Roche mit anhaltendem Wachstum im ersten Halbjahr 2016

Basel, 21. Juli 2016

  • Konzernverkäufe steigen um 5%1 zu konstanten Wechselkursen, 6% in Schweizer Franken
  • Verkäufe der Division Pharma erhöhen sich um 4%, Hauptwachstumsträger sind Krebsmedikamente und der Bereich Immunologie
  • Verkäufe der Division Diagnostics wachsen um 6%, vor allem dank der guten Entwicklung von Produkten für die Immundiagnostik; schwierige Marktbedingungen im Bereich Diabetes Care
  • Kerngewinn je Titel steigt um 5% zu konstanten Wechselkursen etwas stärker als die Verkäufe, 7% in Schweizer Franken
  • OCREVUS in den USA und der EU zur Zulassung für schubförmige und primär progrediente multiple Sklerose (MS) eingereicht; FDA gewährt beschleunigtes Zulassungsverfahren
  • FDA erteilt beschleunigte vorläufige Zulassung für Krebsimmuntherapeutikum Tecentriq gegen Blasenkrebs in den USA
  • Markteinführung des cobas e801 Moduls für hohen Testdurchsatz in der Immundiagnostik
  • Ausblick für das Gesamtjahr 2016 bestätigt
Kennzahlen Januar - Juni
In Millionen CHFVeränderung in %

2016

2015

CER1

CHF

Verkäufe

25 022

23 585

+5

+6

Division Pharma

19 460

18 350

+4

+6

Division Diagnostics

5 562

5 235

+6

+6

Kernbetriebsgewinn

9 854

9 236

+5

+7

Kerngewin je Titel (in CHF)

7,74

7,22

+5

+7

Konzerngewinn (IFRS)

5 467

5 249

+3

+4

Severin Schwan, CEO von Roche, zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr: «In den ersten sechs Monaten haben sowohl die Division Pharma als auch die Division Diagnostics in allen Regionen ein starkes Verkaufswachstum erzielt. Die Markteinführung von Tecentriq, unserem ersten Krebsimmuntherapeutikum, verläuft sehr erfolgreich. Ausserdem haben wir die Zulassung von OCREVUS gegen MS in den USA und der EU beantragt. Dies bringt uns der Markteinführung dieses vielversprechenden Medikaments einen grossen Schritt näher. Basierend auf den Ergebnissen im ersten Halbjahr bin ich zuversichtlich, dass wir die Ziele für das Gesamtjahr 2016 erreichen werden.»

Konzern

Gute Ergebnisse in beiden Divisionen

Die Konzernverkäufe stiegen im ersten Halbjahr 2016 um 4,8% zu konstanten Wechselkursen auf CHF 25,0 Milliarden. Der Kerngewinn je Titel nahm um 5,2% zu konstanten Wechselkursen etwas stärker zu als die Verkäufe. Das Kerngewinnwachstum widerspiegelt die guten Geschäftsergebnisse, Investitionen in die Einführung neuer Produkte und die Produkte-Pipeline, die einmaligen bilanziellen Auswirkungen von Änderungen bei Schweizer Pensionsplänen des Konzerns und die frühe Rückzahlung von Anleihen.

Der Konzerngewinn nach IFRS wuchs um 3% zu konstanten Wechselkursen und 4% in Schweizer Franken. Der positive Währungseffekt ist auf die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem US Dollar, dem Yen und dem Euro zurückzuführen, teilweise kompensiert durch eine gegenläufige Entwicklung der Währungen in Lateinamerika.

In der Division Pharma erhöhten sich die Umsätze um 4% auf CHF 19,5 Milliarden. Dieses Verkaufswachstum war hauptsächlich auf Krebsmedikamente und Therapien gegen immunologische Erkrankungen zurückzuführen. Die Verkäufe in den USA nahmen um 4% zu. Xolair und Esbriet gegen immunologische Erkrankungen sowie Herceptin und Perjeta gegen HER2-positiven Brustkrebs waren die stärksten Wachstumsträger. Ebenfalls eine hohe Nachfrage erfuhr Alecensa. Dieses Medikament wurde kürzlich in den USA zur Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs eingeführt. Die Verkäufe von Lucentis und Tarceva gingen aufgrund von anhaltendem Konkurrenzdruck zurück. In Europa (+5%) erzielten Perjeta, MabThera/Rituxan und Actemra/RoActemra ein starkes Umsatzwachstum; dies vor allem in Deutschland und Frankreich. In der Region International (+4%) waren die HER2-Medikamente, sowie Avastin und MabThera/Rituxandie wichtigsten Wachstumsträger. Das Wachstum in der Region wurde teilweise durch Umsatzeinbussen bei Pegasys gebremst, das unter Konkurrenzdruck seitens einer neuen Generation von Hepatitis-C-Therapien steht. In Japan nahmen die Verkäufe um 2% zu. Hier entwickelten sich die Umsätze der HER2-Medikamente, von Alecensa und Actemra/RoActemra am stärksten.

In der Division Diagnostics erhöhten sich die Verkäufe um 6% auf CHF 5,6 Milliarden. Sämtliche Regionen haben zum Umsatzzuwachs beigetragen, insbesondere Asien-Pazifik (+17%). Starkes Wachstum erzielten insbesondere die Geschäftsbereiche Professional und Tissue Diagnostics. Die Verkäufe von Diabetes Care wurden vor allem in Nordamerika weiterhin von schwierigen Marktbedingungen beeinflusst.

Zulassungen von Medikamenten

Roche hat im zweiten Quartal wichtige Medikamentenzulassungen erhalten. Im April erhielt Venclexta (Venetoclax), das zusammen mit AbbVie entwickelt wurde, von der FDA eine beschleunigte vorläufige Zulassung in den USA für eine bestimmte Form von Leukämie. Im Mai erteilte die FDA eine beschleunigte vorläufige Zulassung in den USA für das Krebsimmuntherapeutikum Tecentriq (Atezolizumab) gegen eine bestimmte Form von Blasenkrebs. Ebenfalls im Mai erhielt die subkutane Formulierung von MabThera/Rituxan die EU-Zulassung für die Anwendung bei chronischer lymphatischer Leukämie. Im Juni erteilte die EU-Kommission die Zulassung für Gazyvaro plus Bendamustin zur Zweitlinienbehandlung bei follikulärem Lymphom. Zusätzlich haben die EU-Behörden die Kombinationstherapie mit Avastin und Tarceva für Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs zugelassen.

Starke Pharma-Pipeline

Roche hat in der späten klinischen Entwicklung wichtige Fortschritte erzielt. Im Juni bestätigten die Zulassungsbehörden EMA (European Medicines Agency) und FDA, dass die klinischen Daten für OCREVUS vollständig eingereicht sind und für die beiden Indikationen schubförmige und progressive MS geprüft werden. Gleichzeitig gewährte die FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren mit dem Zieldatum 28. Dezember 2016.

Die grösste je durchgeführte klinische Studie bei Riesenzellarteriitis, einer schwerwiegenden Entzündungskrankheit der Blutgefässe, hat ebenfalls im Juni positive Resultate erreicht. Die Symptome von Patienten mit neu diagnostizierter oder schubförmiger Riesenzellarteriitis haben über den Zeitraum eines Jahres stärker nachgelassen, wenn sie mit Actemra/RoActemra, zunächst während sechs Monaten kombiniert mit Steroiden behandelt wurden. Diese Therapie wurde mit einer sechs-beziehungsweise zwölfmonatigen Behandlung nur mit Steroiden verglichen.

Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni präsentierte Roche aktualisierte Studiendaten zu Tecentriq bei vorbehandeltem Lungenkrebs. Die Daten zeigten unabhängig von der Expression des PD-L1-Proteins ein längeres Überleben mit Tecentriq als bei einer Chemotherapie. Roche präsentierte auch vielversprechende Studienergebnisse zu Therapien mit Tecentriq in Kombination mit entweder Chemotherapie, oder zielgerichteten Krebsmedikamenten, oder anderen Krebsimmuntherapeutika bei verschiedenen Tumorarten.

Eine Phase-III-Studie von Chugai zeigte im Mai, dass das Lungenkrebsmedikament Alecensa im Vergleich zu Crizotinib das Risiko eines Fortschreitens der Krankheit sowie das Sterberisiko signifikant reduziert. An der Studie nahmen japanische Patienten teil, die an fortgeschrittenem oder wiederkehrendem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs litten. Nach einer im Vorfeld geplanten Zwischenanalyse, die positiv verlief, wurde die Studie vorzeitig gestoppt.

Roche hat kürzlich über den Ausgang einer Phase-III-Studie (GOYA) mit Gazyva/Gazyvaro bei unbehandeltem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom informiert. Die Studie konnte nicht beweisen, dass Gazyva/Gazyvaro plus Chemotherapie das Leben der Patienten verlängerte, ohne dass ihre Krankheit wieder auftrat.

Eine weitere Phase-III-Studie (GALLIUM) mit Gazyva/Gazyvaro wurde im Mai vorzeitig beendet, nachdem eine im Vorfeld geplante Zwischenanalyse positive Ergebnisse bei der Erstlinienbehandlung des follikulären Lymphoms belegt hatte. In beiden Studien wurde die Behandlung mit Gazyva/Gazyvaro plus Chemotherapie jeweils mit MabThera/Rituxan in Kombination mit Chemotherapie verglichen. Die GALLIUM-Daten werden den Behörden zur Zulassung eingereicht. Bei vorbehandeltem follikulärem Lymphom ist Gazyva/Gazyvaro bereits als Therapie zugelassen.

Fortschritte im Diagnostics-Portfolio

Im Mai brachte Roche das erste Heimgerät, CoaguChek INRange, mit Bluetooth-Technologie zur Messung des Gerinnungsstatus auf den Markt. Mit diesem Gerät können Patienten und das betreuende Gesundheitspersonal den Gerinnungsstatus besser überwachen. In Ländern, welche die CE-Kennzeichnung anerkennen, brachte Roche im Juni das Analysegerät cobas e801 auf den Markt. Als Teil des cobas 8000 Analyseinstruments bietet dieses Modul gegenüber bisherigen Systemen grössere Kapazität für Immunhistochemie-Tests und ein umfangreiches Testmenü. Der cobas e801 richtet sich an Labors mit hohen Testvolumen. Ebenfalls im Juni erhielt der cobas Flüssigbiopsietest eine Zulassung in den USA. Mit dem Test können spezifische Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-Gens nachgewiesen werden. Es ist der erste Flüssigbiopsietest, der von der FDA zugelassen wurde. Der Test kann die Behandlungsentscheidung bei nicht kleinzelligem Lungenkrebs unterstützen. Der Nachweis erfolgt durch Analyse einer einfachen Blutprobe. Diese Analyse ergänzt den bestehenden gewebebasierten EGFR-Test.

Ausblick für 2016 bestätigt

Roche rechnet weiterhin für 2016 zu konstanten Wechselkursen mit einem Verkaufszuwachs im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liegt. Roche geht davon aus, dass die Dividende auch für das Jahr 2016 in Schweizer Franken erhöht werden kann.

Vollständige Medienmitteilung lesen

Über Roche

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen.

Roche ist das grösste Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der Personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das siebte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2015 weltweit über 91 700 Mitarbeitende. Im Jahr 2015 investierte Roche CHF 9,3 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 48,1 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

1) Soweit nicht anders angegeben, sind alle Wachstumsraten zu konstanten Wechselkursen (Constant Exchange Rates, CER) berechnet (Durchschnittswerte für 2015).

Disclaimer: Hinweis betreffend zukunftsgerichteter Aussagen
Dieses Dokument enthält gewisse zukunftsgerichtete Aussagen. Diese können unter anderem erkennbar sein an Ausdrücken wie „sollen", „annehmen", „erwarten“, „rechnen mit", „beabsichtigen", „anstreben", „zukünftig", „Ausblick“ oder ähnlichen Ausdrücken sowie der Diskussion von Strategien, Zielen, Plänen oder Absichten usw. Die künftigen tatsächlichen Resultate können wesentlich von den zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Dokument abweichen, dies aufgrund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel: (1) Preisstrategien und andere Produkteinitiativen von Konkurrenten; (2) legislative und regulatorische Entwicklungen sowie Veränderungen des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds; (3) Verzögerung oder Nichteinführung neuer Produkte infolge Nichterteilung behördlicher Zulassungen oder anderer Gründe; (4) Währungsschwankungen und allgemeine Entwicklung der Finanzmärkte; (5) Risiken in der Forschung, Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte oder neuer Anwendungen bestehender Produkte, einschliesslich (nicht abschliessend) negativer Resultate von klinischen Studien oder Forschungsprojekten, unerwarteter Nebenwirkungen von vermarkteten oder Pipeline-Produkten; (6) erhöhter behördlicher Preisdruck; (7) Produktionsunterbrechungen; (8) Verlust oder Nichtgewährung von Schutz durch Immaterialgüterrechte; (9) rechtliche Auseinandersetzungen und behördliche Verfahren; (10) Abgang wichtiger Manager oder anderer Mitarbeitender sowie (11) negative Publizität und Medienberichte. Die Aussage betreffend das Wachstum des Gewinns pro Titel ist keine Gewinnprognose und darf nicht dahingehend interpretiert werden, dass der Gewinn von Roche oder der Gewinn pro Titel für eine gegenwärtige oder spätere Periode die in der Vergangenheit veröffentlichten Zahlen für den Gewinn oder den Gewinn pro Titel erreichen oder übertreffen wird.