Eine Geschichte von zwei Standorten

Etwa 21’000 Mitarbeitende von Roche arbeiten in Basel und San Francisco. Doch was verbindet diese beiden Städte neben Roche und Genentech und worin unterscheiden sie sich? Wir haben mit dem Standortleiter von Basel/Kaiseraugst und der Standortleiterin von South San Francisco gesprochen.

Unterschiede und Gemeinsam­keiten

Basel ist der Sitz der Unternehmenszentrale von Roche und South San Francisco der US-Hauptsitz von Genentech.

Am Standort Basel und Kaiseraugst befinden sich die Konzern- und die Divisionsleitungen sowie die Pharmaforschung mit dem Bereich Early Development, die Produktentwicklung, die Produktion und das Marketing. Kaiseraugst ist ein Eckpfeiler des weltweiten Produktions- und Logistiknetzwerks von Roche. Derzeit wird hier ein grosses IT-Innovationszentrum gebaut. Am Standort von Genentech in Kalifornien befindet sich die Nordamerika-Zentrale von Roche. Hier sind ein Forschungszentrum und der Bereich Early Development, Produktionsstätten sowie verschiedene Geschäftsfunktionen von Genentech beheimatet. Der Standort fungiert ausserdem als Vertriebszentrale in Nordamerika.

Doch was verbindet diese beiden Standorte darüber hinaus, und worin unterscheiden sie sich?

Unternehmenszentrale von Roche in Basel
Genentech in South San Francisco

Blühende Wirtschaftsräume

Die Region Basel ist der dynamischste Wirtschaftsraum in der Schweiz. Neben Finanzwirtschaft und Logistik ist die Stadt auch ein wichtiges Zentrum für die Biowissenschaften und Biotech-Unternehmen. Aufgrund der Nähe zu den Landesgrenzen Deutschlands und Frankreichs arbeiten in Basel viele Grenzgänger.

Die Bucht von San Francisco ist vor allem als Zentrum der Informationstechnologie, der Bio- und Nanotechnologie, der Halbleiterindustrie und der erneuerbaren Energien bekannt. Facebook, Google und Apple sind nur einige Namen grosser Unternehmen, die sich in der Nachbarschaft von Genentech befinden.

Interessantes und Kurioses

Besucher auf dem Areal
Bekanntester Sportclub
Entfernung zum Stadtzentrum
Entfernung zur nächsten Landesgrenze
Ältestes Gebäude
Höchstes Gebäude

Wasser

Basel liegt am Rhein, fünf befahrbare Brücken verbinden das links des Flusses gelegene Grossbasel mit Kleinbasel auf der anderen Seite. San Francisco liegt an der gleichnamigen Bucht am Pazifik. Und auch hier spielen Brücken eine wichtige Rolle: Die Golden-Gate-Brücke, die den Norden der Stadt mit dem Süden des Marin County verbindet, ist das Wahrzeichen der Stadt.

Berge

Wer Fahrrad fährt, kann bestätigen, dass es in Basel häufig bergauf und bergab geht. Bekannt für seine Hügel ist San Francisco, ab 30 Metern werden sie als «Hills» bezeichnet. Insgesamt gibt es 42 davon.

Erdbeben

Beiden Städten droht die Gefahr von Erdbeben. Die Nähe zum Sankt-Andreas-Graben bescherte der kalifornischen Stadt schon mehrere grosse Erschütterungen. Das verheerendste Beben war im Jahr 1906. Basel liegt am Oberrheingraben, einem sehr aktiven Erdbebengebiet. 1356 wurde die Stadt vom bis dato stärksten Erdbeben nördlich der Alpen erschüttert und grösstenteils zerstört.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Einwohner
Sonnenstunden pro Jahr

Die beiden Städte haben vieles gemeinsam, doch natürlich lassen sich auch viele Unterschiede ausmachen. Der auffallendste ist wohl die Einwohnerzahl. In der trinationalen Agglomeration Basel leben rund 900’000 Menschen, die Bay Area von San Francisco zählt 7,1 Millionen Einwohner. Oder die Tatsache, dass man in San Francisco fast doppelt so viele Sonnenstunden pro Jahr geniessen kann. Nicht zu vergessen sind allerdings die Schneemänner, die man an kalten Wintertagen in Basel bauen kann.

Die Standort­leitungen

Carla Boragno leitet den Standort South San Francisco, Jürg Erismann ist Standortleiter von Basel/Kaiseraugst.

Was macht Roche Basel und Genentech zu den «besten Arbeitgebern» in der Region?

Carla Boragno: Unsere Mission, Medikamente zu entdecken und zu entwickeln, um wichtige medizinische Bedarfslücken zu schliessen, zieht die besten Kräfte an. Unsere Arbeit verbessert das Leben vieler Menschen und das motiviert unsere Mitarbeitenden.

Jürg Erismann: Ich selbst bin seit 25 Jahren dabei und würde Roche jederzeit als grossartigen Arbeitgeber empfehlen. Die Unternehmenskultur stellt den Menschen ins Zentrum. Einerseits unsere Mitarbeitenden, denen wir ein Umfeld der Wertschätzung bieten. Andererseits ist das Wohl der Patienten das gemeinsame Ziel, dem unsere ganzen Anstrengungen gelten.

Ein Standort ist so komplex und vielfältig wie eine kleine Stadt. Welches sind die eigentlichen Herausforderungen an Ihrem Standort?

Carla Boragno: Ein Arbeitsumfeld zu schaffen und zu erhalten, das unsere Mitarbeitenden darin unterstützt, ihr Bestes zu geben.

Jürg Erismann: Dank Investitionen in Höhe von mehr als 3 Milliarden Schweizer Franken in Basel und Kaiseraugst haben wir die Chance, die heutigen und die zukünftigen Bedürfnisse des Hauptsitzes und Arbeitsplatzes von 9’500 Mitarbeitenden neu zu gestalten. Dies ist aber ein langjähriger Prozess, und es ist wichtig, auch in den kommenden zehn Jahren ein Arbeitsumfeld zu bieten, das trotz Baustellen alle Mitarbeitenden optimal unterstützt. Wir müssen zudem vielen anderen Anspruchsgruppen, wie den Nachbarn oder der Stadt Basel, gerecht werden. Roche wächst und gedeiht hier seit rund 120 Jahren. Wir möchten die guten Beziehungen auch in der Zukunft weiterführen.

Angenommen, Sie könnten ein Projekt Ihrer Wahl ohne Einschränkungen für Ihren Standort umsetzen – in was würden Sie investieren?

Carla Boragno: In Hochgeschwindigkeitsfähren, die unsere Mitarbeitenden von mehreren Orten der Bay Area aus zu unserem Campus bringen könnten, ohne dass sie so viel Zeit auf der Strasse verbringen müssten.

Jürg Erismann: Der Verkehr ist ein grosses Thema. Wie bereits von meinem Vorgänger Mathias Baltisberger vorgeschlagen, würde ich eine Monorail von Basel nach Kaiseraugst finanzieren.