Roche gibt positive Phase-II-Ergebnisse für trastuzumab emtansine (T-DM1) bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs bekannt

Basel, den, 07. April 2011

HER2-Receptor

Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute Topline Ergebnisse der ersten randomisierten Studie mit trastuzumab emtansine (T-DM1) bei HER-2-positivem metastasierendem Brustkrebs bekannt.

Die Phase-II-Studie TDM4450g verglich die Gabe von trastuzumab emtansine (T-DM1) mit der Kombination von Herceptin (trastuzumab) und Chemotherapie (docetaxel) bei zuvor noch nicht behandelten Patientinnen. Die Resultate zeigten, dass bei den mit trastuzumab emtansine (T-DM1) behandelten Patientinnen in dieser Studie die Erkrankung signifikant länger unter Kontrolle war (progressionsfreies Überleben, PFS) und weniger Chemotherapie-typische Nebenwirkungen auftraten.

„Diese ermutigenden Daten bestätigen unser derzeit laufendes Entwicklungsprogramm für trastuzumab emtansine (T-DM1) bei zuvor unbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs,“ so Hal Barron, Chief Medical Officer und Leiter Global Development bei Roche. „Die Behandlung mit trastuzumab emtansine (T-DM1) ist neuartig und hat aufgrund ihrer Wirksamkeit und ihres günstigen Sicherheitsprofils das Potenzial, die Therapieergebnisse bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs zu verbessern.“

Die Daten der Studie TDM4450g werden zur Präsentation auf einem medizinischen Fachkongress eingereicht.

Eine frühere Analyse dieser Studie, die 2010 auf dem 35. Kongress der Europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie (ESMO) vorgestellt wurde1, zeigte bei Patientinnen mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 4 Monaten vielversprechende Ergebnisse die Tumorschrumpfung (Gesamtansprechrate, ORR) betreffend. Darüber hinaus zeigte die Studie, dass trastuzumab emtansine (T-DM1) die typischen Nebenwirkungen, die mit der herkömmlichen Chemotherapie verbunden sind, signifikant verringerte.

Über Brustkrebs

Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart bei Frauen. Jedes Jahr werden auf der ganzen Welt rund 1,4 Millionen neue Fälle von Brustkrebs diagnostiziert, und über 450’000 Patientinnen sterben jährlich an der Erkrankung2.

Bei HER2-positivem Brustkrebs sind auf der Oberfläche der Tumorzellen erhöhte Mengen des Rezeptors HER2 vorhanden. Dieses Phänomen wird als „HER2-Positivität“ bezeichnet und betrifft rund 15-25 % der an Brustkrebs erkrankten Frauen.

Die Studie TDM4450g

Bei der Phase-II-Studie TDM4450g handelt es sich um eine internationale randomisierte, multizentrische, zweiarmige, offene klinische Studie bei 137 Patientinnen mit zuvor noch nicht behandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs. Frauen in etwa 64 Studienzentren erhielten randomisiert entweder trastuzumab emtansine (T-DM1) oder Herceptin plus Chemotherapie (Docetaxel). Die primären Endpunkte der Studie waren progressionsfreies Überleben (PFS) und Sicherheit. Zu den sekundären Endpunkten gehören objektives Ansprechen, Dauer des objektiven Ansprechens und klinische Nutzenrate.

Trastuzumab emtansine (T-DM1)

Trastuzumab emtansine (der generische internationale Freiname, INN, für T-DM1) ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das für die Behandlung von HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs erforscht wird. Aufgrund ihrer zielgerichteten Wirkungsweise können mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten hochwirksame zytotoxische Wirkstoffe, die bei normaler Verabreichung unverträglich wären, verabreicht werden.

Da der Wirkstoff mit einem stabilen Linker an den Antikörper gebunden ist, bleibt das Konjugat ausserhalb der Krebszelle weitgehend intakt, und der zytotoxische Wirkstoff bleibt inaktiv, bis er in die Krebszelle eindringt. Dadurch bleiben gesunde Zellen weitgehend von der Chemotherapie verschont. Der humanisierte monoklonale Antikörper (Trastuzumab) bindet an die HER2-positiven Krebszellen, und man geht davon aus, dass er die ausser Kontrolle geratenen Signale blockiert, die beim Krebswachstum und Überleben eine wichtige Rolle spielen. Ausserdem nimmt man an, dass der Antikörper das Immunsystem des Körpers dazu anregt, die Krebszellen anzugreifen. Nach seiner Bindung wird trastuzumab emtansine (T-DM1) in die Krebszellen aufgenommen, und das aus dem Konjugat freigesetzte DM1 zerstört spezifisch die Krebszelle.

Genentech, das zur Roche-Gruppe gehört, hält im Rahmen einer Vereinbarung mit ImmunoGen, Inc. eine Lizenz zur Verwendung der Technologie für trastuzumab emtansine (T-DM1).

Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2010 beschäftigte Roche weltweit über 80’000 Mitarbeitende und investierte mehr als 9 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Für weitere Informationen: www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

1) E. Perez et al. T-DM1 TDM4450, ESMO 2010, Abstract LBA3
2) Ferlay J, Shin HR, Bray F, Forman D, Mathers C und Parkin DM GLOBOCAN 2008, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC Cancer Base No. 10 [Internet]. Lyon, Frankreich: International Agency for Research on Cancer; 2010. Verfügbar unter: http://globocan.iarc.fr