MetMAb in Kombination mit Tarceva verdoppelt für Menschen mit Lungenkrebs die Lebenszeit, in der sich ihr Krankheitszustand nicht verschlechtert

Basel, den, 19. Mai 2011

Roche’s personalisierter Behandlungsansatz zeigt vielversprechende Endergebnisse in Phase-II-Studie bei Menschen mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs

Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute Endergebnisse aus einer randomisierten, multizentrischen, doppelblinden Phase-II-Studie mit dem in Entwicklung befindlichen Medikament MetMAb in Menschen mit einem bereits behandelten, fortgeschritten, nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) bekannt. MetMAb ist ein einzigartiger, sogenannter einarmiger Antikörper und gegen das Protein (beziehungsweise den Rezeptor) Met gerichtet, das bei vielen Krebsarten mit einem ungünstigen Krankheitsverlauf in Zusammenhang gebracht wird.

Die Studie zeigte, dass Menschen, deren Tumoren einen durch Begleitdiagnostika festgestellten hohen Met-Gehalt aufwiesen, bei einer Therapie mit Tarceva® (Erlotinib) plus MetMAb doppelt so lange ohne eine Verschlechterung ihres Krankheitszustands (progressionsfreies Überleben, PFS) lebten, als bei einer alleinigen Behandlung durch Tarceva.

Das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) wurde anhand eines explorativen Endpunktes bestimmt und die Studie ergab, dass MetMAb plus Tarceva im Vergleich zu Tarceva allein die Lebenszeit von Menschen mit dieser Form von fortgeschrittenem NSCLC verdreifachte. Die Kombination von MetMAb mit Tarceva führte zu keinerlei unerwarteten Sicherheitssignalen und das Sicherheitsprofil von Tarceva stimmte mit dem aus vorherigen mit Tarceva in Patienten mit soliden Tumoren durchgeführten Studien überein.

“Das einzigartige Konzept von MetMAb und auch die Entwicklung eines Companion-Diagnostic-Tests haben es uns ermöglicht, in einen spezifischen Signalweg einzugreifen, der möglicherweise das Krebswachstum antreibt”, so Dr. Hal Barron, Klinischer Leiter und Chef von Global Product Development. “Diese Ergebnisse unterstützen die weitere Untersuchung von MetMAb als eine mögliche, personalisierte Behandlung für Menschen mit Lungenkrebs. Wir planen den Start einer Phase-III-Studie noch in diesem Jahr.”

In der Phase-II-Studie zu MetMAb wurde unter Verwendung eines immunhistochemischen (IHC) Tests, der von Roche Tissue Diagnostics (Ventana Medical Systems) entwickelt wurde, der Gehalt von Met-Protein in Tumoren von Patienten mit bereits behandeltem NSCLC bestimmt. Tumore mit hohem Met-Proteingehalt wurden als Met-diagnosepositiv klassifiziert und Patienten mit geringem Met-Proteingehalt als Met-diagnosenegativ.

  • In der gesamten Population der Patienten mit hoher und niedriger Met-Expression zeigte die Kombination von MetMAb und Tarceva verglichen mit Tarceva allein keine statistisch signifikante Verbesserung des PFS (HR = 1,09; p = 0,687, mediane PFS: 2,2 Monate gegenüber 2,6 Monaten)
  • Bei Patienten mit Tumoren mit hohem Met-Spiegel wiesen diejenigen, die MetMAb und Tarceva erhielten, verglichen mit Patienten, die nur Tarceva erhielten, eine statistisch signifikante Verdopplung des PFS auf (HR = 0,53, p = 0,04). Das mediane PFS verbesserte sich von 1,5 Monaten auf 2,9 Monate.
  • Die Gabe von MetMab zusätzlich zu Tarceva führte bei Patienten mit Tumoren mit hohem Met-Spiegel verglichen mit Tarceva allein auch zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des OS (HR 0,37, p = 0,002). Die Verbesserung des medianen OS verdreifachte sich von 3,8 Monaten auf 12,6 Monate.
  • Als unerwünschte Ereignisse (UEs) kam es am häufigsten (≥ 15 % in jeder Untergruppe oder jedem Studienarm, unabhängig vom Met-Diagnosestatus) zu Hautausschlag, Durchfall, Müdigkeit, verringertem Appetit, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Husten, Akne-ähnlichem Ausschlag, Infektionen, trockener Haut, Anämie (geringe Anzahl roter Blutkörperchen), Erbrechen, Fieber, Schmerzen, Brustschmerzen, Rückenschmerzen und peripheren Ödemen (Schwellung von Händen und Füssen).
  • Von diesen UEs traten in der Kombinationsgruppe verglichen mit der Tarceva-Gruppe nur periphere Ödeme (um mehr als 10 %) häufiger auf (23,2 % gegenüber 7,5 %).

Obwohl sich das PFS und OS bei Patienten, die in die Gruppe mit Tumoren mit hohem Met-Spiegel fielen, deutlich verbesserte, war das Ergebnis bei Patienten mit geringen Met-Spiegeln im Tumor bei Verabreichung von MetMAb plus Tarceva verglichen mit der Verabreichung von Tarceva allein schlechter (PFS: HR = 1,82, p = 0,050, medianes PFS 1,4 Monate gegenüber 2,7 Monaten; OS: HR = 1,78, p = 0,158, medianes OS = 8,1 Monate gegenüber 15,3 Monaten). Dieses Ergebnis hebt die Wichtigkeit von sogenannten Companion Diagnostics (Begleitdiagnostika) bei der Bewertung der Wirksamkeit von in klinischer Entwicklung befindlichen Therapien hervor, um zwischen Patienten zu unterscheiden, denen ein neues Medikament möglicherweise hilft, und solchen, denen es keinen Nutzen bringt.

Die vollständigen Ergebnisse der OAM4558g-Studie werden in einer Kurzvortragssitzung bei der 47. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) am 5. Juni 2011 von Dr. David R. Spigel vorgestellt. Dr. Spigel ist der Hauptprüfarzt und Programmdirektor der Lungenkrebsforschung am Sarah Cannon Research Institute in Nashville, Tennessee (Abstract 7505, Sonntag, 5. Juni, 10:00 - 10:15 AM CT, Halle D1).

Über das Studiendesign der MetMAb-Phase-II-Studie

OAM4558g ist eine globale, randomisierte, doppelblinde Phase-II-Studie, in der MetMAb plus Tarceva gegenüber Placebo plus Tarceva bei Patienten mit bereits behandeltem NSCLC verglichen wird. Zwischen März 2009 und August 2010 wurden einhundertsiebenunddreissig Patienten gleichmässig in die beiden Behandlungsarme randomisiert. Auswertbare Patienten im Placebo-plus-Tarceva-Arm konnten nach einer Progression MetMAb erhalten.

Die Tumore der Patienten wurden je nach dem Ergebnis des in der Prüfung befindlichen Companion-Diagnostic-Tests als Met-diagnosepositiv (hoher Met-Gehalt) oder Met-diagnosenegativ (geringer Met-Gehalt) klassifiziert.

Der Hauptendpunkt der Studie war ein PFS in der Population mit hohem Met-Gehalt und in der Gesamtpopulation. Weitere Endpunkte umfassten das OS und das Sicherheitsprofil.

Über den Met-Signalweg

Viele Krebsarten sind eine Folge von anormalem Wachstum, Vermehrung und Überleben von Zellen. Diese Faktoren werden durch Signalübermittlungswege gesteuert, die Informationen über Rezeptoren von Aussen in das Zellinnere weiterleiten. Met ist ein Rezeptor, der auf der Oberfläche von Epithel- und Endothelzellen exprimiert und durch ein Protein aktiviert wird, das Hepatocyten-Wachstumsfaktor (HGF) genannt wird. Die Signalübermittlung über den HGF/Met-Weg kann anormal werden und dazu führen, dass gesunde Zellen kanzerös werden. Durch Verhinderung der Bindung von HGF an Met wird die Fähigkeit von Krebszellen zum Wachsen, Vermehren, Überleben und Ausbreiten inhibiert.1,2,3,

Über MetMAb

MetMAb ist ein einzigartiger, monovalenter (einarmiger) monoklonaler Antikörper, der konzipiert ist, um die Met-Signalübermittlung in Krebszellen durch spezifische Bindung an den Met-Rezeptor auf der Zelloberfläche zu blockieren und dadurch auch die HGF-vermittelte Aktivierung zu blockieren. MetMAb ist ein in Prüfung befindliches Medikament und steht derzeit nur im Rahmen von klinischen Prüfungen zur Verfügung.

Über Tarceva

Bei Tarceva handelt es sich um eine einmal täglich oral einzunehmende, nichtchemotherapeutische Behandlung bei fortgeschrittenem oder metastatischem NSCLC. Es wurde nachgewiesen, dass das Medikament wirkungsvoll den Rezeptor des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR) inhibiert, ein Protein, das am Wachstum und der Entwicklung von Tumoren beteiligt ist.

Tarceva ist ein eingetragenes Warenzeichen von OSI Pharmaceuticals, LLC, einem Mitglied der Astellas Global Gruppe.

Über Roche

Roche, mit Hauptsitz in Basel in der Schweiz, ist ein führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen mit kombinierten Stärken in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Roche ist das weltgrösste Biotech-Unternehmen mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Roche ist ausserdem der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests sowie ein Pionier im Diabetes-Management. Die Strategie von Roche für eine personalisierte Medizin zielt auf die Lieferung von Medikamenten und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten spürbar verbessern. 2010 beschäftigte Roche weltweit über 80 000 Mitarbeitende und investierte über 9 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Franken. Genentech (USA) gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical (Japan) hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Weitere Informationen: www.roche.com.

Alle in dieser Mitteilung verwendeten oder erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

1) Peruzzi B, Bottaro DP. Targeting the c-Met signaling pathway in cancer. Clin Cancer Res. 2006;12:3657-3660.
2) Ma PC, Maulik G, Christensen J, Salgia R. c-Met: structure, functions and potential for therapeutic inhibition. Cancer Metastasis Rev. 2003;22:309-325.
3) Martens T, Schmidt N-O, Echerich C, et al. A novel one-armed anti-c-Met antibody inhibits glioblastoma growth in vivo. Clin Cancer Res. 2006;12:6144-6152.