Unser Basler Bau 21 auch 70+ Jahre später noch relevant

Bauen für Menschen: Otto R. Salvisberg und sein Verwaltungsgebäude, der Basler Bau 21.

Als der Architekt Otto Rudolf Salvisberg am 14. Februar 1936 Roche den Schlüssel zum Bau 21 übergab, tat er das mit folgenden Worten: «Möge dieses Verwaltungsgebäude in seiner Gestalt den Ausdruck unserer Zeit auch späteren Generationen vermitteln; möge es mit seinen weit geöffneten Fenstern und lichten Räumen die Zeit geschlossener Grenzmauern überdauern und seiner Erbauerin Glück und Segen bringen.»

Auch wenn man sich nun, 77 Jahre später, im Sommer nach einer Klimaanlage sehnen mag – jeder, der in diesem Bau arbeitet, weiss um dessen Symbolträchtigkeit. Denn zwischen den modernen Gebäuden 92 und 97 sowie dem heranwachsenden Bau 1 ist das solide Steingebäude auf dem Basler Areal inzwischen zu dem geworden, was sich der Architekt einst für seine Nummer 21 gewünscht hat: ein zeitloses und dennoch geschichtsträchtiges Gebäude, das turbulenten Zeiten standhielt und heute noch ein Ort ist, wo die Zukunft der Firma geplant wird – zumal der Bau auch die Roche-Konzernleitung beheimatet.

Salvisberg, 1882 in Köniz bei Bern geboren, hatte schon immer ein Gespür für solide Grundrisse. Seine Bauten waren stets technisch fortschrittlich, jeder Winkel auf die Nutzung und die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt. Die Architekturpläne zu Bau 21 zeigen Salvisbergs Hang zur Strukturiertheit; klare Raster dominieren. Aber auch die Liebe zum Detail kommt in den Plänen nicht zu kurz, zeichnete Salvisberg sogar Zahngläser über die Lavabos in den Toiletten.

Ab 1934 wurde er neben seiner Tätigkeit als Professor an der ETH Zürich zum Hausarchitekten von Roche und entwarf so manch eine Filiale. 1940 starb Salvisberg unerwartet während eines Skiurlaubs in Arosa. Seines architektonischen Erbes nahm sich dann Roland Rohn an, der bereits ab 1930 als Salvisbergs Assistent fungierte. Neben dem Basler Personalrestaurant oder dem Bau 52 trägt auch Roche Grenzach Rohns Handschrift und damit auch die von Salvisberg. Doch auch öffentliche Gebäude in der Stadt Basel lassen den klaren, unaufgeregten Stil Otto R. Salvisbergs erahnen – so zum Beispiel das Kollegiengebäude der Universität, ebenfalls ein Werk Rohns.

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