Gutes Gesamtergebnis

Basel, 02. Februar 2011

Mittleres einstelliges Umsatzwachstum in Lokalwährungen ohne Tamiflu
Starkes Gewinnwachstum
Vielversprechende spätklinische pharmazeutische Entwicklungspipeline umfasst zwölf neue Wirkstoffe

Konzern

  • Ohne Tamiflu stieg der Konzernumsatz um 5% in lokalen Währungen; Umsatz inklusive Tamiflu blieb mit 47,5 Milliarden Schweizer Franken in lokalen Währungen stabil.
  • Auch im 4. Quartal fortgesetzte Wachstumsdynamik aufgrund starker Nachfrage nach Actemra, Herceptin, MabThera und nach Immunoassays.
  • Der Kernbetriebsgewinn stieg um 7% in lokalen Währungen auf 16,6 Milliarden Franken und die Kernbetriebsgewinnmarge um 1,7 Prozentpunkte auf 34,9%; der starke freie Geldfluss aus operativer Tätigkeit von 14,1 Milliarden Franken unterstreicht die Finanzstärke des Unternehmens.
  • Der Konzerngewinn nahm trotz erheblicher Kosten im Rahmen der «Operational Excellence» Initiative um 4% in Franken auf 8,9 Milliarden Franken zu.
  • Der Kerngewinn je Aktie nahm um 10% in lokalen Währungen und um 4% in Franken zu.
  • «Operational Excellence» verläuft nach Plan — das Programm soll die Produktivitätssteigerung beschleunigen und die Innovationskraft stärken; Kosteneinsparungen in Höhe von 2,4 Milliarden Franken ab 2012; Restrukturierungskosten von insgesamt 2,7 Milliarden Franken, wovon 1,3 Milliarden Franken dem Betriebsergebnis 2010 belastet wurden.
  • Beantragte Erhöhung der Dividende um 10% auf 6,60 Franken, wodurch die Ausschüttungsquote auf 52% steigt. Dies wäre die 24. Dividendenerhöhung in Folge.
Kennzahlen

In Millionen CHF
Veränderung in %In % der Verkäufe


20102009In CHFIn LW120102009
Verkäufe4747349051-30
Forschung und Entwicklung90509509 -5-219,119,4
Kernbetriebsgewinn1659116272 +2+734,933,2
Freier Geldfluss aus operativen Tätigkeiten1414915722-10-629,832,1
Den Inhabern von  Roche-Titeln zuzurechnender Konzerngewinn86667784+11
Konzerngewinn88918510+418,717,3
Kerngewinn je Titel (CHF) 12,7812,34+4+10
Dividende je Titel2 (CHF)6,606,00+10

1 LW = Lokale Währungen
2 Dividende 2010 gemäss Antrag des Verwaltungsrates.

Pharma

  • Ohne Tamiflu stiegen die Verkäufe der Division Pharma über dem Weltmarkt um 5% in lokalen Währungen. Die wichtigsten Wachstumsträger waren Schlüsselprodukte gegen Krebs, Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis und Lucentis in der Augenheilkunde.
  • Die Kernbetriebsgewinnmarge stieg deutlich um 1,9 Prozentpunkte auf 39,9%.
  • Die spätklinische Entwicklungspipeline umfasst zwölf neue, innovative pharmazeutische Wirkstoffe, von denen sechs dank spezifischer diagnostischer Testmethoden auf ganz bestimmte Patientengruppen zugeschnitten sind.
  • Personalisierter Behandlungsansatz mit Entwicklungsprojekt RG7204 zeigt Überlebensvorteil bei fortgeschrittenem Hautkrebs.
  • Vier neue Wirkstoffe in die spätklinische Phase der Entwicklung überführt: Lebrikizumab (Asthma), MetMab (Lungenkrebs), RG 7128 (Hepatitis C) und Ocrelizumab (multiple Sklerose).
  • Roche hat beschlossen, die Entwicklung von Taspoglutid für Typ-2-Diabetes zu stoppen und das einlizensierte Produkt an Ipsen zurückzugeben.

Diagnostics

  • Die Division Diagnostics steigerte ihre Verkäufe im Jahr 2010 um 8% in lokalen Währungen auf 10,4 Milliarden Franken und baute damit ihre führende Marktstellung weiter aus, was vor allem auf die Umsatzsteigerungen in den Bereichen Professional Diagnostics und Diabetes Care zurückzuführen ist.
  • Kernbetriebsgewinnmarge stieg deutlich um 3,8 Prozentpunkte auf 21,1%.
  • Fünfzig Tests und Instrumente wurden in Schlüsselmärkten lanciert.
  • Modulares Analysegerät cobas 8000 in den USA eingeführt; neues Immunoassay-Modul ermöglicht Labors mit hohem Arbeitsvolumen eine vollständige Konsolidierung ihres Serumarbeitsplatzes.
  • Klinische Studie ATHENA beweist den hohen medizinischen Nutzen des HPV-Tests, welcher bei der Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs die Risiko-Genotypen 16 und 18 nachweist.

Ausblick

  • Niedriges einstelliges Verkaufswachstum für die Division Pharma und die Gruppe in lokalen Währungen (ohne Tamiflu), damit im Rahmen des erwarteten Marktwachstums.
  • Verkaufswachstum der Division Diagnostics deutlich über dem Markt.
  • Zielsetzung eines hohen einstelligen Kerngewinnwachstums pro Titel zu konstanten Wechselkursen für 2011.
  • Dividendenerhöhung im Einklang mit dem Kerngewinnwachstum pro Titel geplant.
  • Roche erwartet, gestützt auf den starken freien Geldfluss aus operativen Tätigkeiten, die Verschuldung stufenweise abzubauen und bis 2015 zu einer Nettoliquidität zurückzukehren.

Unvorhergesehene Ereignisse vorbehalten.

Roche CEO Severin Schwan zu den Resultaten 2010: „Die Konzernergebnisse sind gut, trotz eines zunehmend herausfordernden Marktumfelds. Ohne Tamiflu wuchs die Division Pharma über dem Markt, die Division Diagnostics sogar deutlich schneller als der Markt. Zwölf neue Wirkstoffe in der spätklinischen pharmazeutischen Entwicklungsphase bilden das Fundament für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens. Sechs dieser Produktkandidaten werden für spezifische Patientengruppen entwickelt, mit dem Ziel die personalisierte Medizin in den wichtigen therapeutischen Bereichen wie Krebs und Asthma voranzutreiben.“

Konzernergebnisse und Ausblick

Gesamtergebnis

Im Jahr 2010 erzielte Roche ein gutes Gesamtergebnis. Der Konzernumsatz blieb in lokalen Währungen mit 47,5 Milliarden Franken stabil (–3% in Franken; 1% in US-Dollar). Das beiden Divisionen zugrunde liegende erfreuliche Umsatzwachstum konnte den erwarteten Rückgang der Verkäufe von Tamiflu sowie die Auswirkungen von Gesundheitsreformen und Sparmassnahmen ausgleichen. Ohne Tamiflu erhöhten sich die Verkäufe in lokalen Währungen um 5%. Die Division Pharma steuerte 78% und die Division Diagnostics 22% zum Konzernumsatz bei.

In der Division Pharma gingen die Verkäufe in lokalen Währungen um 2% auf 37,1 Milliarden Franken zurück. Ohne Tamiflu resultierte in lokalen Währungen ein Verkaufsplus von 5%, was über dem Marktwachstum liegt. Die Nachfrage nach den Onkologieprodukten Avastin, MabThera/Rituxan, Herceptin, Xeloda und Tarceva nahm weiterhin stark zu. Als wichtige Wachstumsträger erwiesen sich zudem Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis, Mircera zur Behandlung von Anämie und das Augenheilmittel Lucentis. Actemra, das nun in etwa 50 Ländern eingeführt ist, darunter USA, EU und Japan, erzielte 2010 Verkäufe von 397 Millionen Franken. Diesen positiven Faktoren war es zu verdanken, dass der erwartete Verkaufsrückgang bei Tamiflu, die rückläufigen Verkäufe von CellCept infolge des US-Patentablaufs im Mai 2009 sowie die Auswirkungen der Gesundheitsreformen in den USA, der Sparmassnahmen in Europa und der Preiskürzungen in Japan weitgehend kompensiert werden konnten.

Die Division Diagnostics steigerte ihre Verkäufe 2010 in lokalen Währungen um 8% (4% in Franken; 8% in US-Dollar) auf 10,4 Milliarden Franken. Damit baute sie ihre führende Marktstellung weiter aus. Zur Umsatzsteigerung trug vor allem Professional Diagnostics mit einem Verkaufswachstum von 11% und Diabetes Care mit einem Plus von 4% bei.

Der Kernbetriebsgewinn der Roche-Gruppe erhöhte sich in lokalen Währungen um 7% (2% in Franken). Die Division Pharma verbesserte ihren Kernbetriebsgewinn in lokalen Währungen um 4%, was primär auf Kostensynergien infolge der Genentech-Integration und Produktivitätsfortschritte zurückzuführen war. In der Division Diagnostics stieg der Kernbetriebsgewinn in lokalen Währungen um 30%. Zuzuschreiben war dies vor allem dem Verkaufswachstum durch die Einführung neuer Produkte sowie den laufenden Programmen zur Verbesserung der betrieblichen Effizienz. Die Kernbetriebsgewinnmarge des Konzerns nahm um 1,7 Prozentpunkte auf 34,9% zu, die der Division Pharma um 1,9 Prozentpunkte auf 39,9% beziehungsweise um 3,8 Prozentpunkte in der Division Diagnostics auf 21,1%.

Im Jahr 2010 erhöhte sich der Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 8,9 Milliarden Franken. Der den Inhabern von Roche-Titeln zuzurechnende Konzerngewinn stieg um 11% auf 8,7 Milliarden Franken.

Mit 14,1 Milliarden Franken erzielte die Roche-Gruppe wiederum einen starken freien Geldfluss aus operativer Tätigkeit. Trotz höherer Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen wurde 2010 ein freier Geldfluss von 4,7 Milliarden Franken erreicht.

Von den Anfang 2009 aufgenommenen Darlehen zur Finanzierung der Genentech-Integration wurden bis zum 31. Dezember 2010 bereits 33% wieder zurückgezahlt. Darüber hinaus beschloss der Konzern, seine Call-Option auf den Rückkauf eines Teils der auf US-Dollar lautenden Anleihen mit Fälligkeit am 1. März 2014 auszuüben. Vom Nominalbetrag in Höhe von 2,75 Milliarden US-Dollar werden im März 2011 1,0 Milliarden US-Dollar zurückgezahlt. Die Nettoverschuldung des Konzerns verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2009 um 4,7 Milliarden Franken auf 19,2 Milliarden Franken.

Finanzielle Auswirkungen von «Operational Excellence»

Am 17. November 2010 kündigte der Konzern die Pläne zur Umsetzung des «Operational Excellence»-Programms an, das zum Ziel hat, die Kostenstruktur einem immer anspruchsvolleren Marktumfeld anzupassen sowie signifikante Effizienzsteigerungen und Produktivitätsverbesserungen zu erreichen. Die Initiative soll bereits im Jahr 2011 zu Kosteneinsparungen von 1,8 Milliarden Franken führen; ab 2012 sollen jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 2,4 Milliarden Franken erzielt werden. Die Umsetzung der Initiative soll im Wesentlichen bis Ende 2012 erfolgen. Roche rechnet im Zeitraum von 2010 bis 2012 mit Restrukturierungskosten von insgesamt 2,7 Milliarden Franken.

Die damit verbundenen Restrukturierungsmassnahmen haben bereits im Berichtsjahr zu Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Franken geführt, die hauptsächlich auf Abgangsentschädigungen und Wertminderungen von immateriellem Anlagevermögen zurückzuführen sind. Davon entfallen 1,2 Milliarden Franken auf die Division Pharma und 0,1 Milliarden Franken auf die Division Diagnostics. Rund 40% der Ausgaben sind nicht liquiditätswirksam, da sie mehrheitlich Wertminderungen von Sachanlagen und von immateriellem Anlagevermögen betreffen.

Ausblick 2011

Für 2011 rechnet die Roche-Gruppe für den Konzern und die Division Pharma mit einem Verkaufszuwachs in lokalen Währungen im unteren einstelligen Bereich (ohne die Verkäufe von Tamiflu), was auch die Auswirkungen der Gesundheitsreform in den USA und die europäischen Sparmassnahmen widerspiegelt. Der Verkaufsanstieg bei Pharma liegt damit im Rahmen des erwarteten Marktwachstums.

Für die Division Diagnostics wird 2011 wieder ein deutlich über dem Markt liegendes Verkaufswachstum erwartet, welches von der weiteren Markteinführung neuer Produkte in allen Geschäftsbereichen getragen wird.

Trotz des zunehmend anspruchsvollen Marktumfelds und der Einführung einer Verbrauchssteuer in den USA hat sich Roche für 2011 ein Wachstum des Kerngewinns pro Aktie im hohen einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen zum Ziel gesetzt.

Des Weiteren ist geplant, die Dividende im Einklang mit dem Wachstum des Kerngewinns pro Titel zu erhöhen.

Auf der Grundlage des starken freien Geldflusses aus operativer Tätigkeit rechnet Roche mit dem fortlaufenden Abbau der bestehenden Schulden und erwartet bis 2015 wieder ein Nettobarvermögen.

Anträge an die Generalversammlung 2011

Für das Geschäftsjahr 2010 beantragt der Verwaltungsrat zuhanden der Generalversammlung die Ausschüttung einer um 10% erhöhten Dividende von 6,60 Franken (2009: 6,00 Franken) je Aktie und Genussschein. Dies wäre die 24. Erhöhung der Dividende in Folge, wobei die Ausschüttungsquote von 49% im Vorjahr auf 52% steigt.

Roche hat im Dezember 2010 bekannt gegeben, dass Walter Frey und Wolfgang Ruttenstorfer auf eine Wiederwahl in den Verwaltungsrat verzichten. Paul Bulcke (CEO von Nestlé), Christoph Franz (Vorstandsvorsitzender und CEO der Deutschen Lufthansa AG) und Peter Voser (CEO von Royal Dutch Shell plc) werden der Generalversammlung 2011 zur Neuwahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen.

Ausserdem wird beantragt, die Amtsdauer der Verwaltungsräte von drei auf zwei Jahre zu verkürzen.

Lesen Sie die vollständige Medienmitteilung

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2010 beschäftigte Roche weltweit über 80‘000 Mitarbeitende und investierte über 9 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Für weitere Informationen: www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

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