Phase-III-Studie mit Alecensa (Alectinib) von Roche zeigte bessere Wirksamkeit als Crizotinib bei japanischen Patienten mit bestimmter Art von Lungenkrebs

Basel, 19. Mai 2016

Erste direkte Vergleichsstudie von Alecensa mit Crizotinib bei Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC)

Wie Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) heute bekannt gab, hat das Medikament Alecensa®, ein oral verabreichter Hemmstoff der anaplastischen Lymphomkinase (ALK), bei japanischen Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod (progressionsfreies Überleben, PFS) um 66 Prozent reduziert, verglichen mit Crizotinib (Hazard Ratio [HR]=0,34, 99%-KI: 0,17-0,70, p<0,0001). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) wurde bei den Patienten, die mit Alecensa behandelt wurden, noch nicht erreicht (95%-KI: 20,3 Monate-nicht erreicht), während es bei Patienten unter der Therapie mit Crizotinib 10,2 Monate betrug (95%-KI: 8,2-12,0). Dies waren die Resultate einer vorgegebenen Zwischenanalyse der Phase-III-Studie J-ALEX bei Patienten, die zuvor noch nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden. In der Gruppe mit Alecensa traten weniger Nebenwirkungen als in der Crizotinib-Gruppe auf. Das Sicherheitsprofil von Alecensa entsprach dem in früheren Studien, und es gab keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen.

„Dies ist die erste klinische Studie, die zeigt, dass die Patienten mit Alecensa länger ohne Fortschreiten ihrer Erkrankung lebten als mit Crizotinib“, so Sandra Horning, Chief Medical Officer und Leiterin der globalen Produktentwicklung. „Wir halten diese Wirksamkeits- und Sicherheitsresultate für einen klinisch bedeutsamen Fortschritt für Patienten mit ALK-positivem Lungenkrebs und werden diese Daten mit den Gesundheitsbehörden, einschliesslich der FDA in den USA, erörtern.“

Die offizielle Vorstellung der J-ALEX-Daten findet am Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) am Montag, 6. Juni 2016, von 12:09 bis 12:21 Uhr Ortszeit statt (Abstract Nr. 9008). Die Daten werden auch beim Roche-Mediengespräch am Freitag, 3. Juni, von 10:45–12:30 Uhr Ortszeit, im Chicago Marriott Hotel Downtown, Magnificent Mile, vorgestellt. Diese Roche-Veranstaltung steht allen Journalisten ausserhalb der USA offen, die beim ASCO-Jahreskongress 2016 als Medienvertreter akkreditiert sind. Die Akkreditierung erfolgt unter diesem Link.

Alecensa erhielt im Dezember 2015 von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) die beschleunigte vorläufige Zulassung für die Behandlung von Patienten mit ALK-positivem NSCLC, deren Erkrankung unter Crizotinib weiter fortschritt oder die Crizotinib nicht vertragen. Zurzeit läuft die weltweite randomisierte Phase-III-Studie ALEX zum Vergleich von Alecensa mit Crizotinib als Erstlinientherapie für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, deren Tumor mit dem von Roche Tissue Diagnostics entwickelten immunhistochemischen (IHC) Begleittest VENTANA ALK (D5F3) CDx Assay als ALK-positiv charakterisiert wurde. Diese Studie ist Teil des Engagements von Roche, die aktuelle vorläufige Zulassung für Patienten mit ALK-positivem metastasierendem NSCLC, deren Erkrankung unter Crizotinib fortschreitet oder die Crizotinib nicht vertragen, in eine reguläre Zulassung als Initialtherapie umzuwandeln.

Über die Studie J-ALEX

Die von Chugai durchgeführte Studie J-ALEX ist eine offene, randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Alecensa und Crizotinib bei Patienten in Japan. Die Studie J-ALEX rekrutierte 207 Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenem oder rezidivierendem NSCLC, die zuvor noch nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt worden waren. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 in die Gruppe mit Alecensa oder die Crizotinib-Gruppe randomisiert. Die Studie ergab folgende Resultate:

  • Alecensa reduzierte das Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod (PFS) um 66 Prozent, verglichen mit Crizotinib (HR=0,34, 99%-KI: 0,17–0,70, p<0,0001).
  • Das mediane PFS wurde in der Gruppe mit Alecensa noch nicht erreicht (95%-KI: 20,3 Monate-nicht erreicht), während es in der Crizotinib-Gruppe 10,2 Monate betrug (95%-KI: 8,2–12,0).
  • Nebenwirkungen der Grade 3-4 traten in der Crizotinib-Gruppe häufiger auf als in der Gruppe mit Alecensa (51 Prozent gegenüber 27 Prozent).
  • Die häufigste Nebenwirkung, die unter Alecensa mit einer Häufigkeit von > 30 Prozent auftrat, war Verstopfung (36 Prozent). Die häufigsten Nebenwirkungen unter Crizotinib waren Übelkeit (74 Prozent), Durchfall (73 Prozent), Erbrechen (59 Prozent), Sehstörungen (55 Prozent), Geschmacksveränderung (Dysgeusie; 52 Prozent), Verstopfung (46 Prozent) und ein Anstieg der Leberenzyme Alanintransaminase (ALT, 32 Prozent) und Aspartattransaminase (AST, 31 Prozent).

Über Alecensa® (Alectinib)

Alecensa (RG7853/AF-802/RO5424802/CH5424802) ist ein oral anwendbares Medikament, das aus den Chugai Kamakura Research Laboratories stammt und für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), deren Tumore als ALK+ identifiziert werden, entwickelt wird. Ein ALK+ NSCLC wird oft bei jüngeren Patienten diagnostiziert, die wenig oder überhaupt nicht geraucht haben. Es findet sich fast immer bei Patienten mit einem Adenokarzinom, einer bestimmten Art von NSCLC. Alecensa ist in den USA zur Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem (metastasierendem) ALK-positivem NSCLC zugelassen, deren Erkrankung unter der Behandlung mit Crizotinib weiter fortschritt oder die Crizotinib nicht vertrugen.

In den zwei Phase-II-Schlüsselstudien NP28761 und NP28673 liess Alecensa bei bis zu 44 Prozent der Patienten mit ALK-positivem NSCLC, deren Erkrankung unter Crizotinib fortschritt, die Tumoren schrumpfen. Ausserdem zeigte Alecensa eine Aktivität in Hirnmetastasen, was darauf hindeutet, dass das Medikament möglicherweise im Gehirn aufgenommen wird. Das Gehirn wird von der Blut-Hirn-Schranke geschützt – einem Netzwerk von eng miteinander verbundenen Zellen, die das Innere der Blutgefässe im Gehirn und im Rückenmark auskleiden. Einer der Mechanismen, mit dem die Blut-Hirn-Schranke das Eindringen von Molekülen in das Gehirn verhindert, besteht darin, die Stoffe aktiv aus der Blut-Hirn-Schranke auszuschleusen. Dieser Prozess wird als ‘active efflux’ (aktive Ausschleusung) bezeichnet. Das aktive Ausschleusungssystem erkennt Alecensa jedoch nicht, sodass das Medikament in das Hirngewebe eindringen und sich dort verteilen könnte.

In den weltweiten Phase-III-Studien mit Alecensa wird auch ein von Roche Diagnostics entwickelter diagnostischer Begleittest geprüft. Alecensa wird in Japan von Chugai Pharmaceutical, das zur Roche-Gruppe gehört, vermarktet.

Über Roche und Lungenkrebs

Lungenkrebs ist ein Schwerpunkt der Forschung und Investition von Roche, und wir setzen uns dafür ein, neue Therapieansätze, Medikamente und Tests zu entwickeln, die Patienten mit dieser tödlichen Erkrankung helfen können. Unser Ziel ist eine wirksame Behandlungsmöglichkeit für jeden Patienten mit Lungenkrebs. Wir verfügen bereits über drei zugelassene Medikamente zur Behandlung bestimmter Formen von Lungenkrebs und erforschen mehr als zehn weitere Medikamente, die sich gezielt gegen die häufigsten genetischen Treiber von Lungenkrebs richten oder das Immunsystem zur Bekämpfung der Erkrankung stimulieren.

Über Roche

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen.

Roche ist das grösste Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der Personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten vorzubeugen, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das siebte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2015 weltweit über 91 700 Mitarbeitende. Im Jahr 2015 investierte Roche 9,3 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 48,1 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.