Therapieschema mit Perjeta von Roche verlängerte bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium das Überleben, ohne dass die Erkrankung wieder auftrat oder weiter fortschritt, gegenüber Therapie mit Herceptin und Chemotherapie

Basel, 01. Juni 2015

  • Neue Daten der Phase-II-Studie NeoSphere liefern zusätzliche Nachweise für die Rolle von Perjeta bei der neoadjuvanten (präoperativen) Therapie von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium
  • Diese Daten deuten darauf hin, dass der mit dem Therapieschema für Perjeta beobachtete Vorteil gegenüber der Therapie mit Herceptin und Chemotherapie in der primären Analyse der Studie zu langfristigen Verbesserungen der Therapieergebnisse führen könnte
  • Die Resultate sind ausserdem ein weiterer Beleg für einen Zusammenhang zwischen der pathologisch kompletten Remission (pCR) und den Langzeitergebnissen bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium

Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute neue Resultate der Phase-II-Studie NeoSphere bekannt. Diese zeigen, dass die Gabe von Perjeta® (pertuzumab) in Kombination mit Herceptin® (trastuzumab) und Docetaxel-Chemotherapie vor der Operation (neoadjuvante Therapie) bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung reduzierte und die Zeit bis zu einem Rückfall der Krebserkrankung verlängerte, verglichen mit Herceptin und Chemotherapie. Das Sicherheitsprofil des Therapieschemas mit Perjeta entsprach dem in früheren Studien, und es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet. Diese neuen Daten werden heute auf dem 51. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago von Dr. Luca Gianni, Medical Oncology, San Raffaele Hospital, Scientific Institute, vorgestellt (Abstract Nr. 505).

In der NeoSphere-Studie wurden das progressionsfreie Überleben (PFS) und das krankheitsfreie Überleben (DFS) nach drei Jahren beurteilt. Die Resultate zeigen, dass Patientinnen, die vor der Operation mit dem Therapieschema für Perjeta behandelt wurden, ein um 31 Prozent niedrigeres Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung, einen Rückfall oder den Tod hatten (PFS; HR=0,69; 95%-KI 0,34–1,40), verglichen mit Herceptin und Chemotherapie.1 Die mit dem Therapieschema für Perjeta behandelten Patientinnen hatten ausserdem ein um 40 Prozent geringeres Risiko, einen Rückfall zu erleiden oder zu sterben (DFS; HR=0,60; 95%-KI 0,28–1,27).1 Die Patientinnen in der NeoSphere-Studie, die neoadjuvant behandelt wurden, erhielten nach ihrer Operation zusätzlich eine einjährige adjuvante Therapie mit Herceptin und Chemotherapie. Die Resultate dieser Analyse sind deskriptiv, weil die Studie nicht dafür konzipiert war, statistisch signifikante Unterschiede für PFS und DFS nach drei Jahren nachzuweisen.

„Die frühzeitige Behandlung von Brustkrebs, bevor die Erkrankung Metastasen streut, kann einen Rückfall oder das Erreichen eines fortgeschrittenen Stadiums verhindern“, so Sandra Horning, Chief Medical Officer und Leiterin der globalen Produktentwicklung von Roche. „Diese neuen Resultate ergänzen das Datenmaterial für Perjeta in der neoadjuvanten Therapie, und wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie APHINITY, um die breitere Bedeutung von Perjeta in der adjuvanten Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium besser zu verstehen.“

Die Resultate lassen zudem vermuten, dass Patientinnen, die eine pathologisch komplette Remission (pCR) erreichten, d.h. bei denen zum Zeitpunkt der Operation kein Tumorgewebe in der betroffenen Brust und den lokalen Lymphknoten mehr nachweisbar war, in allen Studiengruppen eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, nach drei Jahren am Leben und krankheitsfrei zu sein (PFS HR=0,54; 95%-KI 0,29–1,00; DFS HR=0,68; 95%-KI 0,36–1,26). Dies belegt den Zusammenhang zwischen der pCR und Verbesserungen der Langzeittherapieergebnisse.1

Es wurde bereits berichtet, dass das Therapieschema mit Perjeta die Anzahl der Patientinnen, die eine pCR erreichten, signifikant erhöhte, verglichen mit Herceptin und Docetaxel-Chemotherapie (39,3 vs. 21,5 Prozent).2 Diese auf dem ASCO-Kongress vorgestellten neuen Daten deuten darauf hin, dass der pCR-Vorteil, der mit der Kombination von Perjeta, Herceptin und Chemotherapie beobachtet wurde, zu langfristigen Verbesserungen der Therapieergebnisse führen könnte.

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) erteilte 2013 eine beschleunigte vorläufige (‘bedingte’) Zulassung des Therapieschemas mit Perjeta zur neoadjuvanten Therapie bei Patientinnen mit HER2-positivem Hochrisiko-Brustkrebs im Frühstadium. Eine vollständige Auswertung der Daten der laufenden Phase-III-Studie APHINITY ist die Voraussetzung für die Umwandlung der beschleunigten vorläufigen Zulassung in eine reguläre Zulassung. Die APHINITY-Studie vergleicht Perjeta, Herceptin und Chemotherapie mit Herceptin und Chemotherapie zur adjuvanten (postoperativen) Therapie von Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium. Die ersten Daten aus APHINITY werden für 2016 erwartet.

Roche hat vor kurzem bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Zulassungsgesuch für das Therapieschema mit Perjeta als neoadjuvante Therapie für Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium eingereicht. Das Zulassungsgesuch stützt sich hauptsächlich auf die Resultate der NeoSphere-Studie sowie zusätzliche Daten der Phase-II-Studie TRYPHAENA und langfristigere Sicherheitsdaten der Phase-III-Studie CLEOPATRA mit Perjeta bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs.

Über die NeoSphere-Studie3

Bei der Studie NeoSphere (Neoadjuvant Study of Pertuzumab and Herceptin in an Early Regimen Evaluation) handelt es sich um eine internationale randomisierte, multizentrische Phase-II-Studie bei 417 Patientinnen mit neu diagnostiziertem HER2-positivem, operablem, lokal fortgeschrittenem oder entzündlichem Brustkrebs im Frühstadium. Die Studienteilnehmer wurden nach Zufallskriterien (randomisiert) einer von vier Studiengruppen zugeteilt und erhielten eine neoadjuvante Therapie über vier Zyklen (12 Wochen) mit anschliessender Operation und einjähriger adjuvanter Therapie mit Herceptin kombiniert mit Chemotherapie. Primärer Endpunkt war die pathologisch komplette Remission (pCR). Sekundäre Endpunkte waren: Klinisches Ansprechen, Zeit bis zum klinischen Ansprechen, Sicherheitsprofil, progressionsfreies Überleben (PFS), krankheitsfreies Überleben (DFS), Anteil der brusterhaltenden Operationen und der Nachweis von Biomarkern.

Die neuen Daten zeigen:1

  • Nach drei Jahren betrug die PFS-Rate 90 Prozent in der auf Perjeta basierenden Gruppe, verglichen mit 86 Prozent in der Gruppe mit Herceptin und Docetaxel-Chemotherapie (HR=0,69).
  • Die DFS-Rate betrug 92 Prozent bei Patientinnen, die das Perjeta-Therapieschema erhielten, verglichen mit 85 Prozent bei Patientinnen, die mit Herceptin und Chemotherapie behandelt wurden (HR=0,60).
  • Das Sicherheitsprofil entsprach dem in früheren Studien mit Perjeta, und es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet.

Die früher berichteten Daten der primären Analyse zeigten:2

  • Die Behandlung mit Perjeta, Herceptin und Docetaxel-Chemotherapie verbesserte signifikant die pCR-Rate in der betroffenen Brust und den lokalen Lymphknoten um 17,8 Prozent, verglichen mit Herceptin und Chemotherapie allein (39,3 vs. 21,5 Prozent, p=0,0063).
    • pCR 21,5 Prozent für Herceptin und Chemotherapie
    • pCR 39,3 Prozent für Perjeta, Herceptin und Chemotherapie
    • pCR 11,2 Prozent für Perjeta und Herceptin
    • pCR 17,7 Prozent für Perjeta und Chemotherapie
  • Das Therapieschema für Perjeta war nicht mit wesentlich mehr Nebenwirkungen als Herceptin und Chemotherapie allein verbunden.
  • Die häufigsten schweren Nebenwirkungen (Grad 3 oder höher) unter dem Therapieschema mit Perjeta waren Neutropenie (Abnahme einer bestimmten Art von weissen Blutkörperchen, 44,9 Prozent), febrile Neutropenie (Fieber einhergehend mit Abnahme einer bestimmten Art von weissen Blutkörperchen, 8,4 Prozent), Leukopenie (Abnahme der Gesamtzahl der weissen Blutkörperchen, 4,7 Prozent) und Durchfall (5,6 Prozent).

Über Perjeta

Perjeta ist ein Medikament, das zielgerichtet am HER2-Rezeptor angreift. Dieses Protein ist auf der Oberfläche vieler normaler Zellen und bei HER2-positiven Krebserkrankungen in grossen Mengen auf der Oberfläche der Krebszellen vorhanden. Perjeta wurde speziell entwickelt, um zu verhindern, dass sich der HER2-Rezeptor mit anderen HER-Rezeptoren (EGFR/HER1, HER3 und HER4) auf der Oberfläche von Zellen verbindet („dimerisiert“). Dieser Vorgang spielt vermutlich beim Krebswachstum eine wichtige Rolle. Die Bindung von Perjeta an HER2 könnte darüber hinaus dem Immunsystem des Körpers signalisieren, dass es die Krebszellen zerstören soll. Man geht davon aus, dass die Wirkungsmechanismen von Perjeta und Herceptin einander ergänzen, da beide an den HER2-Rezeptor binden, jedoch an verschiedenen Stellen. Die Kombination von Perjeta und Herceptin führt vermutlich zu einer umfassenderen Blockade der HER-Signalwege und verhindert dadurch das Wachstum und Überleben von Krebszellen.

Über die Medikamente von Roche für HER2-positiven Brustkrebs

Roche ist seit über 30 Jahren führend in der Erforschung des HER2-Signalwegs und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gesundheit, die Lebensqualität und das Überleben von Patientinnen mit HER2-positiven Erkrankungen sowohl im frühen als auch im fortgeschrittenen Stadium zu verbessern.

Roche hat mit Herceptin, Perjeta und Kadcyla drei innovative Medikamente entwickelt, die ein neues Kapitel in der Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs aufgeschlagen haben. HER2-positiver Brustkrebs ist eine besonders aggressive Form der Erkrankung, von der rund 20 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs betroffen sind.4 In den vergangenen 15 Jahren haben sich die Aussichten für Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs so stark verbessert, dass ihre Therapieergebnisse mit diesen innovativen Medikamenten besser sind als die von Patientinnen mit weniger aggressivem HER2-negativem Brustkrebs.5

Die Eignung für die Behandlung mit den gezielt gegen HER2 gerichteten Medikamenten von Roche wird mit Hilfe eines diagnostischen Tests ermittelt, der von Anfang an zeitsparend und effizient diejenigen Patientinnen identifiziert, die am Beginn ihrer Krankheit wahrscheinlich von diesen Medikamenten profitieren.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, einem zentralen strategischen Ansatz von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 28 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Literatur
1 Gianni L, et al. American Society for Clinical Oncology 2015; Abstract Nr. 505.
2 Gianni L, et al. Lancet Oncol 2012; 13: 25-32.
3 F. Hoffmann-La Roche. ClinicalTrials.gov NCT00545688. National Library of Medicine. Verfügbar unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00545688
4 Wolff AC, et al. J Clin Oncol 2013; 31(31): 3997-4013.
5 Dawood S, et al. J Clin Oncol 2010; 28: 92.