Ich habe früh im Leben gelernt, dass sich harte Arbeit lohnt. Schon mit 16 habe ich tagsüber als Praktikant im Zollamt von Porto gearbeitet und abends BWL und Buchführung gelernt. Drei Jahre später war ich Leiter der Exportabteilung.

Mit 27 Jahren bin ich 1980 ein Wagnis eingegangen und habe gemeinsam mit zwei Kollegen eine Spedition gegründet. Anfangs war es schwer, Investoren und Kunden zu finden, aber unser Ehrgeiz und beharrlicher Einsatz haben sie letztlich überzeugt. Für Zollanmeldungen haben wir 1985 eine Software entwickelt ‒ das war damals ein absolutes Novum in Portugal.

Die Gründung der EU im Jahr 1992 stellte uns vor die grösste Herausforderung. Als die Binnenzölle abgeschafft wurden, brach die Hälfte unseres Geschäfts weg. Also mussten wir uns neu erfinden und international expandieren.

Vertrauen und ein gemeinsames Ziel

Als ich im Oktober 2007 Adriano Treve, den damaligen General Manager von Roche Portugal, kennenlernte, suchte dieser gerade einen Logistikpartner für temperaturempfindliche Krebsmedikamente. Ich sagte ihm ganz offen, dass wir keine Erfahrung mit Arzneimitteln hätten, aber dazulernen wollten und investieren würden. «Warum soll ich Ihnen vertrauen?», fragte er mich. Ich erwiderte seinen Blick und antwortete: «Weil mein Ruf und der meines Unternehmens auf dem Spiel stehen. Was ich verspreche, das halte ich.» Es folgte ein Händedruck als Symbol für den Beginn einer engen Zusammenarbeit. Wir mussten eine Menge investieren, zum Beispiel in die Kühlkette. Qualitätsexperten von Roche führten Schulungen durch. Unsere Partnerschaft basierte auf einem gemeinsamen Ziel: Wir wollten Krankenhäuser, Apotheken sowie Patientinnen und Patienten mit lebensrettenden Medikamenten versorgen.

Im Januar 2009 fiel der Startschuss. Kurz darauf stellten wir die Software Track&Trace online. So konnte Roche jede Lieferung verfolgen und sogar die Temperatur in unseren LKWs in Echtzeit überwachen. So etwas hatte es noch nie gegeben.

Rückblickend kann ich mit Stolz sagen: Wir haben unser Versprechen gehalten. Im Jahr 2016 wurde keine einzige Lieferung versäumt und keine Kühlkette unterbrochen – unsere Erfolgsquote beträgt 100%.

Heute ist Rangel ein erfolgreiches internationales Unternehmen mit 1 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dank der Partnerschaft mit Roche sind wir inzwischen die grösste Spedition für Pharmaprodukte in Portugal und transportieren jedes Jahr 90 Millionen lebensrettende Produkte.

Mein Sohn Nuno soll mein Nachfolger als Präsident der Rangel Group werden. Es ist mein grösster Wunsch, die Firma in der Familie zu behalten und unsere Versprechen dauerhaft zu erfüllen.