Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

rund 15 Jahre nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und der Verabschiedung der Millenniums-Gesundheitsziele der Vereinten Nationen sind die Chancen und Herausforderungen im Gesundheitswesen grösser denn je. Ich bin zuversichtlich, dass Roche mit ihren Stärken in Pharma und Diagnostics gut aufgestellt ist, um die Gesundheitsversorgung von morgen aktiv mitzugestalten und weiter voranzubringen.

Dies vor allem dank unseres starken Kerngeschäfts: In einem weiterhin volatilen und von Sparmassnahmen geprägten Umfeld haben wir 2016 die Verkäufe währungsbereinigt um 4%* auf 50,6 Milliarden Franken gesteigert. Der Konzerngewinn belief sich auf 9,7 Milliarden Franken (+7%*). Besonders stolz bin ich auf die vielen Produkteinführungen, mit denen wir neue Therapien für verschiedene Krebserkrankungen ermöglichen und die In-vitro-Diagnostik weiter verbessern und automatisieren.

Die Herausforderungen im weltweiten Gesundheitswesen bleiben immens – ich denke da an die zunehmenden chronischen Krankheiten, neu auftretende Epidemien und vermehrte Antibiotikaresistenzen. Hier sind dauerhafte Lösungen nur mit ganzheitlichem Blick und internationaler, interessenübergreifender Zusammenarbeit möglich. Roche will sich einbringen und ist über das Gesundheitswesen hinaus den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet. Dass wir im Dow Jones Sustainability Index zum achten Mal in Folge als weltweit nachhaltigstes Gesundheitsunternehmen ausgezeichnet wurden, spornt uns an. Neuartige Produkte gegen bislang schwer behandelbare Krankheiten zu entwickeln, ist und bleibt unser grösster Beitrag für die Gesellschaft und der Kern unserer Wertschöpfung. Dazu investieren wir rund ein Fünftel unserer Umsätze in Forschung und Entwicklung. 2016 waren das 9,9 Milliarden Franken.

Grosse Zukunftschancen sehen wir in neuen medizinischen Technologien und in der Digitalisierung. In den grossen Life-Science- und Technologie-Zentren der Welt schreiten Wissenschaft und Technik mit riesigen Schritten voran. Die Aufbruchsstimmung und der Ideenreichtum sind faszinierend.

Hier ist Roche vor Ort dabei und mit unzähligen Partnern verbunden. Im November etwa haben wir imCORE ins Leben gerufen, ein Netzwerk von 21 akademischen Instituten und Roche, um die Forschung im Bereich der Krebsimmuntherapien voranzutreiben. In diesem Projekt spielt auch die Diagnostik eine wichtige Rolle auf der Suche nach Therapien, die auf die individuelle Immunbiologie von Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind.

In Zukunft wollen wir Diagnose und Therapie noch stärker mit digitalen Technologien und Anwendungen verknüpfen. Vor dem Hintergrund der immer vielfältigeren Krankheitsbilder und Therapieoptionen wollen wir medizinischen Fachkräften und Patienten bessere Informations- und Entscheidungsgrundlagen liefern. Dabei helfen uns zum einen die 2015 geschlossenen Partnerschaften mit Foundation Medicine und Flatiron Health, die uns die Nutzung von Daten und vielversprechenden Analyse-Tools im Bereich Krebs ermöglichen. Zum anderen leistet Roche selbst Pionierarbeit bei der Entwicklung von IT-Lösungen zur Zusammenführung und Interpretation diagnostischer Daten aus verschiedensten Quellen.

Die technologischen Möglichkeiten einerseits und der weltweite Druck auf die Gesundheitssysteme andererseits erfordern aber weit mehr als die Entwicklung neuartiger Produkte für die Zukunft. Es ist genauso wichtig, dass unsere Therapien und Tests den Patienten zur Verfügung stehen, die sie heute benötigen. Dieser Zugang ist leider aus unterschiedlichsten Gründen noch nicht überall gewährleistet.

Die Hauptaufgabe, ein funktionierendes Gesundheitssystem zu schaffen und aufrechtzuerhalten, liegt natürlich beim jeweiligen Staat. In zahlreichen Ländern sind die neuesten Diagnostika und Medikamente für alle verfügbar, andernorts mangelt es in der Gesundheitsversorgung bereits an ganz einfachen Dingen. Im Herbst 2016 bin ich durch drei Länder südlich der Sahara gereist – Kenia, Nigeria und Côte d’Ivoire. Obwohl es hier oft am Nötigsten fehlt – sauberem Wasser, Infrastruktur, dem Wissen über chronische Krankheiten – arbeiten unsere Roche-Teams vor Ort mit grossem Engagement und lokalen Partnern daran, immer mehr Patientinnen und Patienten eine Behandlung zu ermöglichen.

Ich bin mir sicher, dass wir in Zusammenarbeit mit Regierungen, Patienten- und Hilfsorganisationen viel erreichen können. Davon zeugen etwa die Fortschritte in Kenia, wo neue Krebszentren entstehen und wir im Rahmen eines Abkommens mit der Regierung Gesundheitsfachkräfte ausbilden, moderne diagnostische Tests ermöglichen und kostenfreie Brustkrebs-Behandlungen für Patientinnen in öffentlichen Einrichtungen mittragen. Auch in anderen Regionen und Ländern versuchen wir, den Zugang zur Gesundheitsversorgung durch massgeschneiderte lokale Lösungen zu unterstützen.

Das imCORE-Netzwerk, die Partnerschaften mit Foundation Medicine und Flatiron Health und unsere Projekte in Kenia sind nur drei, wenn auch wichtige Beispiele unseres vielfältigen Engagements mit externen Partnern. Sie zeigen, wie wir mit Offenheit, Teamgeist und langem Atem die aktuellen Chancen und Herausforderungen angehen.

Ich freue mich darauf, Sie an der 99. Generalversammlung der Roche Holding AG am 14. März 2017 zu begrüssen. Aufgrund des guten Jahresergebnisses schlägt Ihnen der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer erhöhten Dividende von 8,20 Franken je Aktie und Genussschein vor. Ihre Zustimmung vorausgesetzt, wäre dies die 30. Erhöhung der Dividende in Folge.

Zudem möchte ich Sie auf personelle Veränderungen im Verwaltungsrat von Roche hinweisen. Prof. Dr. Pius Baschera hat sich nach zehnjähriger Mitgliedschaft im Verwaltungsrat dazu entschieden, an der Generalversammlung 2017 nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Im Namen des Verwaltungsrats danke ich ihm herzlich für seine wertvollen Beiträge zum Erfolg von Roche.

Ich freue mich, Ihnen mit Anita Hauser eine erfolgreiche Schweizer Führungspersönlichkeit als neue Verwaltungsrätin vorschlagen zu können. Als Vizepräsidentin des Verwaltungsrats im global tätigen Familienunternehmen Bucher Industries AG verfügt Anita Hauser über grosse unternehmerische Erfahrung.

Zukunft gestalten bedeutet für uns, mit unternehmerischem Mut und strategischem Gespür unsere Produkte und Märkte weltweit weiterzuentwickeln. Ich danke unseren konzernweit über 94 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und unseren externen Partnern für ihre Bereitschaft, mit Roche auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten: das Wohl der Patientinnen und Patienten.

Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich für Ihr Vertrauen.

Dr. Christoph Franz
Verwaltungsratspräsident