Wachstumsmotor 'made in Basel'

Die im vergangenen Oktober erschienene Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Pharmaindustrie enthält eine Fülle interessanter Informationen zu dieser Schlüsselbranche der Schweizer Wirtschaft.

Die Pharmaindustrie ist der eigentliche Wachstumsmotor der Schweizer Wirtschaft. Rekordwerte gibt’s bei den Exporten, den Forschungsausgaben, der Wertschöpfung pro Arbeitsplatz, der Produktivität.

Die Exporte sind gemäss der im Oktober 2013 erschienenen Studie zur Bedeutung der Pharma­industrie für die Schweiz von acht Milliarden Franken im Jahr 1990 auf gut 64 Milliarden 2012 gestiegen. Vor gut 20 Jahren machte der Anteil der Pharmaexporte an den Gesamtausfuhren der Schweizer Exportwirtschaft erst rund 13 Prozent aus, doch inzwischen ist er auf 32 Prozent angewachsen (Gesamtexporte: gut 190 Milliarden Franken). Roche trägt mit Exporten im Wert von fast 14 Milliarden Franken nicht weniger als rund 8 Prozent an die Gesamtexporte der Schweiz bei.

Während die 39’500 Angestellten dieser Branche «nur» etwa 0,8 Prozent aller Beschäftigten in der Schweiz ausmachen, beläuft sich deren Anteil an der Bruttowertschöpfung auf immerhin 3,3 Prozent (19,3 Milliarden Franken). Diese prozentuale Diskrepanz ist zurückzuführen auf die grosse Differenz in Sachen Produktivität zwischen der Pharmaindustrie und dem Rest der Wirtschaft: Beträgt die Wertschöpfung bzw. die Arbeitsplatzproduktivität pro Erwerbstätigen im Pharmabereich fast 490’000 Franken pro Jahr, sind es in der Gesamtwirtschaft bloss 124’000 Franken, also viermal weniger. Vereinfacht ausgedrückt, ergibt sich die Bruttowertschöpfung als Summe aus den bezahlten Salären und den erzielten Gewinnen.

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Basel als Nabel der Pharmawelt in der Schweiz

Eine weitere Studie über die Bedeutung der Pharmaindustrie in den drei Regionen Basel, Genfersee und Zürich/Zug, die von BAK Basel Economics durchgeführt wurde, dokumentierte einmal mehr die herausragende Rolle Basels in diesem Bereich. Zwei Drittel der Bruttowertschöpfung der Schweizer Pharmaindustrie werden in der Region Basel geschaffen. Die Branche trägt 23 Prozent zur Gesamtwertschöpfung der Region bei, der Anteil der Beschäftigten liegt bei über sieben Prozent (0,8 Prozent schweizweit).

Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung nimmt die Region Basel den weltweiten Spitzenplatz ein, in dem zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Region für F&E ausgegeben werden. Roche ist bei den Forschungsausgaben der Spitzenreiter der Branche und steht in diesem Bereich an dritter Stelle sämtlicher Unternehmen aller Branchen weltweit, mit annähernd 10 Milliarden Franken. Das Einzugsgebiet Basel stellt mit seinen 27’600 Mitarbeitenden in der Pharmaindustrie einen Anteil von 7,8 Prozent aller Erwerbstätigen der Region. Damit ist die Stadt weltweit absolut einzigartig bezüglich der Dichte der im Pharmabereich Beschäftigten. Denn während die Nummer zwei, New Jersey, nur knapp zwei Prozent der Workforce (entspricht 79’000 Arbeitsplätze) im Pharmabereich stellt, sind es in San Francisco noch 1,4 Prozent (30’000 Jobs) und in Boston 0,8 Prozent (23’400 Stellen).

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