der Regierung übernommen. Vereinbarung basiert auf dem bestehenden landesweiten Programm zur Bekämpfung von viraler Hepatitis sowie auf nationalen Projekten gegen Krebs. Wir arbeiten mit der Regierung zusammen, um ein ganzheitliches Krankheitsmanagement zu fördern.

Herausforderung

Afrika hat eine junge und rasch wachsende Bevölkerung. Mit über einer Milliarde Menschen ist Afrika bevölkerungsmässig der zweitgrösste Kontinent. In afrikanischen Staaten südlich der Sahara erreichte das Wirtschaftswachstum im letzten Jahrzehnt durchschnittlich 5%, und dieser Trend wird wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren anhalten. Armut und Krankheiten bleiben aber in einigen Ländern ein Problem.

Die Elfenbeinküste, oder Côte d’Ivoire ist ein Land mit niedrigem Durchschnittseinkommen, in dem rund 24 Millionen Menschen leben. Die Verbreitung von Hepatitis B ist mit 13% hoch, für Hepatitis C beträgt sie gemäss Weltgesundheitsorganisation ca. 2%. Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung, und immer mehr Frauen sind davon betroffen. Jedes Jahr werden rund 2300 neue Fälle diagnostiziert, und mehr als die Hälfte dieser Patientinnen wird die Krankheit nicht überleben.

Zwei unserer Medikamente, Herceptin zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs und Pegasys zur Behandlung der viralen Hepatitis B und C, stehen zwar zur Verfügung, da die Patienten aber häufig selbst für die Kosten der Medikamente aufkommen müssen, ist die Erschwinglichkeit ein grosses Hindernis für eine Therapie. Darüber hinaus ist die Gesundheit vieler Patienten bereits beeinträchtigt, weil es wenig Information über die Krankheit gibt und sie deshalb erst spät erkannt wird.

Unser Engagement

Im Dezember 2014 haben wir und das ivorische Gesundheitsministerium  unsere Partnerschaft ausgeweitet, um den Zugang zu unseren Medikamenten gegen virale Hepatitis B und C sowie zur Behandlung von Brustkrebs über die nächsten fünf Jahre zu verbessern. Die im Rahmen dieser Partnerschaft ausgearbeiteten Programme werden umfassende landesweite Massnahmen bieten, um die Probleme im Zusammenhang mit diesen Krankheiten anzupacken.

Patienten aus ärmeren Bevölkerungsschichten bezahlen einen minimalen Anteil an die Medikamentenkosten, während der Rest von uns und der Regierung übernommen wird. Die nationalen Programme der Regierung in den Bereichen Sensibilisierung, Diagnose, Schulung und Zugang zu Medikamenten werden weiterhin von uns unterstützt.

Die Vereinbarung basiert auf dem bestehenden landesweiten Programm zur Bekämpfung der viralen Hepatitis sowie auf nationalen Projekten gegen Krebs, die von der Regierung im Jahr 2008 eingerichtet wurden. Diese von uns unterstützten Kampagnen zielen darauf ab, das Gesundheitsbewusstsein und die Prävention zu verbessern und die Ausbildung von Gesundheitsfachleuten auf den neuesten Stand zu bringen. Darüber hinaus soll auch der Zugang zur Diagnose verbessert werden – durch kostenlose HER2-Tests via öffentliches Gesundheitswesen sowie mit Brustkrebs- und Hepatitis-Screenings für Patienten mit staatlicher und privater Gesundheitsversorgung. Unser Ziel ist es, ein ganzheitliches Krankheitsmanagement zu fördern.

Was wir erreicht haben

Unsere Partnerschaft in Côte d‘Ivoire über die nächsten fünf Jahre hat zum Ziel, dass zusätzlich 3 000 Hepatitis-Patienten behandelt werden und 1000 Frauen mit Brustkrebs eine Therapie erhalten, die ansonsten keinen Zugang hätten.

Die Vereinbarung unterstützt darüber hinaus unser Engagement in Afrika südlich der Sahara, wo wir uns zusammen mit Partnern dafür einsetzen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung von der Diagnose bis zur Therapie für alle Patienten zu verbessern.

In Kamerun z.B. leiden 20% der Bevölkerung bzw. 4,5 Millionen Menschen an Hepatitis C, und rund 10% der 22 Millionen Einwohner sind an Hepatitis B erkrankt. Seit 2012 arbeiten wir mit der Regierung zusammen, um den Zugang zur Hepatitis-Therapie zu verbessern, das Bewusstsein gegenüber der Krankheit zu erhöhen, Screening-Programme zu fördern und Gesundheitsfachpersonen auszubilden. Im November 2014 gaben wir gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine neue Vereinbarung bekannt, die den Zugang zur Hepatitis-Therapie verbessert und mehr Patienten eine Behandlung ermöglicht.

Im Jahr 2007 sind wir eine Partnerschaft mit der Lalla Salma Association Against Cancer (ALSC) eingegangen, um auf die zunehmende Krebsproblematik in Westafrika aufmerksam zu machen. Seither haben wir medizinische Schulungen und epidemiologische Studien unterstützt, an Krebsregistern mitgewirkt und Projekte identifiziert, mit denen die Kapazitäten in der Krebsbetreuung in Westafrika verbessert werden sollen.

In 2016 wurden mit mehreren afrikanischen Ländern südlich der Sahara, darunter Ghana und Kenia, Vereinbarungen unterzeichnet, die auf das Abkommen mit Côte d’Ivoire im Jahr 2014 folgen. Ihr Ziel ist es, durch einen besseren Zugang zu einer frühen und präzisen Diagnose und Behandlung eine hochwertige Versorgung für mehr Menschen verfügbar zu machen. 

Tags: Zugang zur Gesundheitsversorgung, Nachhaltigkeit, Afrika