Roche mit gutem Jahresergebnis 2014

Basel, 28. Januar 2015

  • Konzernverkäufe steigen um 5% zu konstanten Wechselkursen1, 1% in Schweizer Franken
  • Verkäufe der Division Pharma wachsen um 4%, Hauptwachstumsträger sind das Onkologieportfolio (Medikamente für HER2-positiven Brustkrebs und Avastin) und ein starkes Verkaufsplus in der Immunologie (Actemra, Xolair)
  • Verkäufe der Division Diagnostics erhöhen sich um 6% dank starkem Wachstum bei Professional Diagnostics und Molecular Diagnostics
  • Kerngewinn je Titel steigt um 5% auf 14,29 Franken; Steigerung um 7% unter Berücksichtigung einer einmaligen Doppelbelastung durch Arzneimittel-Gebühr in den USA im Jahr 20142
  • Verwaltungsrat beantragt Erhöhung der Dividende um 3% auf 8,00 Franken und damit die 28. Dividendenerhöhung in Folge
  • Ausblick für 20153: Verkaufswachstum im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen erwartet. Wachstum des Kerngewinns je Titel zu konstanten Wechselkursen über dem der Verkäufe angestrebt. Weitere Dividendenerhöhung in Schweizer Franken angestrebt
Kennzahlen 2014

In Millionen CHF
Veränderung in %

20142013CERCHF
Verkäufe47 46246 78051
Division Pharma36 69636 30441
Division Diagnostics10 76610 47663

    
Kernbetriebsgewinn17 63617 9043-1
Kernkonzerngewinn12 53312 52660
Konzerngewinn (IFRS4)9 53511 373-10-16
Kerngewinn je Titel in CHF14,2914,2750

Severin Schwan, CEO von Roche, zum Geschäftsverlauf im Jahr 2014: „Wir haben 2014 gute Fortschritte erzielt. Gestützt auf unsere neu eingeführten Arzneimittel und diagnostischen Tests verzeichneten beide Divisionen ein gutes Wachstum. Ausserdem konnten wir zehn Übernahmen zur gezielten Ergänzung unseres Portfolios in den Divisionen Pharma und Diagnostics tätigen. Die Nachfrage nach dem vor kurzem in den USA im Markt eingeführten Medikament Esbriet gegen Lungenfibrose ist sehr positiv. Wir haben dieses Medikament, das den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten hat, mit der Übernahme von InterMune in unser Portfolio aufgenommen. Die Division Diagnostics setzt mit den erfolgreich lancierten Plattformen cobas 6800 und cobas 8800 neue Standards für die Automatisierung in der Molekulardiagnostik. Mit unserem breiten Produktportfolio und unserer starken Produktepipeline sind wir gut für die Zukunft aufgestellt.“

Konzernergebnisse

Gute Verkaufszuwächse in beiden Divisionen

Die Konzernverkäufe lagen 2014 bei 47,5 Milliarden Franken. In der Division Pharma trugen insbesondere das Portfolio zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs (+20%) sowie Avastin (+6%) zum Wachstum bei. Die neuen Produkte Perjeta und Kadcyla zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs trugen sehr gut zum Verkaufswachstum bei und konnten Umsatzeinbussen bei Xeloda aufgrund von Konkurrenz durch Generika mehr als ausgleichen. Die Nachfrage für Arzneimittel gegen immunologische Erkrankungen blieb anhaltend stark, vor allem für Actemra/RoActemra (+23%) zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und für Xolair (+25%) gegen chronische idiopathische Urtikaria und allergisches Asthma. Gegen Ende des Jahres legten die Verkäufe von Tamiflu aufgrund der Grippeepidemie in den USA beträchtlich zu (+54%). In der Division Diagnostics trugen erneut die Geschäftsbereiche Professional Diagnostics mit einem Verkaufszuwachs von 8% sowie Molecular Diagnostics mit 6% am stärksten zum Wachstum bei. Die 2014 neu eingeführten Testsysteme cobas 6800 und cobas 8800 für die Molekulardiagnostik wurden am Markt ebenfalls positiv aufgenommen.

Der Kurs des Schweizer Frankens stieg 2014 gegenüber verschiedenen Währungen, insbesondere dem japanischen Yen sowie einer Reihe lateinamerikanischer Währungen und dem US-Dollar. Insgesamt belastete dies die in Schweizer Franken berichteten Ergebnisse.

Kernbetriebsgewinn5 und Geldfluss weiterhin stark

Der Kernbetriebsgewinn des Konzerns legte 2014 um 3% zu. Darin enthalten ist eine doppelte Belastung von 202 Millionen Franken aufgrund geänderter Vorschriften seitens der US-Finanzbehörde, welche die zeitlich vorgezogene Verbuchung einer Abgabe für Markenarzneimittel zur Folge hatte. Ohne diese einmalige Sonderbelastung nahm der Kernbetriebsgewinn um 5% zu.

Der Geldfluss aus operativen Tätigkeiten betrug 15,8 Milliarden Franken. Dem starken Geldfluss aus dem laufenden Geschäft standen höhere Investitionen in Produktionsanlagen und andere Standortentwicklungsprojekte gegenüber, wodurch der Geldfluss zu konstanten Wechselkursen um 2% geringer ausfiel als im Vorjahr. Der freie Geldfluss betrug 5,3 Milliarden Franken und stieg damit gegenüber 2013 um 1% zu konstanten Wechselkursen.

Wertminderungen und Restrukturierungen belasten Konzerngewinn

2014 belasteten die Refinanzierung der langfristigen Verbindlichkeiten sowie Wertminderungen und Restrukturierungskosten den Konzerngewinn nach IFRS. Die Roche-Gruppe refinanzierte einen Teil ihrer langfristigen Verbindlichkeiten, um die Niedrigzinsphase zu nutzen. Nach Steuern ergab sich hieraus ein einmaliger Verlust in Höhe von 279 Millionen Franken. Diese Refinanzierung wird auf lange Sicht erhebliche Zinseinsparungen erbringen. Die Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten stiegen um 1,1 Milliarden Franken. Dies ist insbesondere auf den Bereich Tissue Diagnostics zurückzuführen, wo sich die Neubewertung eines Produkts in der späten Entwicklung sowie niedrigere Rückerstattungspreise für Labortests in den USA negativ auswirkten. Die Kosten für Restrukturierungsprogramme erhöhten sich um 252 Millionen Franken aufgrund eines nicht wiederkehrenden, ausserordentlichen Einkommenseffekts im IFRS-Ergebnis in 2013.

Insgesamt führten diese Kosten und Wertminderungen nach Steuern 2014 zu einem um 10% geringeren Konzerngewinn auf Basis IFRS (-16% in Schweizer Franken). Der Kernkonzerngewinn, in dem diese ausserordentlichen Positionen nicht enthalten sind, stieg gegenüber dem Vorjahr um 6% (stabil in Schweizer Franken).

Das zugrundeliegende Geschäft zeigte wiederum eine starke Entwicklung, wobei der Kerngewinn je Titel um 5% zu konstanten Wechselkursen stieg und in Franken stabil blieb. Ohne die einmalige Sonderbelastung durch die US-Abgabe für Markenarzneimittel war der Kerngewinn je Titel um 7% höher als im Vorjahr.

Auf Grundlage der guten Geschäftsentwicklung beantragt der Verwaltungsrat zuhanden der Generalversammlung eine Dividendenerhöhung – die 28. in Folge – von 3% auf 8,00 Franken.

Produktzulassungen und positive Daten aus der Pipeline

Das Krebsmedikament Avastin wurde in den neuen Indikationen platinresistenter Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs zugelassen, und Gazyvaro zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie erhielt die Zulassung in der EU. Das neu akquirierte Arzneimittel Esbriet zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose erhielt von der FDA im Juli den Status eines Therapiedurchbruchs und wurde im Oktober 2014 in den USA zugelassen. Darüber hinaus wurden dem Medikament Lucentis in der zusätzlichen Indikation gegen diabetische Retinopathie sowie dem neuen immuntherapeutischen Wirkstoff Anti-PDL1 gegen Blasenkrebs von der FDA ebenfalls der Status eines Therapiedurchbruchs zuerkannt.

Zu den besonderen Erfolgen im Jahr 2014 gehörten die Ergebnisse der Phase-III-Studie CLEOPATRA mit Perjeta bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs. Sie zeigten, dass eine Behandlung mit Perjeta in Kombination mit Herceptin und Chemotherapie das Gesamtüberleben von zuvor unbehandelten Patientinnen auf fast fünf Jahre verlängerte. Ergebnisse einer klinischen Studien zu Cobimetinib plus Zelboraf bei fortgeschrittenem Melanom zeigten, dass das Risiko einer Verschlechterung der Krankheit (im Vergleich zu Zelboraf allein) um die Hälfte gesenkt werden konnte. Insgesamt hat Roche jetzt mehr als 30 Kombiniationsbehandlungen in der Onkologie-Pipeline.

Phase-III-Studien mit Bitopertin zur Behandlung von Schizophrenie verfehlten ihre primären Endpunkte, und eine Phase-III-Studie mit Gantenerumab bei Alzheimer-Krankheit im Frühstadium wurde nach einer vorab geplanten Zwischenanalyse eingestellt.

Für die Erstlinienbehandlung von HER2-positivem fortgeschrittenem Brustkrebs ergab die Studie MARIANNE zur Behandlung mit dem Antikörper–Wirkstoff-Konjugat Kadcyla in Kombination mit Perjeta für das progressionsfreie Überleben ähnlich lange Zeitspannen wie Herceptin plus Chemotherapie, sie zeigte in dieser spezifischen Indikation jedoch keine Überlegenheit der Behandlung mit Kadcyla. Diese Resultate berühren nicht die zugelassenen Anwendungen von Perjeta und Kadcyla bei HER2-positivem Brustkrebs, in denen beide Medikamente nachweislich die Überlebensdauer verlängern. Kadcyla ist für bereits vorbehandelte Patientinnen zugelassen (Zweit- und alle weiteren Behandlungslinien), Perjeta in Kombination mit Herceptin und Chemotherapie für zuvor unbehandelte Patientinnen (Erstlinienbehandlung).

14 wichtige diagnostische Produkte auf den Markt gebracht, Portfolio weiter ausgebaut

Roche führte 2014 eine Reihe neuer diagnostischer Instrumente auf dem Markt ein, darunter die Systeme cobas 6800 und cobas 8800 für die Molekulardiagnostik, das System cobas 6500, welches die Urinstreifendiagnostik mit der digitalen Urinmikroskopie kombiniert, sowie neue Instrumente für das Diabetesmanagement. Darüber hinaus kamen neue Tests zum Nachweis von Infektionskrankheiten auslösenden Mikroorganismen und für die Fertilitäts- und Pränataldiagnostik auf den Markt. Diese stärken das umfassende Testportfolio im Bereich Frauengesundheit – von Fertilitäts- und Schwangerschaftstests über das Management von Brust-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs bis hin zur Überwachung und dem Management chronischer, altersbedingter Erkrankungen wie Osteoporose.

Stärkung der Organisation durch strategische Übernahmen

Im Laufe der letzten zehn Monate nahm Roche zehn Übernahmen zur gezielten Ergänzung des Produktportfolios beider Divisionen vor, darunter InterMune, das Esbriet zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose entwickelt hat, und Seragon Pharmaceuticals, das einen neuen Ansatz bei der Behandlung von Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs prüft. Die Übernahmen in der Division Diagnostics galten dem Ausbau des Point-of-Care-Segments in der Molekulardiagnostik sowie dem Erwerb neuer Technologien zur Gensequenzierung.

Anfang 2015 wurde Ariosa Diagnostics übernommen, um das Roche-Portfolio mit Tests für nichtinvasive Pränatal- und zellfreie DNA-Diagnostik zu erweitern. Darüber hinaus vereinbarte Roche eine strategische Partnerschaft mit Foundation Medicine auf dem Gebiet der molekularen Information und der genomischen Analyse in der Onkologie. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die personalisierte Medizin weiter voranzutreiben, indem die molekulare Charakterisierung zur umfassenden Beurteilung von Tumoren genutzt wird.

Ausblick für 2015

Für 2015 rechnet die Roche-Gruppe mit einem Verkaufszuwachs im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich, zu konstanten Wechselkursen. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel6 zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liegt. Roche strebt an, dass die Dividende auch für das Jahr 2015 in Schweizer Franken erhöht werden kann.

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Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, eines zentralen strategischen Ansatzes von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 24 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit über 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

1. Soweit nicht anders angegeben, sind alle Wachstumsraten zu konstanten Wechselkursen (CER = Constant Exchange Rates) berechnet (Durchschnittskurse Gesamtjahr 2013).
2. Eine Sonderbelastung in Höhe von 202 Millionen Franken resultierte aus Gebühren für Markenarzneimittel in den USA, nachdem die Behörden eine abschliessende Regulierung festgelegt hatten, welche den Zeitpunkt der Verbuchung der Verbindlichkeit vorzog.
3. Ohne Berücksichtigung der 428 Millionen Franken aus der Rückveräusserung der Rechte an Filgrastim 2014.
4. IFRS: International Financial Reporting Standards.
5. Dies schliesst kernergebnisfremde Positionen wie globale Restrukturierungskosten, Abschreibungen und Wertminderungen von Goodwill und immateriellem Anlagevermögen sowie Verluste aus Schuldenumstrukturierungen aus.
6. Hierbei sind 428 Millionen Franken aus der Rückveräusserung der Franchiserechte an Filgrastim 2014 nicht berücksichtigt.