Das Schullabor Experio Roche

Anfang 2015 wird das Aus- und Weiterbildungszentrum in Kaiseraugst offiziell seinen Betrieb aufnehmen

Wie bringe ich den kleinen Lego-Roboter dazu, in die Richtung zu fahren, die ich ihm vorgebe? Und wie schaffe ich es, dass er die von mir erwünschten Arbeiten ausführt? Die Lösung des Problems liefern die Programmierung und die Robotik. Frei nach dem Motto «keiner zu jung, ein Programmierer zu sein», tüftelten rund 20 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren anlässlich eines Testlaufs für das neue Schullabor Experio Roche mit Roboter und Laptop an der Steuerung des kleinen Lego-Teils herum. So viel zur Informatik. Zur Technik sind verschiedene Experimente wie beispielsweise Elektronik, Elektrik, Radioaktivität oder Optik bearbeitet worden. Die naturwissenschaftliche Neugier wurde mit der farbenfrohen pH-Bestimmung bei Haushaltmitteln unter Verwendung eines Rotkraut-Indikators geweckt.

Ab Januar 2015 werden regelmässig Schulklassen ganz unterschiedlicher Altersstufen im Schullabor im neuen Aus- und Weiterbildungszentrum in Kaiseraugst zu Besuch sein. Für Ueli Grossenbacher, Leiter Berufsausbildung, eröffnet das Schullabor eine Chance für Roche: «Interessierte und qualifizierte junge Menschen für die diversen von uns angebotenen Lehrstellen zu finden, wird immer schwieriger.»

Darum sei es wichtig, erklärt der Leiter von Experio Roche, Serge Corpataux, bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig das Interesse und die Begeisterung an den so genannten MINT-Fächern zu wecken. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Im Schullabor sollen Forscherdrang und Krea-tivität gefördert werden. Die Kinder und Jugendlichen werden gemäss ihres Vorwissens abgeholt, bei konkreten Forscheraktivitäten unterstützt und zum Nachdenken angeregt. Auch die Dokumentation und Reflexion der Versuche und deren Ergebnisse gehören zum Projekt.

Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass dieses in der Region einzigartige Schullabor für alle eine Win-win-Situation kreiert. Die Roche-Berufsbildung kann sich bei zukünftigen po-tenziellen Lernenden als wettbewerbsfähiger Ausbildungsort präsentieren. Ferner hofft man, durch das breite Angebot Bildungsbarrieren und geschlechterspezifische Vorbehalte abbauen zu können. Und schliesslich finden Schulen im Labor eine tolle Möglichkeit, den Unterricht in den besagten Fächern zu ergänzen und mit neuen Elementen anzureichern. Das Angebot richtet sich an Primar- und Sekundarschulstufen. Das Programm kann dem Alter und dem Ausbildungsstand angepasst werden.

Serge Corpataux ist überzeugt, dass Experio Roche ein wirklich einmaliges Angebot darstellt. Nicht zuletzt, weil das Schullabor im gleichen Gebäude untergebracht ist, in dem auch jede Menge Fachleute mit direktem Praxisbezug arbeiten: «Dank der modernen Infrastruktur können wir alle Kurse in Klassengrösse anbieten und je nach Thema Fachleute und Lernende vor Ort miteinbeziehen.» Viele Themen, so Corpataux, scheiterten in den Schulen am Material.

Wir bieten den Schulen die Möglichkeit, den Unterricht mit neuen Elementen anzureichern
Serge Corpataux

Das Roche-Schullabor stellt die Infrastruktur für einfache aber auch hochtechnische Versuche zur Verfügung. Lehrer können hier Themen vertiefen, was in der Schule aufgrund der ein-fachen Ausstattung oft nicht möglich ist.

Vorläufig sind zwei bis drei Besuche pro Woche angedacht. Die Zielgruppen sind breitgefächert: Nebst den Schulklassen mit Kindern ab dem 10. Altersjahr soll das Labor auch im Rahmen der Aktion Ferienpass genutzt werden. Im Gespräch ist zudem ein Berufswahlparcours oder ganze Themenwochen. Aber auch Berufsberater oder Teilnehmende von Lehrerfortbildungen kommen als mögliche Besucher des Labors in Frage. Die Verantwortlichen sind da sehr offen.

Tags: Nachhaltigkeit, Philanthropie