Roche stellt auf Brustkrebssymposium 2011 in San Antonio wichtige neue Daten zu HER2-positivem Brustkrebs vor

Basel, den, 30. November 2011

Wie Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) heute bekannt gab, wird das Unternehmen auf dem diesjährigen 34. CTRC-AACR San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vom 6. bis 10. Dezember 2011 die Resultate von Studien mit seinem Prüfmedikament Pertuzumab bei HER2-positivem Brustkrebs vorstellen. Darunter befinden sich auch Daten aus der ersten randomisierten Phase-III-Studie mit Pertuzumab in Kombination mit Herceptin und Docetaxel-Chemotherapie (CLEOPATRA). Man geht davon aus, dass die Wirkungsmechanismen von Pertuzumab und Herceptin einander ergänzen. Beide Medikamente binden an den HER2-Rezeptor, setzen jedoch an verschiedenen Regionen des Rezeptors an.

„Wir machen weitere wesentliche Fortschritte gegen HER2-positiven Brustkrebs, eine Erkrankung, bei der wir den Therapiestandard bereits dramatisch verändert und die Behandlungsergebnisse verbessert haben,“ so Dr. Hal Barron, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung. „Die auf dieser Tagung vorgestellten Daten bestärken unser Engagement für die Forschung an neuen Behandlungsmöglichkeiten für HER2-positiven Brustkrebs.“

Ausserdem werden Daten aus dem VIRGO-Register für metastasierenden Brustkrebs vorgestellt. Diese Daten unterstreichen die Bedeutung einer genauen HER2-Diagnostik, um sicherzustellen, dass der HER2-Status von Brustkrebs exakt bestimmt wird und die betroffenen Patientinnen dadurch ganz spezifisch behandelt werden können.

Die wichtigsten Studienergebnisse, die auf dem SABCS-Symposium vorgestellt werden:

Pertuzumab

  • Vollständige Resultate aus CLEOPATRA, einer randomisierten Phase-III-Zulassungsstudie zum Vergleich der Kombination von Pertuzumab, Herceptin® (Trastuzumab) und Docetaxel-Chemotherapie mit Herceptin und Chemotherapie allein bei Patienten mit nicht vorbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs werden von Professor Jose Baselga, M.D., PhD, Leiter der Hämatologie/Onkologie und stellvertretender Direktor des Massachusetts General Hospital Cancer Centre vorgestellt. Bei dem Prüfmedikament Pertuzumab handelt es sich um einen HER2-Dimerisierungshemmer (HDI). Zum ersten Mal werden nun Daten zum progressionsfreien Überleben (PFS) aus einer randomisierten Studie mit Pertuzumab vorgestellt. Die Studienresultate in einem SABCS-Pressegespräch bekannt gegeben.
    CLEOPATRA: A Phase III, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Registration Trial to Evaluate the Efficacy and Safety of Pertuzumab + Trastuzumab + Docetaxel vs. Placebo + Trastuzumab + Docetaxel in Patients with Previously Untreated HER2-Positive Metastatic Breast Cancer (CLEOPATRA). (Abstract S5-5). SABCS-Pressegespräch, Donnerstag, den 8. Dezember, 07:30 Uhr CST. Vortrag, General Session 5, am Freitag, den 9. Dezember, 10:30 Uhr CST, Halle D.
  • Biomarker-Analysen der NEOSPHERE-Studie, einer vierarmigen randomisierten neoadjuvanten Phase-II-Studie zur Beurteilung der Kombination von Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium, werden von Dr. Luca Gianni, Direktor der medizinischen Onkologie am San Raffaele Cancer Center in Mailand, Italien, vorgestellt. Auf dem SABCS-Symposium 2010 hatten die NEOSPHERE-Daten gezeigt, dass die präoperative (neoadjuvante) Gabe dieser Kombination die Rate des vollständigen Verschwindens des Tumors (pathologisch komplette Ansprechrate, pCR) in der Brust um mehr als die Hälfte verbesserte, verglichen mit Herceptin plus Chemotherapie ohne Pertuzumab.
    NEOSPHERE: Neoadjuvant pertuzumab (P) and trastuzumab (H): Biomarker analyses of a 4-arm randomized Phase II study ('NeoSphere') in patients (pts) with HER2-positive breast cancer (BC). (Abstract S5-1). Vortrag, General Session 5, am Freitag, den 9. Dezember, 09:30 Uhr CST, Halle D.
  • Die Resultate der TRYPHAENA-Studie, einer randomisierten neoadjuvanten Phase-II-Studie zur Untersuchung der Kombination von Pertuzumab und Herceptin mit oder ohne anthrazyklinbasierte Chemotherapie, werden von Professor Andreas Schneeweiss, Direktor der gynäkologischen Onkologie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen, Universitätsklinik Heidelberg, Deutschland, vorgestellt.
    TRYPHAENA: Neoadjuvant pertuzumab and trastuzumab concurrent or sequential with an anthracycline-containing regimen or concurrent with an anthracycline-free standard regimen: a randomized Phase II study (TRYPHAENA). (Abstract S5-6). Vortrag, General Session 5, am Freitag, den 9. Dezember, 10:45 Uhr CST, Halle D.

HER2-Tests

  • Daten des VIRGO-Registers für metastasierenden Brustkrebs werden ebenfalls vorgestellt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung genauer diagnostischer Tests, die sich wesentlich auf die Behandlungsentscheidungen bei vielen Patienten mit Brustkrebs auswirken können. Die vorgestellten Resultate betreffen speziell die Raten der mit HER2-negativem Brustkrebs fehldiagnostizierten Patienten.
    VIRGO: Discordance between central and local laboratory HER2 testing from a large HER2-negative population in VIRGO, a metastatic breast cancer registry. (Abstract P1-07-02). Poster Session 1, Prognosis/Response Predictions: Biomarkers – Methods, Mittwoch, den 7. Dezember, 17:00 Uhr CST, Hallen A-B.

Über Pertuzumab

Pertuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bei frühem und metastasierendem HER2-positivem Brustkrebs geprüft wird. Bei diesem gezielt auf HER2 ausgerichteten Prüfmedikament handelt es sich um einen HER2-Dimerisierungshemmer (HDI). Die HER-Dimerisierung (Paarung) spielt vermutlich bei der Entstehung und beim Wachstum verschiedener Krebsarten eine wichtige Rolle. Pertuzumab ist das erste Prüfmedikament, das speziell entwickelt wurde, um zu verhindern, dass sich der HER2-Rezeptor mit anderen HER-Rezeptoren (EGFR/HER1, HER3, HER4) verbindet. Auf diese Weise blockiert Pertuzumab vermutlich die Weiterleitung von Zellsignalen, was schliesslich zur Hemmung des Krebszellwachstums oder zum Absterben der Krebszelle führen kann. Die Bindung von Pertuzumab an HER2 könnte darüber hinaus dem Immunsystem des Körpers signalisieren, dass es die Krebszellen zerstören soll. Man geht davon aus, dass die Wirkungsmechanismen von Pertuzumab und Herceptin einander ergänzen, da beide Medikamente an den HER2-Rezeptor binden, jedoch an verschiedenen Regionen des Rezeptors ansetzen. Das Ziel der kombinierten Prüfung von Pertuzumab mit Herceptin und Chemotherapie ist, festzustellen, ob die Kombination eine umfassendere Blockade der HER-Signalwege bewirken kann.

Über Herceptin

Herceptin ist ein humanisierter Antikörper, der gezielt die Funktion von HER2 hemmt. HER2 ist ein Protein, das von einem spezifischen Gen mit krebserzeugendem Potenzial gebildet wird. Der Wirkmechanismus von Herceptin ist einzigartig und beruht auf der Aktivierung des körpereigenen Immunsystems und der HER2-Unterdrückung zur gezielten Zerstörung von Krebszellen. Herceptin hat sowohl bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium und fortgeschrittenem (metastasierendem) HER2-positivem Brustkrebs als auch bei HER-2-positivem fortgeschrittenem (metastasierendem) Magenkrebs eine zuvor unerreichte Wirksamkeit bewiesen. Nicht nur als Monotherapie, sondern auch in Kombination mit oder nach Standardchemotherapie konnten bei Patienten mit HER2-positivem Brust- und Magenkrebs dank Herceptin das krankheitsfreie Überleben, die Gesamtüberlebenszeit und die Ansprechraten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Lebensqualität verbessert werden. Herceptin wird in den USA von Genentech, in Japan von Chugai und in den übrigen Ländern von Roche vertrieben. Seit 1998 haben weltweit fast eine Million Patienten mit HER2-positivem Brust- und Magenkrebs eine Therapie mit Herceptin erhalten, das in mehr als 150 Ländern zugelassen ist.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2010 beschäftigte Roche weltweit über 80’000 Mitarbeitende und investierte mehr als 9 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Für weitere Informationen: www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.