DNA steht für Diversity Network Associations

Die Abkürzung DNA steht für «Diversity Network Associations». Gruppen wie «Developing the Next Generation of Leaders» oder «African Americans in Biotechnology» repräsentieren die Vielfalt der Belegschaft.

Desoxyribonukleinsäure (DNA) ist der Kernbestand jeden Lebens, und die DNA-Rekombinationstechnologie gilt als bahnbrechende Innovation, die auch an der Wiege der 1976 gegründeten Genentech steht – eine der weltweit ersten Biotechnologiefirmen überhaupt. Um die Bedeutung dieses «Moleküls des Lebens» zur Erfüllung der Mission des Unternehmens zu unterstreichen, wurde vor einigen Jahren sogar die Adresse der Genentech-Zentrale in South San Francisco in «One DNA Way» abgeändert.

Es gibt aber noch eine andere DNA – die Diversity Network Associations (DNA). Dieses besondere Glied in der DNA-Kette verkörpert – und lebt – den Vielfalts- und Inklusionsgedanken im Firmenalltag. Sie zielt dabei auf die Förderung einer vielfältigen Mitarbeiterschaft im Kontext einer inklusiven Kultur, bei der unterschiedliche Perspektiven begrüsst und Menschen ungeachtet ihrer Herkunft mit Respekt behandelt werden. Monica L. Poindexter, Leiterin Corporate Diversity & Inclusion, bringt es wie folgt auf den Punkt: «Wir schaffen eine Kultur, in der Verschieden­artigkeit geschätzt und gefördert wird. Wir streben grösstmöglicher Vielfalt an und fördern damit Innovation. Daher können wir branchenweit an der Spitze mitspielen, um grosse medizinische Herausforderungen zu bewältigen.»

Von der Selbsthilfeguppe zur strategischen Ressource

Die ersten DNA-Gruppen entstanden meist als Initiative einzelner Mitarbeitender. Sie hatten sich zusammengeschlossen, um Gleichgesinnte anzuziehen. Mit der Zeit entwickelten sie sich aber mehr und mehr zu strategisch ausgerichteten Teams, die sich an Firmeninitiativen und bei Gemeindeprojekten engagierten.

Alles begann in den frühen 1990er-Jahren mit der Gründung der allerersten DNA-Gruppe, der African Americans in Biotechnology (AAIB). Dazu Lisa Tealer, Vorsitzende des Diversity Councils bei Genentech: «AAIB wurde anfänglich von einigen Mitarbeitenden als Selbsthilfegruppe gegründet und dehnte sich dann auf Bereiche wie Rekrutierung, Führungskräfteentwicklung und Gemeinschaftsinitiativen aus. Angesichts des verlagerten Schwerpunkts von AAIB ersuchte die Gruppe das Unternehmen um Unterstützung. Seither werden DNA-Gruppen von Mitarbeitenden und der Firma gemeinsam gefördert.»

Ein gutes Beispiel einer solchen gemeinschaftlichen Aktivität ist der «Ground Hog Job Shadow Day» – ein nationales Programm, das Mittelschülern Einblick in verschiedene Berufe einer Firma gewährt. Genentech macht seit 15 Jahren an diesem Programm in South San Francisco mit. Freiwillige Helfer aller DNA-Gruppen organisieren den Event und führen als Gastgeber die Schüler durch das Programm.

Vom Leadership Summit zur Pride Parade

Genentech Women Professionals (GWP) ist eine weitere DNA-Gruppe, die ein Umfeld schaffen möchte, in dem sich engagierte Frauen auf allen Ebenen erfolgreich einbringen können. Eine jährliche Grossveranstaltung von GWP ist der Women’s Leadership Summit, bei dem sich Firmenvertreter und über 400 weibliche Führungskräfte vernetzen und sich einen Tag lang mit beruflicher Entwicklung sowie aktuellen Arbeitsplatz- und Führungsfragen befassen. GWP wurde vor fünf Jahren gegründet und ist seither um stolze 400 Prozent gewachsen. Damit ist GWP heute die grösste DNA-Gruppe insgesamt und vertritt über ein Drittel aller Mitarbeiterinnen des Unternehmens.

Seit acht Jahren nimmt Genentech auch an der Gay Pride Parade in San Francisco teil und war in diesem Jahr zum dritten Mal Firmensponsor dieses Events. An der Parade haben sich Firmenvertreter und Kadermitglieder von Genentech und Roche beteiligt, die mit Angehörigen der DNA-Gruppe Genentech Out & Equal (GO&E) sowie Familien und Freunden über 500 Mitwirkende zählten.

GO&E-Mitglied Dustin Ensign betont: «Was wir dieses Jahr anders gemacht haben, ist, dass wir Patienten auf unseren Umzugswagen geholt haben. Mit einem riesigen Poster, auf dem vier von ihnen zu sehen waren, haben wir gezeigt, welch wichtige Arbeit wir leisten. Die Leute wissen, dass wir stolz darauf sind, wer wir sind, aber sie sollen auch wissen, dass wir sehr stolz auf das sind, was wir tun.»

Das DNA-Netzwerk umfasste 2006 acht Gruppen und hat sich mit heute 17 Gruppen seither mehr als verdoppelt. Und es wächst weiter: Derzeit bilden sich zwei neue DNA-Gruppen – GVDT (Genentech Veterans Diversity Team) in South San Francisco und gSpectrum (für Menschen mit Behinderung).

Mit diesem Wachstum gehen natürlich neue Möglichkeiten und Herausforderungen einher. Lisa Tealer bringt es auf den Punkt: «Jetzt, wo die Integration weitgehend abgeschlossen ist, müssen wir Status und Zweckmässigkeit der DNA-Gruppen einmal grundsätzlich an­schauen und die Schaffung eines Modells ins Auge fassen, welches das Wachstum dieser Gruppen und Änderungen in der Firmenorganisation nachhaltig unterstützen kann. Im Vordergrund sollen all jene Massnahmen stehen, die das Engagement der Mitarbeitenden und die Entwicklung der Führungskräfte fördern helfen, um die ganze Organisation weiterzubringen.»

Die DNA-Reise bleibt also weiter spannend und lässt für die nächsten Jahre interessante neue Perspektiven erwarten.

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