Blutspende um Blutspende im Einsatz gegen Infektionskrankheiten

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Roche trägt zur Sicherheit von Spenderblut bei und hilft weltweit bei der Bewältigung gesundheitlicher Krisensituationen

Auch am Weltblutspendetag 2016 engagiert sich Roche gegen Infektionskrankheiten und macht auf die Bedeutung sicherer Blutspenden aufmerksam.

Infektionskrankheiten sind weltweit eine der Haupttodesursachen. Jahr für Jahr sterben 1,45 Millionen Menschen an Virus-Hepatitis1. Allein im Jahr 2014 starben 1,2 Millionen Menschen an den Folgen von Aids.2 Nach dem Ebola-Ausbruch von 2014 stellt jetzt das Zika-Virus die grösste öffentliche Gesundheitssorge dar.

Die Erreger dieser Krankheiten werden auf dem Blutweg übertragen. Das bedeutet, dass auch bei Bluttransfusionen eine Infektion möglich ist. Bei weltweit 108 Millionen Blutspenden pro Jahr3 ist Sicherheit also entscheidend. Durch angemessenes Screening lässt sich das Risiko, dass Empfänger bei Transfusionen infiziert werden, drastisch senken.

Roche ist seit über 25 Jahren eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und stellt Labors auf der ganzen Welt hochempfindliche Blutscreening-Technologien für die sichere Versorgung mit Blutkonserven zur Verfügung. Gesundheitsdienstleister können das Risiko kontaminierter Blutkonserven mit diesen Hilfsmitteln entscheidend senken undPatienten sicherere Transfusionen anbieten.

«Wir beobachten ständig das Auftreten neuer Infektionen und entwickeln modernste Lösungen für entsprechende Nachweistests», erklärt Lisa Pate, Director of Clinical Science for Blood Screening bei Roche Molecular Systems. «Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Screening von Blutspenden auf HIV, Hepatitis B und C sowie das West-Nil-Virus. Aber auch auf den Zika-Ausbruch mussten wir schnell reagieren, damit in den Vereinigten Staaten und in Puerto Rico auf das Virus getestet werden konnte.»

Eine neue gesundheitliche Krisensituation erkennen

Nach einem Ausbruch im brasilianischen Bahia im März 2015 breitete sich das Zika-Virus sehr schnell auf dem amerikanischen Kontinent aus. Experten haben festgestellt, dass das Virus auf dem Blutweg übertragen wird – zum Beispiel durch den Stich einer infizierten Mücke, über Körperflüssigkeiten, aber auch durch Blutspenden. Auch wenn sich bei Erwachsenen im Allgemeinen nur leichte Symptome zeigen, hat eine neuere Studie bestätigt, dass eine Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft zu schweren Hirnschäden beim Fötus, einschliesslich Mikrozephalie, führen kann.4

In Puerto Rico traten Infektionen durch das Zika-Virus erstmals im Dezember 2015 auf. Im Februar 2016 wurde der Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bis März hatten sich schätzungsweise 80 000 Menschen mit dem Virus infiziert.5 Die US-Arzneimittelbehörde FDA setzte in diesem Monat alle lokalen Blutspenden bis zum Vorliegen einer Screening-Möglichkeit auf das Zika-Virus aus. Zu diesem Zeitpunkt stand in den Vereinigten Staaten und ihren Aussengebieten kein Blutscreening-Test auf das Zika-Virus zur Verfügung. Die Folge war, dass in den darauffolgenden Wochen alle Blutprodukte für den US-Kontinent importiert werden mussten.6

Schnelle Antwort auf eine sich ausweitende Krise

Roche hat unmittelbar auf die Blutversorgungskrise in Puerto Rico reagiert und so konnten lokale Blutspenden bereits am 2. April – weniger als einen Monat nach ihrer Einstellung – wieder aufgenommen werden. Möglich wurde dies dies dank der von Roche entwickelten und im Rahmen des Zulassungsgesuchs (IND – Investigational New Drug application) nur wenige Tage zuvor durch die FDA genehmigte Screening-Technologie.

«Roche erkannte schon früh in diesem Jahr, dass ein Blutscreening-Test benötigt würde», so Lisa Pate. «Heute nehmen wir bei den Massnahmen zum Schutz der Blutversorgung in Puerto Rico eine führende Rolle ein.»

Bis zum 25.Mai 2016 wurden über 8600 Blutspenden mit Roche-Instrumenten auf das Zika-Virus getestet. 30 der getesteten Proben waren positiv und wurden aus der Versorgungskette entfernt, wodurch 90 potenzielle Empfänger vor einer Zika-Infektion geschützt wurden.7

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Lisa Pate, Director of Clinical Science for Blood Screening at Roche Molecular Systems

«An sich scheint das eine kleine Zahl zu sein. In Anbetracht der Tatsache, dass vor der IND-Zulassung unseres Tests kein Blutscreening möglich war, ist sie aber recht bedeutsam», erklärt Pate. «Das Testlabor kann den einzelnen Blutspendediensten in Puerto Rico innerhalb weniger Stunden sagen, welche Einheiten mit dem Zika-Virus infiziert sind und welche nicht. Das verbessert die Sicherheit der Blutversorgung insgesamt ganz erheblich.»

Schutz für die am stärksten Gefährdeten

Auch wenn Tausende Puerto-Ricaner bis zum Jahresende sichere Bluttransfusionen erhalten werden, sind es die am stärksten gefährdeten Empfänger, die wohl am meisten profitieren.

Für Menschen mit geschwächter Immunabwehr, die bis zu 75% aller Empfänger von Bluttransfusionen ausmachen können, kann Zika verheerend sein.8 Immunsupprimierte Patienten wie ältere Menschen oder Menschen mit Krebs können nun sicher sein, dass eine Transfusion ihre Gesundheit verbessert und nicht schädigt.

Auch für die Gesundheit von Frauen ist eine sichere Versorgung mit Blutkonserven unerlässlich. Am 13. Mai 2016 bestätigten die Gesundheitsbehörden von Puerto Rico den ersten Fall einer durch das Zika-Virus hervorgerufenen Mikrozephalie und betonten, dass weitere Fälle und andere Komplikationen in der Schwangerschaft nicht auszuschliessen seien.9 Dank zuverlässiger Screeningverfahren, die nun zur Verfügung stehen, können Schwangere sicher sein, dass Bluttransfusionen für sie selbst und ihr ungeborenes Kind nur ein minimales Risiko einer Zika-Infektion darstellen.

Blutscreening-Systeme liefern Ärzten lebenswichtige Informationen. Roche trägt durch die engagierte Entwicklung schneller, präziser und für hohe Volumina geeigneter Testtechnologien dazu bei, dass auch bei einem Ausbruch von Infektionskrankheiten sichere Blutspenden möglich sind und hilft, weltweit Leben zu retten.

Literatur
1 World Health Organization, World Hepatitis Day. Last accessed May 2016 at http://who.int/campaigns/hepatitis-day/2015/en/
2 World Health Organization, HIV/AIDS fact sheet. Last accessed May 2016 at www.who.int/mediacentre/factsheets/fs360/en/
3 World Health Organization, World Blood Donor Day 2016. Last accessed May 2016 at www.who.int/campaigns/world-blood-donor-day/2016/en/
4 Rasmussen, Sonja A. et al. Zika Virus and Birth Defects – Reviewing the Evidence for Causality. DOI: 10.1056/NEJMsr1604338, 13 April 2016. Last accessed May 2016 at www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMsr1604338
5 McNeil, Donald G. Puerto Rico Reports First Microcephaly Case Linked to Zika. The New York Times, 13 May 2016. Last accessed May 2016 at www.nytimes.com/2016/05/14/health/puerto-rico-reports-first-microcephaly-case-linked-to-zika.html?_r=0
6 Clarke, Toni. Zika-hit Puerto Rico prepares to import all of its blood supplies. Reuters. 19 February 2016. Last accessed May 2016 at www.reuters.com/article/us-health-zika-blood-insight-idUSKCN0VS0FI
7 The total number of donations screened (8,686) and the total number of units reactive for Zika (30) is drawn from data tracked by the Roche screening instrument and transmitted to the Roche Molecular Systems clinical study database established under the FDA Investigational New Drug framework. Weekly reports are shared with the FDA, the Centers for Disease Control and Prevention, the AABB and others monitoring the Zika outbreak in Puerto Rico. The number of patients prevented from contracting the virus (as many as 90) is calculated based on information provided by the American Red Cross, which notes that “a single blood donation may help up to three different people”. See: www.redcrossblood.org/donating-blood/donation-faqs.
8 Kamar N. et al. Hepatitis E. Lancet 2012;379:2477-2488.
9 Last accessed May 2016 at http://bigstory.ap.org/article/79f964354fe04abe8da34510d1b762a1/puerto-rico-reports-1st-zika-related-microcephaly-case

Tags: Patienten