Mein Heimatland Iran habe ich 1978 verlassen und bin meinen drei Brüdern gefolgt, die in die USA ausgewandert sind. Meine Mutter, eine starke Frau, hatte uns vier Jungs alleine aufgezogen. Sie bestand darauf, dass wir alle studieren. Im Iran war das allerdings schwierig.

Meinen Bachelor in Naturwissenschaften und Maschinenbau habe ich an der Portland State University gemacht. Anschliessend arbeitete ich als Ingenieur, 17 Jahre davon bei Intel. 1984 heiratete ich, und wir haben zwei bezaubernde Töchter bekommen.

Schlechte Nachrichten

Bei einer Routineuntersuchung 2009 wurde in meinem Blut eine erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen festgestellt. Vom Facharzt erhielt ich die niederschmetternde Diagnose: chronische lymphatische Leukämie (CLL) im zweiten bis dritten Stadium. Es war, wie mit Vollgas gegen eine Wand zu knallen. Meine Welt stand still. Ich erinnere mich noch genau an eine Statistik, die mir der Arzt zeigte – die mittlere Überlebensdauer für ältere Männer mit CLL lag zwischen vier und acht Jahren. Zu meinen Chancen als Endvierziger gab es kaum verlässliche Daten.

Nach Phasen von Verzweiflung riss ich mich zusammen, weil ich Familie und Freunde nicht im Stich lassen wollte. Ich begann 2011 eine Chemotherapie in Kombination mit einem Medikament von Roche gegen bestimmte Arten von Lymphozyten.

Nach einem halben Jahr mit sechs Behandlungszyklen erhielt ich die fantastische Nachricht, mein Körper sei krebsfrei. Die Medizin hatte mir ein zweites Leben geschenkt. Die Krankheit und andere Schicksalsschläge in meiner Familie hatten mich dennoch verändert. Ich habe mich immer wieder gefragt, was im Leben wirklich zählt und was ich mit meiner Zeit anfangen sollte.

Ein neuer Lebensabschnitt

Nach meinem Ausstieg bei Intel 2014 wollte ich anderen mit meinen Erfahrungen helfen. Kurz darauf tat sich bei Roche eine Tür auf – dem Unternehmen, dem ich mein Leben verdanke. Im Jahr 2015 wurde ich bei Genentech ins Managementteam berufen, später habe ich ein Grossprojekt geleitet, um den Standort South San Francisco auf umweltfreundlichere Kühl - systeme umzustellen. An meiner aktuellen Arbeitsstelle helfe ich mit, eine bessere Welt für meine Töchter und Enkelkinder zu schaffen.

Irgendwann hat man mich gebeten, von meinen Erfahrungen als Leukämie-Patient zu berichten. Zunächst fiel es mir schwer, mein Privatleben vor vielen Menschen auszubreiten. Inzwischen habe ich viele Vorträge gehalten und im persönlichen Kontakt oder in Kommentaren lassen mich die Menschen immer wieder spüren, wie sie meine Geschichte berührt und inspiriert. Sie sagen mir dann, dass sie etwas davon in ihren Arbeitsalltag mitnehmen, wenn sie an neuen Medikamenten arbeiten. Das hat mich überrascht: Mit meiner Geschichte als Krebspatient kann ich den Menschen etwas zurückgeben, die mir so sehr geholfen haben.