Informationen als Hoffnungsträger für Krebspatienten

Mit der Partnerschaft zwischen Roche und Foundation Medicine, Inc. beginnt ein neues Kapitel der Nutzung molekularer Informationen bei der Wahl der richtigen Therapie für Krebspatienten.

Roche hat kürzlich eine Mehrheitsbeteiligung an dem auf molekulare Informationen spezialisierten Unternehmen Foundation Medicine, Inc. (FMI) erstanden. Die eingegangene Zusammenarbeit hat das Potenzial, die personalisierte Gesundheitsversorgung in der Onkologie weiter voranzubringen.

Bis vor kurzem wurden Krebserkrankungen fast ausschließlich nach dem betroffenen Organ oder Stelle im Körper kategorisiert, also am Entstehungsort,  wie etwa Brust, Dickdarm, Blut, Haut und Lunge. Forscher stellen heute aber immer häufiger fest, dass bedeutende Unterschiede mit Bezug auf zugrundeliegende DNA-Veränderungen vorliegen, die das Krebswachstum fördern – sogar innerhalb derselben Krebsart.  Gleichzeitig liegen bei unterschiedlichen Krebsarten gemeinsame identifizierende Genommuster vor. Somit können manche Krebserkrankungen über ihre Genomunterschiede oder ihre zugrundeliegenden Ähnlichkeiten nun genauer unterteilt werden.

FMI hat es sich zur Aufgabe gemacht, den heutigen großen Bedarf zu decken und dieses umfassende Genomprofil oder diese molekularen Informationen auf eine klare, nutzbare Weise zu präsentieren, um Ärzte in ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen.  

Eine Spitzenzusammenkunft

Roches tiefgreifendes Verständnis für die Biologie der Krebserkrankung, gepaart mit den Sequenzierungsdaten und realen Genominformationen von FMI wird es uns ermöglichen, das Design klinischer Studien zu verbessern und ihre Ergebnisse auf der Grundlage von molekularen Informationen besser zu verstehen.

Jason Coloma
Von Anfang an haben wir gespürt, dass molekulare Informationen die Strategie unserer Personalisierten Medizin, also wie wir Patienten diagnostizieren und therapieren, weiter voranbringen würden
Jason Coloma, Head of Oncology and Cancer Immunology Partnering at Roche.
Garret Hampton
Diese Partnerschaft ist für beide Unternehmen spannend, da sie uns dabei helfen wird, wie wir unsere Arzneimittel entwickeln, Behandlungsverfahren für Krebspatienten zu optimieren und personalisierte Gesundheitsversorgung in der Onkologie voranzubringen
Garret Hampton, Vice President, Oncology Biomarker Development and Companion Diagnostics in gRED/Genentech.

Klinisch relevante Veränderungen in vier von fünf Fällen

Nur ein Stück Krebsgewebe mit der Größe einer halben Erbse wird für die Durchführung aller Tests benötigt, um die erforderlichen Genominformationen zu erlangen. Der Bericht an den behandelnden Arzt enthält eine Liste der Genomveränderungen, von denen angenommen wird, dass sie den Krebs begünstigen. Zudem erhält der Arzt  eine Übersicht über alle verfügbaren Therapien, die bei der gezielten Behandlung dieser Veränderungen helfen können.

Wir haben Vincent Miller, Chief Medical Officer von FMI, gebeten zu beschreiben, wie wichtig alle diese Informationen generell sind. „In vier von fünf Fällen stellen wir eine klinisch relevante Genomveränderung (CRGA) fest. Das sind 80 Prozent, ein sehr hoher Anteil“, sagte er. „Viele Ärzte in Gemeinschaftspraxen nehmen häufig nicht an klinischen Studien teil, ich würde also schätzen, dass sie zurzeit unsere Informationen nur in etwa einem Viertel der Fälle nutzen könnten. Die Vision und Kreativität von Roche und das Bestreben des Unternehmens, Arzneimittel dort hinzubringen, wo sie gebraucht werden, passt optimal zu FMI.

Bei allen diesen molekularen Informationen geht es wirklich darum, die Ergebnisse der Tests nützlicher und aussagekräftiger zu gestalten.“

Vorreiter in der Technologie

Foundation Medicine, Inc. (FMI), im Jahr 2009 gegründet, befasst sich mit dem Generieren ausführlicher Genomdaten zu Krebserkrankungen mit dem Ziel, dem behandelnden Arzt verwertbare Informationen bereitzustellen und dem Patienten die wirksamste verfügbare Behandlung zu bieten.

FMI hat hunderte von Genen, die bekanntermaßen mit Krebs assoziiert werden, umfassend ausgewertet und die Krebsgenome von über 60.000 Patienten mithilfe von DNA-Sequenzierungsverfahren der nächsten Generation profiliert.

2013 wurde FMI vom Weltwirtschaftsforum zu einem der weltweit führenden Technologie-Pioniere benannt. Das im September 2012 eingeführte Assay FoundationOne ist das einzige kommerziell erhältliche Produkt zur Gewinnung umfassender molekularer Daten für den Einsatz bei der routinemäßigen Behandlung von Patienten mit soliden Tumoren.

Tags: Wissenschaft, Partnerschaften