Tierforschung bei Roche

Bevor neue Medikamente auf den Markt gebracht werden, müssen klinische Studien deren Wirksamkeit und Unbedenklichkeit für Patienten beweisen. Die Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt verlangen, dass zuerst in Tierversuchen Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit ermittelt werden. Gerade in der Erforschung neuer Therapien für komplexe Krankheiten, wie z.B. neurodegenerative Erkrankungen, sind Tierversuche notwendig, um weitere Fortschritte in der Medizin zu erzielen.

Gleichzeitig leistet Roche Pionierarbeit und fördert die Anwendung innovativer Computersimulations- und In-vitro-Konzepte in der präklinischen Forschung. Computergestützte, modellbasierte Simulationen helfen uns dabei, schneller und präziser vielversprechende Wirkstoffkandidaten zu finden. Moderne In-vitro-Techniken ermöglichen es, dass wir die aus Zellsystemen gewonnenen Erkenntnisse besser auf optimierte Tiermodelle und schliesslich auf den Menschen übertragen können. Diese Strategie führt zu einem besseren Verständnis von Krankheiten und liefert wertvolle Hinweise für die personalisierte Medizin.

Darüber hinaus ermöglichen innovative mikrophysiologische Systeme, die Grundfunktionen des menschlichen Körpers technisch abzubilden. Diese vielversprechenden Ansätze verringern die Anzahl der Experimente und Tierversuche und sparen auch Zeit und Geld. Gleichzeitig werden dadurch präklinische Studien präziser und erlauben bessere Prognosen für klinische Studien.

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Alternative Methoden in der präklinischen Entwicklung fördern

Um alternative Methoden noch stärker zu fördern, sponsert Roche den Roche 3R Award, der alle zwei Jahre verliehen wird. Diese Auszeichnung wurde 2008 eingeführt und zielt darauf ab, das Bewusstsein für die 3R-Grundsätze zu schärfen. Es soll den Dialog von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über diese Themen anregen, sowie die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen fördern, und es bekräftigt die Absicht von Roche, Innovation und Weiterentwicklung von Tierschutzstandards weltweit zu unterstützen.

Drehen Sie die Kacheln und erfahren Sie, was 3R bedeutet

Reduce (Vermindern)

Anzahl Tiere pro Versuch senken

Refine (Verbessern)

Das potenzielle Leiden der Tiere so gering wie möglich zu halten und deren Wohlbefinden zu verbessern

Replace (Vermeiden)

Tierversuche ganz vermeiden und Alternativen dafür zu finden

  • Reduce (Vermindern) 
    Ein durchdachter Versuchsaufbau, fortschrittliche statistische Auswertungen und moderne bildgebende Verfahren machen es oft möglich, die Anzahl von Versuchstieren deutlich zu senken und trotzdem aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
  • Refine (Verbessern) 
    Die Tierhaltung und -pflege sollen verbessert und das Lebensumfeld der Tiere bereichert werden, um bestmögliche Bedingungen für die Tiere zu schaffen.
  • Replace (Vermeiden) 
    Dabei handelt es sich um Versuche, bei welchen keine Tiere eingesetzt werden (vollständiger Ersatz) oder für die nur Zellen oder Gewebe von Tieren benötigt werden (relativer Ersatz). Zu solchen alternativen Methoden zählen Zell- und Bakterienkulturen, Computersimulationen, mathematische Modelle und technische Abbildungen der Grundfunktionen des menschlichen oder tierischen Körpers.

Governance und Austausch: Den Dialog in Gang halten

Das Ethikkomitee für den Tierschutz bei Roche besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aller Forschungsorganisationen der Roche-Gruppe. Das Komitee liefert Empfehlungen zu strategischen Fragen im Zusammenhang mit der Tierschutzpraxis und -politik, überprüft und empfiehlt gegebenenfalls Änderungen und Massnahmen im Zusammenhang mit Tierversuchen und fördert die Umsetzung der 3R-Grundsätze bei Roche. Darüber hinaus unterstützt es die Kommunikation mit externen Aufsichts- und Regulierungs-Behörden.

Bei der Durchführung von Tierversuchen wird zu jedem Projekt eine detaillierte Beschreibung erstellt. Diese erläutert den Zweck der Tierforschung, die wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Tiere und die Gründe dafür, warum die Versuche nicht mit anderen Methoden durchgeführt werden können. Diese Forschungsprotokolle werden in der Europäischen Union von den staatlichen Veterinärbehörden und in den USA und anderen Teilen der Welt von den «Institutional Animal Care and Use Committees» (IACUC – Kommissionen für institutionelle Tierpflege und -verwendung) überprüft.

Wir arbeiten regelmässig und eng mit Tierschutzorganisationen zusammen, um unser gegenseitiges Verständnis zu verbessern und einen Meinungsaustausch über Themen rund um den Tierschutz zu führen. So kommunizieren wir beispielsweise über Interpharma (den Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz) regelmässig mit Tierschutzorganisationen wie dem Schweizer Tierschutz STS und Animalfree Research.