AMD im Detail

Conical flasks with brightly coloured fluid inside them
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Jayashree Sahni, Translational Medicine Leader at Roche Pharma Research and Early Development (pRED)

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die Hauptursache einer Sehbeeinträchtigung bei Menschen über 60 Jahren. Sie resultiert aus einer Schädigung der Makula, desjenigen Netzhautareals, welches das zentrale Sehen und das scharfe Sehen feiner Details ermöglicht, und tritt meist als Teil des Alterungsprozesses auf. Jayashree Sahni, Translational Medicine Leader bei Roche Pharma Research and Early Development (pRED), erläutert die Erkrankung, die derzeitigen Behandlungsoptionen und warum bei der AMD noch erhebliche therapeutische Lücken geschlossen werden müssen.

Welche therapeutischen Lücken gibt es bei AMD?

Man schätzt, dass die Zahl der Menschen mit AMD von 196 Millionen im Jahr 2020 auf 288 Millionen bis zum Jahr 2040 zunehmen wird. Bei der großen Mehrzahl der Patienten mit AMD liegt ein Frühstadium der Erkrankung vor, das im Laufe der Zeit zum Verlust der zentralen Sehschärfe in irgendeiner Form führen kann. Bei etwa 50 % dieser Menschen entwickelt sich eine der fortgeschrittenen Formen der Erkrankung, nämlich die geografische Atrophie oder neovaskuläre AMD (auch als feuchte AMD bezeichnet). Die geografische Atrophie macht ein Drittel der AMD-Fälle im Spätstadium aus und ist für 20 % der Fälle einer schweren Sehbehinderung verantwortlich. Die neovaskuläre AMD betrifft dagegen 10 % der Menschen und kann zu einem plötzlichen und schweren Verlust der zentralen Sehschärfe führen - sie ist für etwa 90 % der Fälle einer Erblindung verantwortlich. Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung ist zu erwarten, dass die Krankheitslast zunehmen wird.

Was ist die Ursache der neovaskulären AMD?

Eine neovaskuläre AMD entsteht, wenn es am Augenhintergrund zur krankhaften Bildung von Blutgefäßen kommt, ein Prozess, der als Neovaskularisation bezeichnet wird. Aus den Blutgefäßen tritt Blut oder Flüssigkeit in die Makula aus. Es kommt zur Narbenbildung und in der Folge zu einer Verschlechterung des zentralen Sehens. Frauen haben ein etwas höheres Risiko als Männer, dass es zu einer Sehbehinderung infolge einer AMD kommt, und Weiße sind etwas häufiger betroffen als afroamerikanische und asiatische Bevölkerungsgruppen. Rauchen, Adipositas und familiäre Belastung können das AMD-Risiko ebenfalls erhöhen.

Welche Behandlungen für AMD gibt es?

Derzeit gibt es keine zugelassenen Behandlungen für die AMD im Frühstadium oder die geografische Atrophie. Eine Kombination der antioxidativ wirkenden Vitamine A, C, E und Zink, Änderungen der Lebensgewohnheiten wie Nikotinverzicht und gesunde Ernährung können dazu beitragen, das Risiko einer Sehbeeinträchtigung zu reduzieren. Für die neovaskuläre AMD gibt es Medikamente, welche die Entwicklung anormaler neuer Blutgefäße und den Austritt von Blut und Flüssigkeit blockieren. Diese Mittel werden als Injektionen direkt ins Auge verabreicht. Eine frühzeitige Behandlung, die einsetzt, sobald eine Sehverschlechterung festgestellt wird, kann dazu beitragen, eine weitere Beeinträchtigung zu verhindern. Dazu ist die umgehende Überweisung an einen Netzhautspezialisten erforderlich. Diese Medikamente verhindern eine schwere Sehbeeinträchtigung oder verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung, insbesondere wenn sie frühzeitig verabreicht werden, bevor es zu einer irreversiblen Narbenbildung kommt. Obwohl es Medikamente zur Behandlung der neovaskulären AMD gibt, wird damit nur bei einem Drittel der Patienten eine zufriedenstellende Verbesserung der Sehkraft erreicht.

Woran arbeitet Roche bei AMD und in der Ophthalmologie generell?

Roche ist bestrebt, das Sehvermögen und die Behandlungsergebnisse bei allen Patienten mit dieser zur Erblindung führenden Erkrankung zu verbessern. Dazu investieren wir extensiv in die Erforschung aller Formen der AMD. Ein Prüfmedikament für neovaskuläre AMD befindet sich in Phase II der Entwicklung und eines für geografische Atrophie in Entwicklungsphase III.

Zudem konzentrieren wir uns in unserer Arbeit weiterhin auf alle Hauptursachen von Erblindung, zu denen das diabetische Makulaödem, die diabetische Retinopathie und das Glaukom zählen.  Bei Roche sind wir der Ansicht, dass eine erfolgreiche Erforschung und Entwicklung innovativer Medikamente für Augenkrankheiten darauf basiert, die einer spezifischen Erkrankung zugrundeliegenden biologischen Mechanismen zu untersuchen, zu verstehen und zu berücksichtigen.