Neue Strategie für Afrika

Roche möchte Leben von Patienten auf dem Kontinent mit neuer Strategie verbessern

Afrika ist ein Kontinent mit enorm viel Potenzial. Er umfasst 54 Staaten mit mehr als einer Milliarde Menschen. Wenngleich jeder Vierte (330 Millionen Menschen) ein mittleres bis hohes Einkommen aufweist, ist Afrika nach wie vor meist von Negativschlagzeilen geprägt. Dennoch kommt die Welt nicht umhin, die wachsende wirtschaftliche Bedeutung und Geschäftsmöglichkeiten des Kontinents zur Kenntnis zu nehmen. Mit der jüngst verkündeten «Africa Strategy» möchte Roche ihr Engagement in Teilen Afrikas verstärken.

«Seit 2005 steigt das Bruttoinlandprodukt in Afrika im Durchschnitt um fünf Prozent pro Jahr. Ziel der „Africa Strategy“  von Roche Pharma ist es, Patienten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara (SSA) den Zugang zu unseren innovativen Medikamenten zu erleichtern und eine attraktive und nachhaltige Geschäftsmöglichkeit für Roche zu erschliessen. Dies soll auf umfassende und konforme Weise erfolgen und für die Patienten in der Region mit einem hohen Nutzen verbunden sein», erklärt Peter Hug, Leiter Pharma EEMEA.

Die Strategie fokussiert auf 20 Staaten und soll stufenweise umgesetzt werden, beginnend mit sieben Staaten 2015. Besonderes Augenmerk gilt der Virushepatitis und den Krebserkrankungen bei Frauen, wie Brust-, Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs. Nicht ohne Grund: 2012 ergaben Schätzungen eine Zahl von mehr als 150 Millionen Fällen von Hepatitis B in SSA, während bei 400 000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert wurde und in Afrika jedes Jahr schätzungsweise 54 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs sterben.

Ein „Africa Strategy“-Implementierungsteam übernimmt die regionale Koordination und Unterstützung der teilnehmenden Staaten, die Vorschläge für weitere Initiativen erarbeiten und einreichen werden, um Patienten den Zugang in ihren Märkten zu erleichtern. Einige Initiativen wurden bereits umgesetzt. So hat das ivorische Roche-Team eine Vereinbarung mit der Regierung geschlossen, damit Geringverdienende über ein vierstufiges Programm  Hilfe zur Brustkrebs- und Hepatitisbehandlung erhalten. Hierbei soll die Zahl der behandelten Brustkrebspatientinnen um das Achtfache, die Zahl der Hepatitis B- und C-Patienten um das Fünffache gesteigert werden.

Grosse Herausforderungen

Dennoch bleiben Geschäftsaktivitäten in diesen Ländern eine Herausforderung. «In SSA gibt es oft enorme Zugangsbarrieren, die zu überwinden sind», so Charles Fordjour, Leiter des „Africa Strategy“-Implementierungsteams. «In den meisten Ländern mangelt es an Fachärzten und an der Qualität von Gesundheitseinrichtungen. Die Regierungen sind nicht in der Lage, auf die Krebstherapie zu fokussieren, und ihr Know-how über Biologika ist sehr begrenzt.» Das ergibt neben Problemen wie fehlende lokale Prävalenzdaten, Unsicherheiten bei der Qualität der Lieferketten und begrenzte Gesundheitsfinanzierung ein eher ernüchterndes Bild.

Es gibt jedoch viele Pluspunkte, die Afrika zu einem Ort mit hohem Potenzial machen. So soll die Bevölkerung bis 2020 schätzungsweise auf 1,3 Milliarden anwachsen, gleichauf mit China. Bis dahin dürften die Pharmaausgaben pro Kopf von den derzeit 17,4 USD auf rund 40 USD steigen, was in etwa den aktuellen Zahlen in China entspricht. Somit ist einiges im Entstehen. Ausserdem profitieren manche Staaten von Auslandsinvestitionen, und Regierungswechsel begünstigen das Klima für Wirtschaftsreformen.

Was Roche tun kann

Die Strategie umreisst auch die Rolle, die Roche bei der Überwindung der genannten Barrieren spielen kann. Hauptziel der Präsenz in SSA ist der Aufbau von Partnerschaften, um die Regierung zu bestärken, auf die Gesundheitsversorgung. «Dazu müssen wir uns für die Förderung der Finanzierung und Infrastruktur einsetzen. Es ist jedoch klar, dass die Errichtung von Krankenhäusern, Einstellung von Ärzten, Arzneimittelspenden oder der Bau von Produktionsanlagen vor Ort nicht die Aufgabe von Roche ist», erklärt Fordjour.

«Roche kann bei der Gesundheitsförderung in SSA eine tragende Rolle übernehmen – durch die Schulung von Gesundheitsfachpersonen und die pragmatische Erhebung von epidemiologischen und soziodemografischen Daten. Wir können als Katalysator dienen, indem wir mithilfe von Roche Diagnostics Unternehmen für den Bau von Krankenhäusern und für medizinische Geräte in die Region bringen. Als vertrauenswürdiger Partner kann Roche zudem politische Entscheidungsträger bei Fragen rund um die Verbesserung von Gesundheitssystemen unterstützen», ergänzt er.

Während das Vorhaben viel Arbeit und Planung erfordert, um Früchte hervorzubringen, sollen bis 2020 weitere 56 000 Patienten in Ländern südlich der Sahara Zugang zu Therapien erhalten – ein sinnvolles und wirkungsvolles Ziel, für das es sich einzusetzen lohnt.

Über die Region

  • Sub-Sahara umfasst die Länder Afrikas südlich der Sahara.
  • Politisch umfasst der Begriff alle Länder, die ganz oder teilweise südlich der Sahara liegen (ausser Sudan / Süd Sudan)
  • Für Roche Pharma gehört der afrikanische Kontinent zur Region EEMEA (Osteuropa, Naher Osten und Afrika).
  • Organisatorisch wird Roche Pharma in Afrika von zwei Zentren geleitet: dem Management Center Nord- und Westafrika und dem Management Center Süd- und Sub-Sahara-Afrika.
  • In den Ländern südlich der Sahara leben 800 bis 850 Millionen Menschen. Bis 2020 rechnet man mit einem Anstieg auf rund 1,3 Milliarden.
  • Die Lebenserwartung liegt im Durchschnitt zwischen 41 und 73 Jahren.
  • Herausforderungen des öffentlichen Gesundheitswesens: Bis vor kurzem lebten 69 Prozent aller HIV-Infizierten und Aids-Kranken in Afrika südlich der Sahara. Malaria ist in dieser Region endemisch. Weltweit treten hier die meisten Malariaerkrankungen und Todesfälle durch Malaria auf.

Tags: Nachhaltigkeit, Afrika