Aktuell zum Welt-Alzheimertag: Neue Website zu Alzheimer-Krankheit im Frühstadium gestartet

Basel, 21. September 2011

Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute den Start der neuen Website www.earlysymptomsalzheimers.com bekannt. Dort erhalten medizinische Fachkräfte, Patienten und Betreuungspersonen umfassende Informationen über die Alzheimer-Krankheit im Frühstadium (prodromale Phase). Der Start der Website erfolgt aus Anlass des Welt-Alzheimertages.

Ziel dieser umfangreichen Website ist es, über die jüngsten bahnbrechenden Forschungsarbeiten zur frühzeitigen Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit zu informieren. Neuere Forschungsergebnisse legen nahe, dass messbare Symptome der Erkrankung bereits zwölf Jahre vor der klinischen Diagnose auftreten können. In den letzten drei Jahren vor der klinischen Diagnose kommt es zu einer erheblichen Verschlechterung.1 Ein besseres Verständnis der Dauer dieser frühen „stummen” Phasen könnte eine Chance eröffnen, den Verlauf der Krankheit durch therapeutische Intervention zu ändern, bevor es zu irreparablen Schäden kommt.

„In den letzten Jahren haben sich unsere Kenntnisse der sehr frühen Phasen der Alzheimer-Krankheit erheblich verbessert. Den Forschern stehen mittlerweile fortschrittlichere Diagnoseinstrumente zur Verfügung. Aus diesem Grund haben wir mit klinischen Prüfungen begonnen, in deren Rahmen eine viel frühere Diagnose und Behandlung dieser Krankheit untersucht wird, bevor eine erhebliche Schädigung des Gehirns eintritt”, sagt Dr. Luca Santarelli, Global Head, Neuroscience Disease and Translational Area von Roche. „Wir haben die Website EarlySymptomsAlzheimers eingerichtet, um den Betroffenen, Angehörigen und Ärzten zu helfen, diesen neuen Ansatz besser zu verstehen. Wir hoffen, dass sich dies künftig positiv auf die Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit auswirken wird.”

Roche zeigt hohes Engagement, um die Behandlung der Alzheimer-Krankheit durch neue, krankheits-modifizierende Therapieansätze zu verbessern. Das Portfolio von Roche umfasst vier neue Produkte zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit, z.B. small molecules und monoklonale Antikörper. Drei dieser Substanzen befinden sich in der Phase II der klinischen Prüfung.

Eines der verbreitetsten und am leichtesten erkennbaren Symptome der prodromalen Alzheimer-Krankheit ist erheblicher Gedächtnisverlust. Obwohl ein gewisses Maß an Gedächtnisverlust Teil des normalen Alterungsprozesses ist, kann ein erheblicher Gedächtnisverlust auf eine drohende Alzheimer-Erkrankung hindeuten.2 Menschen mit erheblichem Gedächtnisverlust sollten einen Arzt aufsuchen, der die kognitive Gesundheit mithilfe von Tests beurteilen und überwachen kann. Bei fortschreitenden Symptomen kann die Alzheimer-Krankheit durch kognitive Tests und bildgebende Untersuchungen des Gehirns diagnostiziert werden. Die Forscher untersuchen ferner das Potenzial spezifischer Biomarker, die die endgültige Diagnose dieser Erkrankung absichern können.

„Wir sind davon überzeugt, dass eine frühzeitige Erkennung und Behandlung den Patienten eine echte Chance bietet. Wichtig ist nicht allein eine frühe Behandlung, sondern der Einsatz eines neuen Biomarkers, den wir für ein molekulares Signal von Alzheimer im Frühstadium halten”, meint Dr. Fraser Inglis, Director, Glasgow Memory Clinic Ltd. „Es wird angenommen, dass krankheitsmodifizierende Therapien für Alzheimer effizienter sind, wenn sie eingesetzt werden, bevor die Patienten fortgeschrittene Symptome entwickeln.”

Diese umfangreiche Website, die mit Unterstützung von Roche eingerichtet wurde, informiert über alle Aspekte der Krankheit von der Diagnose bis zur Behandlung und bietet vielfältige praktische Informationen.

Über die prodromale Alzheimer-Krankheit

Die prodromale Alzheimer-Krankheit führt zu einem Gedächtnisverlust, der über den im normalen Alterungsprozess zu erwartenden Gedächtnisverlust hinausgeht. Dabei ist die Fähigkeit der Patienten, ihren Alltag weiterhin zu bewältigen, nicht in einem vergleichbaren Maße wie bei der Demenz beeinträchtigt.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten an einem effizienten Behandlungsansatz für Alzheimer. Leider sind die Ergebnisse bisher begrenzt. Zentrales Ziel der neuen Behandlungen sind krankheitsmodifizierende Medikamente. Das sind Medikamente, die das Fortschreiten von Alzheimer aufhalten oder verlangsamen können. Bisher steht eine solche Behandlung jedoch nicht zur Verfügung. Die heutigen Therapien zielen auf bestimmte Symptome der Krankheit ab und haben nur bescheidene und vorübergehende Wirkungen. Sie haben keinen Einfluss auf die eigentliche Ursache der Krankheit.

Eine der Haupttheorien zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit ist die so genannte Amyloid-Hypothese: Sie geht davon aus, dass sich das Eiweiß Amyloid im Gehirn ansammelt, Plaques bildet und eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die zu Funktionsstörungen und zum Absterben von Gehirnzellen führen. Nach einem anderen Konzept ist es am Effizientesten, Alzheimer in einer sehr frühen Phase der Krankheit zu behandeln, bevor es zu größeren Schädigungen kommt, also bevor Demenz einsetzt.3

Im April 2011 wurden zum ersten Mal seit Jahrzehnten neue internationale Leitlinien zur Alzheimer-Diagnose veröffentlicht.4 In diesen Leitlinien geht es insbesondere um die Diagnose von Alzheimer in den frühesten Krankheitsstadien. Sie stellen einen entscheidenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Experten über Alzheimer denken und die Erkrankung untersuchen, und verweisen auch auf die Notwendigkeit von Biomarker-Tests. Biomarker spielen bei der Diagnose von Alzheimer im Frühstadium eine zentrale Rolle.

Für weitere Informationen zu besuchen Sie bitte die Roche ClinicalTrials Protocole Registry and Results Database: www.roche-trials.com oder Clinical Trials.gov: clinicaltrials.gov.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen und spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. Im Jahr 2010 beschäftigte Roche weltweit über 80.000 Mitarbeitende und investierte mehr als 9 Milliarden Schweizer Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Für weitere Informationen: www.roche.com.

Alle in dieser Mitteilung verwendeten oder erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

1) Amieva H, Le Goff M, Millet X, Orgogozo JM, Pérès K, Barberger-Gateau P, et al.;Annals of Neurology 2008; 64 (5); 492-498
2) http://archneur.ama-assn.org/cgi/content/full/56/3/303
3) 2010 Aisen et al Report of the task force on designing clinical trials in early (predementia) AD. Neurology 76; 280-286
4) US National Institutes of Health, National Institute on Aging http://www.nia.nih.gov/NewsAndEvents/PressReleases/PR20110419guidelines.htm