Über Hämatologie

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Was ist Hämatologie?

Die Hämatologie ist ein komplexes und herausforderndes Teilgebiet der Medizin, das sich mit verschiedenen Erkrankungen des Blutes befasst – von Blutkrebs bis Blutgerinnungsstörungen wie Hämophilie. Obwohl die Erkrankungen sehr unterschiedlich sind, haben viele von ihnen eines gemeinsam: Sie können das Überleben eines Patienten und dessen Lebensqualität schwer beeinträchtigen. Blutkrebs stellt weltweit die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache dar, wobei die drei am meisten verbreiteten Formen das Lymphom, die Leukämie und das Myelom sind.

Über das Lymphom

Das Lymphom ist mit jährlich über 400 000 Neuerkrankungen weltweit die häufigste Form von Blutkrebs.1 Die Krankheit beginnt mit einer unkontrollierten Vermehrung bestimmter Immunzellen (Lymphozyten, einer Untergruppe der weissen Blutkörperchen) und kann in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome (NHL).

Non-Hodgkin-Lymphome kommen deutlich häufiger vor. Sie werden eingeteilt in indolente (langsam wachsende) und aggressive (schnell wachsende) Non-Hodgkin-Lymphome. Das follikuläre Lymphom ist die am häufigsten indolente Form, und das diffuse grosszellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) die häufigste aggressive Form der Erkrankung.3

Die Symptome sind zwar bei allen Lymphomerkrankungen ähnlich und umfassen beispielsweise unerklärlichen Gewichtsverlust, Fieber und nächtliches Schwitzen. Es wird jedoch je nach Lymphomart ein anderer Therapieansatz gewählt. Mehr Informationen zu den verschiedenen Lymphomtypen finden Sie hier.

Über Leukämie

Leukämie ist mit weltweit mehr als 300 000 Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigste Form von Blutkrebs.1 An welcher Form von Leukämie jemand erkrankt, hängt davon ab, ob der Krebs die weissen oder die roten Blutkörperchen betrifft.

Wie auch bei den Lymphomen haben Forscher und Ärzte jahrelang darauf hingearbeitet, anhand des Krankheitsverlaufs verschiedene Formen von Leukämie voneinander abgrenzen. Akute, schnell verlaufende Leukämien bringen oft eine rasche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit sich und erfordern daher eine umgehende Behandlung, wohingegen chronische Leukämien eher langsam fortschreiten.

Die vier Hauptformen von Leukämie sind die akute lymphatische Leukämie (ALL), die chronische lymphatische Leukämie (CLL), die akute myeloische Leukämie (AML) und die chronische myeloische Leukämie (CML).

Die Beschwerden sind je nach Form der Krankheit unterschiedlich. So können unter anderem Fieber, andauernde Müdigkeit oder Kraftlosigkeit, Gewichtsverlust oder häufige Infektionen auftreten.4

Bei Leukämiepatienten hängen die Behandlung und die Prognose davon ab, welcher Blutzellentyp betroffen ist und wie rasch die Krankheit fortschreitet.5

Über das Myelom

Mit weltweit über 100 000 Neuerkrankungen pro Jahr1 ist das Myelom die dritthäufigste Form von Blutkrebs. Es handelt sich dabei um eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, einer spezifischen Art von Lymphozyten, die zur Gruppe der weissen Blutkörperchen gehört. Da Plasmazellen sich im ganzen Körper entwickeln, kann ein Myelom an ganz unterschiedlichen Orten im Körper entstehen. Man spricht dann von einem multiplen Myelom.6

Myelompatienten können an sehr verschiedenen Symptomen leiden, so unter anderem an Knochenschmerzen, häufigen Infektionen, Blutarmut, Taubheitsgefühl oder Kribbeln sowie Müdigkeit,7 und ausserdem ganz unterschiedlich auf eine Therapie ansprechen.8

Das Myelom gilt als eine schubförmig verlaufende Krebskrankheit. Das bedeutet, dass auf aktive Krankheitsphasen (Rückfälle), in denen der Patient an Symptomen leidet und eine aktive Therapie benötigt, wieder symptomfreie Phasen folgen, in denen es dem Patienten besser geht und er an keinen Krankheitszeichen leidet.9

Roche in der Hämatologie

Roche entwickelt seit über 20 Jahren Medikamente, die in der Hämatologie neue Behandlungsmassstäbe setzen. Wir sind weiterhin bestrebt, wirksame neue Therapien für Patienten mit Blutkrankheiten zu entwickeln. Dazu investieren wir in Forschungsprojekte mit einer breit gefächerten Auswahl an molekularen Zielstrukturen und Kombinationstherapien sowie verschiedenen klinischen Endpunkten und Therapielinien.

 

References

1. GLOBOCAN 2012: Estimated cancer incidence, mortality and prevalence worldwide. Im Internet zu finden unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_population.aspx.Letzter Zugriff: November 2016.

2. National Cancer Institute: Dictionary of Cancer Terms. Im Internet zu finden unter: https://www.cancer.gov/publications/dictionaries/cancer-terms?cdrid=45368. Letzter Zugriff: November 2016.

3. Lyon, France: IARC Press. World Health Organization Classification of Tumors of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. 2008.

4. Canadian Cancer Society. Symptoms of leukemia. Im Internet zu finden unter: http://www.cancer.ca/en/cancer-information/cancer-type/leukemia/signs-and-symptoms/?region=on. Letzter Zugriff: November 2016.

5. National Cancer Institute: Cancer Types. Im Internet zu finden unter: https://www.cancer.gov/types/leukemia. Letzter Zugriff: November 2016.

6. Cancer Research UK: What is Myeloma? Im Internet zu finden unter: http://cancerresearchuk.org/about-cancer/type/myeloma/about/what-is-myeloma. Letzter Zugriff: November 2016.

7. National Cancer Institute. Plasma Cell Neoplams. Im Internet zu finden unter: https://www.cancer.gov/types/myeloma.Letzter Zugriff: November 2016.

8. Myeloma UK: Facts and Figures. Im Internet zu finden unter: https://www.myeloma.org.uk/information/facts-and-figures/. Letzter Zugriff: November 2016.

9. Myeloma UK: What is myeloma? Im Internet zu finden unter: https://www.myeloma.org.uk/information/what-is-myeloma/. Letzter Zugriff: November 2016.