The State of Oncology: Partnerschaften sind entscheidend

Der Bericht State of Oncology 2013 fordert eine stärkere öffentlich-private Zusammenarbeit, um den Zugang zur Krebsbehandlung weltweit zu verbessern.

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Gemäss dem Bericht State of Oncology 2013, könnte für die Onkologie «eine neue Ära anbrechen». Der unabhängige Bericht von Professor Peter Boyle, Epidemiologe und Präsident des International Prevention and Research Institute (iPRI), und einer interdisziplinären Expertengruppe wurde Ende 2013 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Wissenschaft im Bereich der Krebsbekämpfung dank einer besseren Kenntnis der menschlichen Biologie und der Entwicklung personalisierter Medikamente neue Wege beschreitet. Der Bericht geht auch auf das weltweite Krebsproblem und die daraus resultierende zunehmende Belastung für die Entwicklungsländer ein.

Laut Mitautor Professor Richard Sullivan ist der Bericht «absolut einzigartig» in seiner Fokussierung auf Krebs als weltweites Gesundheitsproblem. Er ist von Roche im Rahmen der Onkologie-Initiativen über eine uneingeschränkte Ausbildungszuwendung finanziert worden. Sie sorgt für redaktionelle Unabhängigkeit.

Beachtliche Verbesserung

Nach dem Bericht hat sich die Onkologie in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Dazu gehört das Verständnis von Krebsursachen wie dem Lebensstil und der Biologie. Gros­se Fortschritte wurden auch in der Entwicklung wirksamerer Therapien für viele Krebsarten erzielt – nicht zuletzt durch das Aufkommen der personalisierten Medizin. Gleichzeitig steigt die Zahl der Krebserkrankungen weltweit. Allein in den letzten 25 Jahren hat sie sich verdoppelt, bis 2030 wird sie sich wohl erneut verdoppeln. Vor allem in China, Indien und Nigeria führen die wachsende Bevölkerung, eine höhere Lebenserwartung und die Übernahme westlicher Lebensgewohnheiten dazu, dass Krebserkrankungen zunehmen.

Heute treten über 50 Prozent der Krebserkrankungen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen auf, dieser Anteil dürfte bis 2020 auf über 70 Prozent steigen. Der Bericht mahnt, dass es in diesen Ländern an Einrichtungen fehlt, in denen Krebspatienten gut betreut werden können, und hebt die starke Diskrepanz zwischen Ländern mit hohen und niedrigen Einkommen hervor.

Die Ursachen dieser Unterschiede sind vielfältig: Mangel an medizinischem Fachpersonal, geringes Krebsbewusstsein, kulturelle Barrieren, fehlende Diagnostikeinrichtungen.

Hindernisse überwinden

Über den Preis von Krebsmedikamenten lassen sich die Zugangsmöglichkeiten angleichen. «Roche hat verschiedene Ansätze, um unsere Krebsmedikamente erschwinglicher zu machen. Der Preis ist nur ein Faktor. Wesentlich ist, dass Gesundheitssysteme und Onkologie einen ganzheitlichen Ansatz wählen, um sicherzustellen, dass den Patienten eine wirksame onkologische Betreuung zuteil wird», so Jens Grüger, Head Global Pricing and Market Access.

In 26 länderspezifischen Kapiteln veranschaulicht der Bericht den vielschichtigen Charakter dieser Herausforderungen und unterstreicht, dass die Beseitigung dieser Hindernisse Kooperationen, Partnerschaften sowie innovative Vor-Ort-Lösungen erfordert.

«Wir müssen herausfinden, wer die Interessengruppen sind, was sie erreichen wollen, welchen Hindernissen sie gegenüberstehen und wie wir ihnen helfen können, sie zu überwinden. Als führender Akteur im Gesundheitsbereich können wir den Wandel beschleunigen», sagt Peter Braun, Global Head of Public Affairs.

Erfolgsgeschichten

Der Bericht beschreibt eine Reihe von Partnerschaften auf Länderebene, die den Zugang zur Krebsbetreuung verbessern. Hospice Africa Uganda (HAU) wurde zur Förderung der pal­liativen Pflege in Afrika gegründet, wo in weniger als einem Viertel der Länder erschwingliches Morphin zur Verfügung steht. Seither haben mehr als 16’000 Patienten und Familien eine solche Pflege erhalten – in ganz Afrika bekommen viele weitere Patienten eine kompetente palliative Pflege durch Fachpersonal, das von HAU ausgebildet wurde.

Beispiel Peru: Dort wird eine wirksame Krebsbekämpfung durch demografische Vielfalt (87 Sprachen, über 36 ethnischen Gruppen), fehlende Gesundheitseinrichtungen und Fachpersonal sowie ein mangelhaftes Krebsregister erschwert. Aber dort wird viel bewegt durch das Engagement verschiedener Interessengruppen. So wurde der nationale Plan zur Krebsbekämpfung über eine Partnerschaft aus Patientenorganisationen, privaten Institutionen und NGOs lanciert. Die Pflege wurde dezentralisiert, um der Bevölkerung möglichst optimal zu helfen. Landesweit wurden mehr als 8000 medizinische Fachkräfte ausgebildet.

Auch der Bericht selbst beschleunigt den Wandel. Anlass war jüngst eine Pressekonferenz dazu in Bukarest. «Eine gute Gelegenheit, über den Behandlungszugang zu sprechen; die Liste der vergüteten Medikamente war seit 2008 nicht aktualisiert worden», betont Marta Niculaie, Communications Manager Roche Rumänien. Zwei Tage nach der Veranstaltung veröffentlichte das Gesundheitsministerium eine Liste der zur Vergütung vorgeschlagenen Präparate.

In der Türkei wird der Bericht anlässlich der nationalen Krebswoche im April vorgestellt. Yvette Venable, Head of Global Public Policy: «In der kurzen Zeit seit seiner Veröffentlichung hat sich bereits gezeigt, dass der Bericht über viele Jahre dabei helfen wird, Partnerschaften aufzubauen.

Tags: Wissenschaft