Green Information Technology: Wiederverwerten und profitieren

Durch die Bereitstellung von Tools und Systemen versucht Group Informatics Innovation zu ermöglichen – aber auch ökologische Nachhaltigkeit.

Green IT ist weder ein Schlagwort noch ein Projekt, das in der Roche-IT die Runde macht. Es ist eine Haltung, die es möglichst oft in Taten umzusetzen gilt, um Nachhaltigkeit bei Roche zu fördern. Und dies wird mit grossem Einsatz getan.

Im Zuge des letztjährigen BlackBerry-Austauschs gegen iPhones wurden rund 18’000 Geräte an lokalen IT-Service Desks zurückgegeben, was den Anstoss zu einem globalen Recyclingprogramm gab. Nun können gebrauchte Handys und iPads samt Zubehör an allen Service Desks abgegeben werden. Ein sicherheitsgeprüftes Partnerunternehmen erwirbt diese und kümmert sich um die Datenlöschung sowie das Recycling. Während die meisten Geräte für das Recycling in Einzelteile zerlegt werden, werden andere für die Weiternutzung wiederverkauft. Ein ähnliches Konzept wird auch für Drucker und Druck-Patronen angewandt, damit kein Müll mit IT-Equipment gefüllt wird.  

Ein weiteres Beispiel in Sachen Green IT zeigt sich durch die Optimierung von Daten Centern, die in der Regel einen hohen Stromverbrauch aufweisen. Dieser kann durch bessere Kühlktechniken verringert werden, wie es beispielsweise am Standort Indianapolis getan wird. Durch die Nutzung  des kalten Klimas in Indiana während der Herbst-, Winter- und Frühlingszeit können die Stromkosten für die Server-Kühlung an rund 200 Tagen jährlich eingespart werden. Dies wird erreicht, indem die Server in Heiss- und Kaltgängen organisiert werden, wobei sichergestellt wird, dass kühlende Luft von Aussen zu den Servern gelangt. Zudem kann die Hitze, die von den Servern erzeugt wird, genutzt werden, um benachbarte Roche-Gebäude zu beheizen. Dies wird etwa in Kaiseraugst getan, wo auch die neuartige Server-Kühlung im Einsatz ist.  Durch beide Ansätze können am Standort Kaiseraugst jährlich rund 6’000 Megawatt-Stunden Strom eingespart werden, was einer Kostensenkung von rund 750’000 Schweizer Franken gleichkommt.

Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Ein weiterer Beitrag zur Nachhaltigkeit wird durch den Einsatz von High Density Data Center (HDDC) geleistet. Deren Rechenleistung pro Quadratmeter ist 24-mal höher als die von herkömmlichen Rechenzentren. Dies bedeutet, dass sie 24-mal weniger Raum brauchen, der gekühlt und gewartet werden muss. Doch HDDCs sind nicht nur leistungsfähiger, sie brauchen auch 25 Prozent weniger Strom als traditionelle Systeme. So wurden sie bereits in allen strategischen Daten Centern bei Roche eingeführt, unter anderem in Shanghai, Singapur, in Süd San Francisco oder Mannheim. Dieser Einsatz zahlt sich auch in finanzieller Sicht aus, denn seit der Einführung der HDDCs bei Roche, konnten rund elf Millionen US-Dollar eingespart werden. Die Einsparungen entsehen aufgrund verschiedener Faktoren, beispielsweise weniger Software-Lizenzen sowie weniger Kühlkosten und Stromverbrauch.

Auch Tools für Video-Konferenzen wie etwa WebEx werden bereitgestellt, um Mitarbeitenden nicht bloss Möglichkeiten für virtuelles Arbeiten zu bieten, sondern auch um die Häufigkeit von Geschäftsreisen zu verringern. Die Plattform Smart Meeting stellt beispielsweise verschiedene Informationen und Tools bereit, um die virtuelle Zusammenarbeit effizienter zu gestalten und Flugmeilen zu reduzieren.  Im Jahr 2011 begann eine Zusammenarbeit zwischen dem Bereich Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SGU) sowie Group Informatics, die gemeinsam mit Führungskräften aus Diabetes Care, Regulatory und HR einen Pilotversuch für SmartMeeting-Strategien und -Tools starteten. Eine Zusammenfassung der Pilot-Studien von nur fünf Führungskräften und deren Teams zeigten wie viel Potential diese Bemühungen haben: Innerhalb eines Jahres wurden 15 Face-toFace-Meetings abgesagt, mit andere Meetings kombiniert oder in virtuelle Meetings umgewandelt. Weiter wurden 62 Reisen verhindert, womit 156 weniger Arbeitstage ausgefallen sind. Rund 230’000 US Dollar konnten so eingespart werden, ebenso wie 462’000 Luftmeilen, was rund 9’400 Gallonen Kersosin entspricht.

Group IT bietet aber auch Lösungen an, um den Papier- und Tonerverbrauch zu minimieren, während gleichzeitig voll gemangte Druck-Systeme bereitgestellt werden. An diesem Ziel wird bereits an verschiedenen Standorten gearbeitet, indem gemeinschaftliche Gruppen-Drucker eingesetzt werden, genannt «Follow-me». Einer der Vorteile ist, dass Mitarbeitende an allen diesen Druckern innerhalb eines Standorts drucken können. Bei Roche in Basel und Kaiseraugst sind nun nur etwa halb so viele Büro-Drucker im Einsatz, wodurch eine Toner-Reduktion von ebenfalls 50 Prozent erreicht werden konnte, sowie eine Papier-Reduktion von mehr als zehn Prozent. Zudem werden unter anderem bei Roche in der Schweiz nur noch gedruckte Gehaltsabrechnungen an Privatadressen von Mitarbeitenden geschickt, wenn diese den Wunsch dazu im CHRIS Portal äussern. Die Voreistellungen des Systems sehen nur die Online-Einsicht in Gehaltsabrechnungen via CHRIS Portal ein. Alleine damit können an den schweizer Standorten jährlich rund 144’000 Blätter Papier und Briefumschläge eingespart werden.

Tags: Nachhaltigkeit, Environment, Kultur