Alles begann im Dezember 2014, als ich im Labor der Universität Tokio meine Hand hob. Professor Hirokazu Sugiyama vom Fachbereich Chemical System Engineering hatte nach Interessenten für ein Praktikum bei Roche in der Schweiz gefragt.

Da ich zum ersten Mal in die grosse weite Welt aufbrechen und praktische Erfahrungen sammeln sollte, war ich ziemlich aufgeregt. Mein zweimonatiges Praktikum begann im August 2015. Vieles war neu für mich, da ich bislang noch nie ausserhalb Japans und ohne meine Familie gelebt hatte. In meiner Wohngemeinschaft in Basel waren auch andere Praktikanten untergebracht, und ich bin täglich nach Kaiseraugst gependelt, wo Medikamente gegen Krebs, Hepatitis und andere Krankheiten hergestellt werden.

Jeder spielt eine wichtige Rolle

Am ersten Tag begrüsste der Werksleiter die neuen Praktikanten und Mitarbeitenden und betonte, dass jeder von uns eine wichtige Rolle bei der Produktion lebensrettender Medikamente haben würde. Ich war im Bereich sterile Flüssigarzneimittel tätig, und meine Hauptaufgabe bestand darin, die Produktion von Gummistopfen für Glasampullen und Spritzen zu optimieren. Da diese bei der Sterilität pharmazeutischer Produkte eine entscheidende Rolle spielen, konnte ich wirklich dazu beitragen, die Produkte für die Patienten sicherer und die Produktion nachhaltiger zu machen. Ich war stolz auf meine Arbeit, denn wir konnten Prozesse optimieren und Abfälle vermeiden.

Meine Vorgesetzten standen mir bei Fragen jederzeit zur Seite. In Mittags- und Kaffeepausen ergaben sich zudem zahlreiche Gelegenheiten, neue Leute kennenzulernen und sich auszutauschen.

Ich habe schnell gemerkt, wie sehr Vielfalt bei Roche geschätzt wird. Meine Kolleginnen und Kollegen freuten sich, eine Japanerin im Team zu haben, und meine Meinung war ihnen wichtig. Bemerkenswert fand ich auch, dass fast die Hälfte der 2 000 Mitarbeitenden in Kaiseraugst Frauen sind.

Zurück an der Universität Tokio arbeite ich nun weiter an meinem Master in Chemical Engineering und an der Promotion. Meine Erfahrungen bei Roche haben mir gezeigt, dass ich mit meiner Arbeit etwas für Patientinnen und Patienten bewirken kann. Ich bin mir jetzt noch sicherer, mit meinem Studium den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Ausserdem war ich froh, dass ich als angehende Ingenieurin ein Team mit Fachleuten aus der Pharmakologie, Chemie und anderen Fachrichtungen dabei unterstützen konnte, Produktionsverfahren effizienter und umweltverträglicher zu machen. Es war toll, einen spürbaren Beitrag zu leisten.

Ich kann jedem nur empfehlen, eine solche Chance zu nutzen. Um möglichst viel mitzunehmen, sollte man im Praktikum hohen Einsatz zeigen – Fragen stellen, Ideen einbringen und Kontakte knüpfen. Der eigene Beitrag ist zwar nur einer von vielen, aber er kann das Leben von Patientinnen und Patienten entscheidend verbessern.