Increasing access to treatment for CMV retinitis in HIV-patients, a major cause of blindness in developing countries

Eine Vereinbarung mit dem „Medicines Patent Pool“, einer von den Vereinten Nationen unterstützten Organisation, verbessert den Zugang zu einem wichtigen Medikament zur Behandlung der Zytomegalievirus(CMV)-Retinitis bei HIV-Infizierten in Entwicklungsländern. Die CMV-Retinitis wird durch eine Virusinfektion verursacht, die ohne die richtige Behandlung zur Erblindung führen kann. Dank der Liefervereinbarung ist das einfach einzunehmende Medikament Valcyte (Valganciclovir) in Entwicklungs- und Schwellenländern zu einem um 90% günstigeren Preis erhältlich und daher besser zugänglich.

Die Problemlage

Die Zytomegalievirus-Retinitis (CMVR) ist eine behandelbare Erkrankung, die durch das Zytomegalievirus (CMV) verursacht wird. Das Virus greift die Netzhaut des Auges bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem an, insbesondere bei HIV-Infizierten, und kann zu irreversibler Blindheit führen.

Ein Sehverlust infolge CMVR kann durch frühzeitige Diagnose und Behandlung der Virusinfektion verhindert werden. In Industrieländern ist eine HIV-Infektion meist gut beherrscht, und opportunistische Infektionen wie CMVR treten seltener auf bzw. können behandelt werden. Wie gravierend dieses Problem in Entwicklungsländern ist, weiss man hingegen noch nicht, da dort die meisten Fälle nie diagnostiziert werden. Man schätzt, dass eine CMVR bei etwa 5% bis 30% aller HIV-Infizierten in Entwicklungsländern auftritt und dort jedes Jahr Tausende von Menschen das Augenlicht kostet1.

Besonders gefährdet durch CMVR sind Risikopatienten in Entwicklungsländern – vor allem in Asien – aber auch in Lateinamerika und Afrika. Mangelnde Ausbildung in Diagnoseverfahren, ungenügender Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten und die zu späte Erkennung der Krankheit sind in diesen Ländern mit die grössten Hindernisse, um eine CMVR- zu verhüten und zu behandeln.

Derzeit wird zur Behandlung der CMVR in Entwicklungsländern am häufigsten Ganciclovir eingesetzt, das intraokular (ins Auge) oder intravenös injiziert wird. Die aktuellen Leitlinien empfehlen zur Behandlung der CMVR bevorzugt orales Valganciclovir bzw. intravenöses Ganciclovir als systemische Therapie2. Intravenöse Injektionen stellen logistische Herausforderungen dar, da die die Patienten stationär behandelt und von qualifiziertem Personal versorgt werden müssen. Mit Valganciclovir, einer oral einzunehmenden Darreichungsform, lassen sich einige dieser Hürden überwinden. Der Umstand, dass in vielen dieser Entwicklungsländer kein bezahlbares Valganciclovir aus qualitätsgesicherter Produktion zur Verfügung steht, trägt jedoch zu den Lücken bei der Vorsorge, Diagnose und Behandlung bei.

Was wir tun

Valcyte ist das Markenpräparat von Roche, das Valganciclovir enthält3. Bis vor kurzem war es in Ländern mit niedrigem Einkommen jedoch nicht verfügbar oder nicht bezahlbar.

Damit mehr Menschen Zugang zu Valcyte erhalten und davon profitieren können, schlossen wir im August 2013 eine Liefervereinbarung mit dem „Medicines Patent Pool“ ab, die für Valcyte in Entwicklungsländern einen um bis zu 90% günstigeren Preis vorsieht.

Der „Medicines Patent Pool“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheit von Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verbessern, indem Lizenzen für einen Pool relevanter Patente an Generikahersteller und andere Produzenten vergeben werden. Um qualitativ hochwertiges Valganciclovir noch schneller zur Verfügung zu stellen, vereinbarten der „Medicines Patent Pool“ und Roche eine Zusammenarbeit im Rahmen eines Liefervertrags.

Diese Vereinbarung ermöglicht es gemeinnützigen Organisationen und Non-Profit-Programmen (wie z.B. nationalen HIV-Behandlungsprogrammen), qualitativ hochwertiges Valganciclovir zu einem Preis zu kaufen, der kaum über den Produktionskosten liegt. Zu diesen Organisationen gehören der „Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria“ (GFATM), der „United States President's Emergency Plan for AIDS Relief“ (PEPFAR), UNITAID, UNICEF sowie „Ärzte ohne Grenzen“ (Médecins Sans Frontières, MSF).

„Die Vereinbarung zwischen dem MPP und Roche wird eine orale Behandlung der CMV-Infektion zu niedrigeren Preisen ermöglichen, um den Kreislauf aus fehlender Vorsorge und Behandlung in vielen Ländern zu durchbrechen“, so Greg Perry, geschäftsführender Direktor des „Medicines Patent Pool“.

„Roche ist bestrebt, Patienten mit HIV-bedingten CMV-Infektionen in Entwicklungsländern qualitativ hochwertiges Valcyte zu einem bezahlbaren Preis anzubieten, damit mehr Menschen dieses erhalten und davon profitieren können“, so Daniel O’Day, COO von Roche Pharma.

Unser Beitrag

Im Rahmen dieser Vereinbarung hat Roche Valcyte für HIV/Aids-Programme in 138 Ländern, darunter Indien und China, annähernd zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt. Bisher gingen Lieferungen nach Honduras, Laos, Malawi, Myanmar, Nicaragua und auf die Philippinen.

1.Ford N, Shubber Z, Saranchuk P, Pathai S, Durier N, O’Brien DP, et al. Burden of HIV-related cytomegalovirus retinitis in resource-limited settings: a systematic review. Clin Infect Dis Off Publ Infect Dis Soc Am. 2013 Nov;57(9):1351–61.
2.Panel on Antiretroviral Guidelines for Adults and Adolescents. Guidelines for the use of antiretroviral agents in HIV-1-infected adults and adolescents. Department of Health and Human Services. http://aidsinfo.nih.gov/ContentFiles/Adultand AdolescentGL.pdf. 2013
3.Valcyte-Tabletten sind angezeigt zur Behandlung der CMV-Retinitis bei Patienten mit erworbenem Immunschwächesyndrom (Aids)

Tags: Zugang zur Gesundheitsversorgung, Nachhaltigkeit