Reine Kopfsache

Mitarbeitende von Genentech wollen Kurse in Entschleunigung und Regenerierung erteilen

Bei Wissenschafts- und Geschäftsprofis stehen analytische, logische und rationale Denkprozesse der linken Gehirnhälfte oft im Vordergrund. Studien belegen, dass es vor allem für Mitarbeitende von wissenschaftsorientierten Unternehmen wichtig ist, die intuitiven, kreativen und emotionalen Fähigkeiten ihrer rechten Gehirnhälfte zum Einsatz kommen zu lassen und so zu entschleunigen. Deshalb kam einigen Kollegen vom Genentech Campus in South San Francisco (SSF) im letzten Jahr die Idee, Achtsamkeitskurse zu veranstalten.

«Technologie ist allgegenwärtig. Auch wenn sie nützlich ist, kann sie das Gefühl auslösen, ständig im ‹Bereitschaftsmodus› zu sein. Anpassungsfähigkeit an stetigen Wandel ist die neue Normalität, und alles scheint immer schneller zu gehen. Der tägliche Stress – sei er privat oder beruflich – kann zur Abkoppelung von uns selbst und anderen führen, bis hin zur emotionalen Erschöpfung», so Connie White, HR.

«Ob Einzel- oder Grossraumbüro – überall können Stressfaktoren auftreten. Deshalb ist es wichtig, dass wir inmitten aller Aktivitäten unsere Mitte und innere Ruhe finden. Das hilft uns, positiv aufzutreten, angemessen zu reagieren und uns auf unsere Aufgabe zu konzentrieren. Das ist wichtig für uns alle bei Genentech, ja für alle bei Roche. Achtsamkeit kann uns sehr dabei helfen».

Was ist Achtsamkeit?

David Wieand, Senior Manager bei Pharma Development (PD) und Mitgründer der Achtsamkeitsinitiativen, ist der gleichen Meinung: «Achtsamkeit ist eine Art Bewusstsein, bei der man ganz für den Moment da ist, sich seiner Gedanken, Emotionen und Umgebung bewusst ist, ohne sich hiervon ablenken zu lassen. Sie zeichnet sich aus durch Offenheit und Akzeptanz und ist eine Fähigkeit, die mit Meditationstechniken, wie Atem- und Konzentrations­übungen, entwickelt werden kann. Die angst- und depressionsmindernde Wirkung achtsam­keitsbasierter Therapien ist dokumentiert, ausserdem verbessert sie die Aufmerksamkeit».

Jetzt finden sie zweimal monatlich statt, jeweils eine halbe Stunde. Dazu gibt es alle zwei Monate F&A-Sitzungen. Im Durchschnitt sind je 25 Teilnehmer dabei.

Eine Chance, sich zu regenerieren

«Wir müssen uns immer wieder auffrischen, um präsent, fokussiert, gesund und engagiert bleiben zu können. Unsere Arbeitsleistung profitiert davon, wie auch unsere Familie. Und auch unsere Produktivität. Achtsamkeitstraining wird immer wieder mit erhöhter Aufmerksamkeit, Fokussierung, Einsatzbereitschaft und Produktivität in Verbindung gebracht», betont Wieand.

Diana Chow: «Wir wünschen uns mehr Achtsamkeit bei Genentech. Auch unsere Kollegen sollen davon profitieren, nachdem wir erlebt haben, was sie bei uns, unseren Freunden und Angehörigen bewirkt hat. Wir alle leisten jeden Tag grossartige Arbeit, die einiges abverlangt. Wenn wir entschleunigen, erfahren wir wieder innere Ruhe und Freude, um dann erneut zu Höchstleistungen auflaufen zu können».

Spürbarer Nutzen

Der Nutzen ist für die Teilnehmer spürbar: «Achtsamkeitsmeditation ist genau richtig für mich. Am Ende meines ersten Gruppenkurses stellte ich erstaunt fest, dass meine Brustmuskelschmerzen verschwunden waren. Diese Übungen sind gut für Körper und Geist», so Kate Haratonik von PD Quality. «Ich mache schon eine Kurzübung, wenn ich im Büro ankomme, finde es aber toll, dass es eine Möglichkeit zur Gruppenmeditation vor Ort gibt. Ich habe nicht immer Zeit für die Kurse, aber wenn ja, kehre ich entspannter, glücklicher und oft ein bisschen motivierter oder inspirierter zum Arbeitsplatz zurück», ergänzt eine andere Teilnehmerin.

Die Gruppe plant jetzt, diese Kurse mit dem regelmässigen Wellnessangebot in SSF und an globalen Standorten zu verknüpfen. «Wir möchten diese Initiative auf andere Standorte ausweiten», so Wieand.

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