Aufbruch in weitere 117 Jahre

Roche in Basel investiert viel in seine Lernenden und damit in ihre Zukunft. Doch wer steckt hinter diesem Engagement? Wir haben am Dankesanlass für Berufsbildner nachgefragt.

Was genau zeugt von einem innovativen, wettbewerbsfähigen und damit starken Firmenstandort? Das stetige Investieren in die eigene Zukunft. Roche würde kaum seit 117 Jahren existieren, hätte sich das Unternehmen nicht auch immer darum gekümmert, das eigene Wissen und die Lust, immer neue Wege der Forschung zu beschreiten, an die künftigen Generationen weiterzugeben.

«Investitionen in junge Menschen sind die besten Investitionen in die Zukunft – und ohne Zukunft gibt es nun mal keine Zukunft», betonte Standortleiter Matthias M. Baltisberger am Dankesanlass für alle Berufsbildner von Roche Basel die Wichtigkeit der internen Berufsbildung. Der Aufbau eines neuen Zentrums für die Berufsbildung in Kaiseraugst zeuge davon, wie ernst man die Ausbildung der Generation von morgen nähme. Solange man junge Menschen immer wieder dazu animieren könne, das Morgen zu gestalten, bestünde Roche weiter – mindestens nochmals 117 Jahre.

Ueli Grossenbacher, Leiter der Berufsbildung, sprach zudem die enorme Leistung der hauseigenen Lehrlingsausbildung an: «Die Lehrpläne werden vom Bund alle paar Jahre angepasst. Das bedeutet, dass unsere Berufsbildner nebst ihrem eigenen Job immer auf dem neuesten Stand bleiben, sich also stets weiterbilden müssen. Ihnen kommt ausserdem mehr als ein klassischer Ausbildungsauftrag zu – sie bereiten junge Menschen einerseits auf den Beruf vor, prägen diese aber andererseits auch in einer sehr intensiven Lebensphase und sind für sie da.»

Auf Augenhöhe

Dass die Ausbildung von Lernenden im Labor oder im Büro mehr als reine Wissensvermittlung ist, kann Daniel Stauffer nur bestätigen. Betritt man sein Büro, so fällt einem als erstes ein grosses gelbes Plakat mit aufgeklebten Fotos und mit dickem Filzstift geschriebenen Dankesworten auf.

Man kann auch selbst noch viel von den Jugendlichen lernen
Daniel Stauffer

«Das haben mir zwei Lernende aus Mannheim nach einem Ausflug nach Basel geschenkt – ich gab ihnen Tipps für die Stadtbesichtigung», freut sich Stauffer. Heute ist er bei Roche in der Erwachsenenbildung tätig; er selbst kam 1969 als Lehrling ins Chemielabor zu Roche. Ab 1975 wechselte Stauffer dann in die Lehrlingsabteilung, wo er bis 1990 als Ausbildner arbeitete. Auch heute nimmt er sich immer noch gerne den Lernenden aus allen Lehrbereichen im Rahmen von internen Kursen und Praktika an. «Mich reizt dabei, die Jugendlichen aus der Reserve zu locken, Denkansätze zu fördern, die nicht unbedingt Teil des Lehrplans sind. Es macht Freude zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickeln», fasst er zusammen und spielt nicht nur auf die berufliche Entwicklung an. Im ersten Lehrjahr müssten sich die Jugendlichen zunächst im neuen Umfeld zurechtfinden, im zweiten Jahr ihrer Ausbildung würden sie dann mutiger und stellten sich auch die eine oder andere Sinnfrage des Lebens. Kurz vor der Abschlussprüfung wirke man dann vermehrt unterstützend im Hintergrund. «Es ist wichtig, den Lernenden auf Augenhöhe zu begegnen, dann kann man selbst noch viel von ihnen lernen», findet Stauffer und fügt schmunzelnd hinzu: «Im Rahmen meines Unterrichts kann ich mich vor allem auf die Stoffvermittlung konzentrieren und muss nicht dafür sorgen, dass jeder zum Schluss auch alles interessant findet und Prüfungen besteht, so wie die Ausbildner, die direkt in der Linie arbeiten.»

Vollwertige Mitarbeitende

Ein solcher Ausbildner ist auch Andy Frehner. Er hat selbst die Ausbildung zum Chemielaboranten 2007 abgeschlossen und arbeitet heute noch bei Roche in Basel. Er hat sich aus einem wesentlichen Grund dazu entschlossen, auch selbst Lernende bei sich im Labor aufzunehmen und zu betreuen. «Einen guten Lehrmeister zu haben, zu dem das Verhältnis stimmt, fand ich schon während meiner Ausbildungszeit sehr wichtig. Und da ich selbst damit sehr gute Erfahrungen gemacht habe, will ich nun etwas zurückgeben», erklärt er. Natürlich sei der Aufwand bei der Einarbeitung der neuen Lernenden vor allem im ersten halben Lehrjahr nicht zu unterschätzen, doch findet sich in turbulenten Zeiten stets jemand im Team, der einspringen kann, wenn Frehner selbst gerade von der eigenen Arbeit gefordert wird.

Lehrlinge sind für ein Team eine grosse Hilfe und Unterstützung
Andy Frehner

«Ausserdem ist ein Laborlehrling auch eine Art Team-Joker. Schliesslich sind die Jugendlichen spätestens ab dem zweiten Jahr voll einsatzfähig und helfen uns wie vollwertige Mitarbeitende sehr bei der Arbeit», ergänzt er. Frehners Lehrtochter und Joker Johanna Romano haben wir deshalb nach ihrem Berufsalltag als Lernende im Labor bei Roche in Basel befragt.

Fragen offen ansprechen

Johanna Romano, Chemielaborantin, Basel: «Mein Tag im Labor beginnt um 7.30 Uhr. Man bespricht, was zu tun ist – dann geht’s an die Arbeit. Auf der Suche nach einer Lehrstelle habe ich mir Zeit gelassen, etwas zu finden, das zu mir passt. Roche hat mich mit der sympathischen Art, uns Lehrlinge zu empfangen, sowie dem gut organisierten und angenehmen Arbeitsumfeld überzeugt. Für mich ist es wichtig, Fragen offen mit meinem Ausbildner besprechen zu können. Der Zusammenhalt unter den Lernenden und im Team ist gross – wir gehen gemeinsam essen, treiben Sport oder geniessen einfach den Feierabend!»

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