Phänotypisches Screening

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Das phänotypische Screening war die Grundlage für die Entdeckung neuer Arzneimittel, ehe die Molekularbiologie diese Funktion übernahm. Als Phänotyp bezeichnet man alle beobachtbaren oder messbaren biochemischen oder physikalischen Eigenschaften eines Individuums, eines Organismus oder komplexer Systeme: zum Beispiel die Herzfrequenz einer Zebrafischlarve oder die Länge der Nervenfasern eines Neurons in Zellkultur. Beim phänotypischen Screening wird die Wirkung einer Substanz auf ein komplexes System untersucht und nicht auf einen isolierten Bestandteil eines biologischen Signalwegs. Für das phänotypische Screening eignen sich Zellen, zum Beispiel von Stammzellen abgeleitete menschliche Zellen, isolierte Gewebeproben oder ganze Organismen unterschiedlicher Komplexität. Obwohl dies die anspruchsvollsten und empfindlichsten Assays sind, besteht der Vorteil des phänotypischen Screenings darin, dass es Informationen über die unmittelbare Wirkung einer bioaktiven Substanz auf einen für eine fortgeschrittene Krankheit relevanten Parameter ermöglicht. 

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