Medienmitteilung

Basel, 22. Juli 2019

Roche erweitert globales Zugangsprogramm über HIV hinaus auf diagnostische Tests für Tuberkulose, Hepatitis und humanes Papillomavirus

  • Der Zugang zu innovativen diagnostischen Lösungen wird die Ziele der Weltgesundheitsorganisation zur Ausrottung von Infektionskrankheiten unterstützen
  • Die am stärksten betroffenen Ländern werden einen verbesserten Zugang zu verlässlichen Diagnostika für das Krankheitsmanagement bekommen
  • Die Früherkennung von Infektionskrankheiten mit Diagnostika hilft Ärzten, Leben zu retten

Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute bekannt, dass ihr globales Zugangsprogramm über HIV hinaus ausgeweitet wird auf Mycobacterium tuberculosis (MTB), Hepatitis B und C (HBV und HCV) sowie humanes Papillomavirus (HPV). Dies gilt für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen die Krankheitslast am grössten ist. Die Ausweitung des globalen Zugangsprogramms unterstreicht das Engagement von Roche, den Zugang zu kostengünstigen Ressourcen zu verbessern, Ausbauprogramme umzusetzen und in den Regionen mit dem grössten Bedarf zur Ausrottung von Krankheiten beizutragen.

«Mit wirksamen Behandlungsmöglichkeiten für diese Infektionskrankheiten und besserem Zugang der Patienten zu Diagnostika kann die Früherkennung helfen, Leben zu retten und Leid zu lindern», so Michael Heuer, CEO von Roche Diagnostics. «Als führendes Unternehmen in der Diagnostik von Infektionskrankheiten setzt sich Roche für die Ziele zur weltweiten Ausrottung von Krankheiten ein.»

«Dank des Zugangs zu modernster Diagnostik werden mehr Patienten richtig diagnostiziert und gut behandelt, und das wiederum rettet Leben», sagt David Ripin, Chief Science Officer der Clinton Health Access Initiative (CHAI). «Wir begrüssen die Entscheidung von Roche, neben den bereits bereitgestellten HIV-Viruslasttests und der Frühdiagnostik bei Säuglingen den Zugang zu Tests auf Hepatitis, Tuberkulose und HPV (die Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs) in ihr globales Zugangsprogramm aufzunehmen. Dies ermöglicht es Gesundheitssystemen, transparente und einheitliche Preise für diese wichtigen Tests anzubieten. Die CHAI schätzt die verlässliche Partnerschaft mit Roche in dem Bemühen, Diagnostika in allen gut optimierten diagnostischen Laborsystemen weltweit verfügbar zu machen.»

«Erschwingliche Preise können darüber entscheiden, ob ein Patient eine hochwertige Diagnose erhält oder nicht», sagt Catharina Boehme, CEO der Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND) – eine globale gemeinnützige Organisation, die sich der Entwicklung und Bereitstellung von Diagnostika für Krankheiten wie TB und HCV widmet. «FIND ist stolz darauf, mit Roche bei der Erweiterung des Global Access Programms für diese tödlichen Krankheiten zusammenzuarbeiten, indem wir ihren TB Test unterstützen.»

Der Zugang zu Screening, Früherkennung und Prävention von Übertragungswegen reduziert die Ausbreitung von Krankheiten. Tuberkulose ist ein grosses Gesundheitsproblem und weltweit die häufigste Todesursache durch Infektionskrankheiten. Der Zugang zu diagnostischen Tests auf Hepatitis (HBV und HCV) verbessert die Aussichten, diese chronischen Infektionen auszurotten. Und durch das Screening mit HPV-DNA-Tests können Frauen mit erhöhtem Risiko für Gebärmutterhalskrebs genauer identifiziert werden als mit anderen Testmethoden.1 Dank Impfung und Screening ist Gebärmutterhalskrebs heute eine vermeidbare Erkrankung.2 Wichtig zu wissen ist auch, dass eine HPV-Infektion das Risiko für eine HIV-Übertragung sowohl für Männer als auch für Frauen erhöhen kann.3 Ausserdem haben mit HIV lebende Frauen ein vier- bis zehnmal so hohes Risiko, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.4 Das Screening auf Koinfektion (HIV und HPV) kann Entscheidungen des Krankheitsmanagements wesentlich verbessern und eine angemessene Patientenversorgung ermöglichen.

Das globale Zugangsprogramm umfasst jetzt molekulare Diagnostika für HIV-1-Viruslast, die HIV-1- und HIV-2-Frühdiagnose bei Säuglingen, die cobas® Plasma Separation Card - eine innovative Karte zur Entnahme von Plasmaproben, Diagnostika für MTB und MTB - RIF/INH, Hepatitis B und C sowie humanes Papillomavirus. Alle diese Assays laufen auf den cobas® 4800/6800/8800-Plattformen für unterschiedliche Durchsatzanforderungen und werden mit der cobas® Plasma Separation Card ermöglicht, die den Probentransport aus entlegenen Regionen ins Labor zur Weiterverarbeitung vereinfacht.

Über die Ziele der Weltgesundheitsorganisation zur Ausrottung von Krankheiten

Der optimale Einsatz von Diagnostika wird entscheidend dazu beitragen, die WHO-Ziele bezüglich der Ausrottung von Infektionskrankheiten zu erreichen. Das 90-90-90-Ziel der UNAIDS für HIV bis zum Jahr 2020 sieht vor, dass 90 Prozent aller HIV-infizierten Menschen ihren HIV-Status kennen, 90 Prozent aller diagnostizierten HIV-Patienten eine konsequente antiretrovirale Therapie erhalten, und bei 90 Prozent aller Behandelten eine dauerhafte Virusunterdrückung erreicht wird.

Für Hepatitis hat die Weltgesundheitsorganisation die Ziele ausgegeben, neue chronische Infektionen um 90 Prozent zu reduzieren und die Sterblichkeit gegenüber der Ausgangsbasis von 2015 um 65 Prozent zu senken.5

Gebärmutterhalskrebs ist durch Impfung, Screening und gegebenenfalls Behandlung vermeidbar. Die vorläufigen Ziele bis 2030 für die Ausrottung von Gebärmutterhalskrebs umfassen eine HPV-Impfrate von 90 Prozent für Mädchen ab 15 Jahren, das Screening von 70 Prozent aller Frauen im Alter von 35 und 45 Jahren mit einem Hochpräzisionstest und entsprechender Nachsorge sowie die Behandlung und Versorgung von 90 Prozent der identifizierten Frauen mit Gebärmutterhalskrebs.6

Die Ziele der WHO für die Ausrottung von Infektionen mit Mycobacterium tuberculosis bis 2035 sehen eine Senkung der Sterberate um 95 Prozent, eine Reduktion der Neuerkrankungen (Inzidenz) um 90 Prozent und 0 Prozent Notstandskosten vor.7

Über das globale Zugangsprogramm von Roche (Roche Global Access Program)

Im Jahr 2014 startete Roche das Global Access Program für einen besseren Zugang zu HIV-Diagnostika. In Partnerschaft mit Landesregierungen, örtlichen Gesundheitseinrichtungen und internationalen Organisationen, darunter UNAIDS, CHAI, Unitaid, PEPFAR (U.S. President’s Emergency Plan for AIDS Relief), der Globale Fonds und die CDC (Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention des US-Gesundheitsministeriums), hat Roche Programme ins Leben gerufen, die über die Bereitstellung von diagnostischen Tests hinausgehen sollten. Seit seiner Gründung haben sich das Angebot und die geografische Reichweite des Programms erheblich erweitert, das nun den teilnehmenden Organisationen in Ländern mit der höchsten Krankheitsrate besseren Zugang zu erschwinglichen Diagnostika bietet. Vor kurzem wurde die innovative cobas® Plasma Separation Card in das globale Zugangsprogramm aufgenommen. Die Karte ist das einzige Produkt zur Probennahme von Plasma mit CE-Kennzeichnung, die den Sensitivitätsstandard der Weltgesundheitsorganisation von < 1000 cp/ml erfüllt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben zurzeit über 36 Millionen Menschen mit HIV auf der Welt.8 Nur 21,7 Millionen erhalten eine antiretrovirale Therapie, und nur bei 47 Prozent dieser Patienten ist das Virus vollständig unterdrückt.9

Tuberkulose ist ein grosses globales Gesundheitsproblem und weltweit die häufigste Todesursache durch eine Infektionskrankheit.10 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass rund 1,7 Milliarden Menschen mit MTB infiziert sind, und im Jahr 2017 schätzungsweise 10 Millionen TB-Neuinfektionen und über 1,6 Millionen Todesfälle auftraten.

Die Virushepatitis ist nach wie vor eine grosse öffentliche Gesundheitsbelastung. Jährlich sterben mehr als 1,34 Millionen Menschen daran, und die Sterblichkeitsrate steigt weiter.11 Schätzungsweise 71 Millionen Menschen sind mit chronischer Hepatitis C infiziert12 und 257 Millionen mit Hepatitis B.13 Am stärksten sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen davon betroffen.

Nach Angaben der WHO treten jedes Jahr weltweit rund 570‘000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs und 311‘000 Todesfälle auf, und zwar fast 90 Prozent davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.14,15 In fast allen Fällen ist das humane Papillomavirus (HPV) die Ursache, weshalb durch ein Screening auf HPV-DNA Frauen mit erhöhtem Risiko identifiziert werden können. Durch geeignete Impfung, Screening und Behandlung können nahezu 100 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen vermieden werden.

Über Roche

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin - einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das grösste Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es, durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute mehr als 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das zehnte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharmabranche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2018 weltweit rund 94,000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2018 investierte Roche CHF 11 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 56,8 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

References

  1. Wentzensen N. et al. HPV-based cervical cancer screening - facts, fiction, and misperceptions. Prev Med. 2017;98:33-5
  2. https://www.who.int/reproductivehealth/call-to-action-elimination-cervical-cancer/en/. Abgerufen 08. Juli 2019
  3. http://www.unaids.org/en/cervical_cancer. Abgerufen 01. Nov. 2018
  4. WHO draft global strategy towards the elimination of cervical cancer as a public health problem https://www.who.int/docs/default-source/documents/cervical-cancer-elimination-draft-strategy.pdf. Abgerufen 11. Juni 2019
  5. WHO. GLOBAL HEALTH SECTOR STRATEGY ON VIRAL HEPATITIS 2016–2021. 2016
  6. Quelle: WHO draft global strategy towards the elimination of cervical cancer as a public health problem https://www.who.int/docs/default-source/documents/cervical-cancer-elimination-draft-strategy.pdf. Abgerufen 11. Juni 2019
  7. http://www.who.int/tb/post2015_strategy/en/. Abgerufen 01. Nov. 2018
  8. WHO HIV Key Facts. http://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/hiv-aids. Abgerufen 15. Okt. 2018.
  9. UNAIDS Global HIV & AIDS statistics — 2018 fact sheet. WHO HIV Key Facts. http://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/hiv-aids. Abgerufen 18. Okt. 2018.
  10. Weltgesundheitsorganisation. Global tuberculosis report 2018. Genf, Schweiz; WHO, 2018.
  11. Global Hepatitis Report 2017 - World Health Organization. April 2017
  12. Polaris Observatory HCV Collaborators. Global prevalence and genotype distribution of hepatitis C virus infection in 2015: a modelling study. Lancet Gastroenterol Hepatol. März 2017;2(3):161-176.
  13. Polaris Observatory Collaborators. Global prevalence, treatment, and prevention of hepatitis B virus infection in 2016: a modelling study. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2018.
  14. Bray F, Ferlay J, Soerjomataram I, Dikshit R, et al. Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA: A Cancer Journal for Clinicians; 68(6): 394-424
  15. http://www.who.int/cancer/prevention/diagnosis-screening/cervical-cancer/en/. Abgerufen 05. Nov. 2018