Bessere Optionen für Lungenkrebspatienten

Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren ist Lungenkrebs mit zirka 1,8 Millionen Fällen pro Jahr1 immer noch die weltweit häufigste Krebserkrankung, verantwortlich für die grösste Zahl von Krebstodesfällen – ungefähr 1,6 Millionen pro Jahr.1 Daher bleibt der Innovationsbedarf bei Lungenkrebs hoch.

Wie alle Krebserkrankungen ist Lungenkrebs eine hinterlistige Erkrankung. Der Tumor kann sich im Zeitverlauf verändern und mutieren. Eine der wichtigsten Aufgaben für den behandelnden Arzt ist es, spezifische Mutationen im Tumor eines Patienten zu erkennen, um festzustellen, ob dieser von bestimmten Therapien profitieren würde.

Chirurgische Biopsien – ein belastender Eingriff

Die Tumorbiopsie ist ein wichtiges Verfahren bei Krebspatienten. Sie gibt entscheidende Informationen zur Diagnose, Prognose und Wahrscheinlichkeit eines Ansprechens auf eine Behandlung bzw. einer Resistenz dagegen.

Bei Lungenkrebs – hier wird die Diagnose meist erst in einem spätem Stadium gestellt, wenn die Patienten bereits schwer krank sind – kann die chirurgische Biopsie jedoch eine wahre Tortur sein. Zudem sind vor allem diese Patienten manchmal zu krank für eine Biopsieentnahme, oder es kann nicht genügend Tumorgewebe für einen genetischen Test gewonnen werden.

Eine einfache Methode, dem Lungenkrebs auf der Spur zu bleiben

Eine Flüssigbiopsie ist eine einfache und nichtinvasive Alternative zu chirurgischen Biopsien. Damit können Ärzte aus einer Blutprobe zahlreiche Informationen über einen Tumor gewinnen. Spuren von Krebs-DNA im Blut können Hinweise darauf geben, welche Behandlungen beim betreffenden Patienten am wirksamsten sein könnten.

Mit einer Flüssigbiopsie können Mutationen im EGFR(epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor)-Gen nachgewiesen werden, die bei 10–35% der Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) vorliegen.2 Dies hilft Ärzten, die richtige Behandlung für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt zu finden.

“Flüssigbiopsien könnten die Krebsdiagnostik entscheidend verändern”, so Miro Venturi, Global Head Diagnostics Biomarkers. “Im Hinblick auf die Akzeptanz durch Patienten und das Krankheitsmanagement liegen die Vorteile nichtinvasiver, schneller und leicht wiederholbarer Tests auf der Hand. Und längerfristig gesehen könnten mit Flüssigbiopsien Frühzeichen von Krebs erkannt werden, bevor Symptome auftreten. Dies könnte die Art und Weise, wie wir Krebs verstehen und behandeln, entscheidend verändern.”

Flüssigbiopsie: Antworten auf Ihre Fragen

  1. Für welche Krebserkrankungen wird sie verwendet? Die Forschung erfolgte zunächst vor allem bei Lungen-, Brust- und Prostatakrebs. Diese Methode wird jedoch voraussichtlich bei allen Krebstypen zum Einsatz kommen.
  2. Wann wird sie verfügbar sein? Flüssigbiopsietests sind in einigen Ländern bereits zugelassen und verfügbar und in vielen anderen Ländern in der Entwicklung. Diesbezüglich ist eine Umwälzung in der Tumordiagnostik zu erwarten.
  3. Sind chirurgische Biopsien jetzt überflüssig? Nein – sie sind immer noch der Goldstandard. Die Flüssigbiopsie steht noch am Anfang, und es sind noch einige Fragen dazu offen – z.B. inwieweit die Testgenauigkeit bei verschiedenen Tumortypen und Krankheitsstadien variiert.

Literatur
1. Weltgesundheitsorganisation. GLOBOCAN 2012. Online unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_cancer.aspx?cancer=lung 
2. My Cancer Genome. EGFR in Non-Small Cell Lung Cancer (NSCLC). Online unter: http://www.mycancergenome.org/content/disease/lung-cancer/egfr/

Tags: Oncology, Diagnostics, Wissenschaft