Dass ich heute in der Krankenversicherungsbranche tätig bin und mit Roche zusammenarbeite, kommt nicht von ungefähr, denn Versicherungen begleiten mich, seit ich denken kann. So war mein Vater 42 Jahre lang bei der Scottish Life Assurance Company beschäftigt. Bei meinem ersten Job mit 15 musste ich am Hauptsitz von Scottish Life in Edinburgh Policen abheften.

Nach dem Studium in Oxford habe ich zunächst im Finanzbereich und dann im Marketing und in der Werbung gearbeitet. Meine Liebe zu Asien habe ich 1999 entdeckt und zugleich gespürt, dass ich im Versicherungswesen etwas bewegen könnte. Nach einer Auszeit von 2009 bis 2011 – ich hatte klinische Psychologie studiert und für kurze Zeit eine Praxis in Singapur – arbeite ich seit 2012 für Swiss Re in Asien und leite den Bereich Health Solutions. Die private Krankenversicherung steckt in weiten Teilen Asiens noch in den Kinderschuhen. Weil die Patientinnen und Patienten fast alle Behandlungskosten selbst tragen müssen, kann eine Krankheit wie Krebs die kompletten Ersparnisse aufzehren.

Versicherungslücken für Patienten schliessen

In China ist Krebs die häufigste Todesursache. Jedes Jahr gibt es über vier Millionen neue Fälle, und fast drei Millionen Menschen sterben an Krebs.* Weil das chinesische Gesundheitswesen so gut wie keine Krebsbehandlungen übernimmt, wollte Swiss Re diese Lücke schliessen. Und da wir das alleine nicht konnten, sind wir eine Partnerschaft mit Roche eingegangen.

Roche hat uns exakte Daten zur Verfügung gestellt, was für Versicherungen essenziell ist. Mit den Informationen zu Fallzahlen, Krankheitsverläufen, Therapiemethoden und Behandlungskosten konnten wir gemeinsam mit lokalen und internationalen Versicherern spezielle Krebspolicen entwickeln. Als Rückversicherer übernimmt Swiss Re einen Teil der Risiken und der Gewinne. Und solange die Risiken kalkulierbar sind, können Versicherer erschwingliche Prämien anbieten und trotzdem einen Gewinn erzielen. Im Übrigen schreiben die Policen in China keine Produkte von bestimmten Herstellern vor. Es geht einzig darum, den Zugang zur Krebsbehandlung zu verbessern.

Neben Daten bietet Roche auch Aufklärungsprogramme zur Krebsvorsorge und stellt Kontakte zu führenden Ärztinnen und Ärzten her, von denen unsere Kundenberaterinnen und –berater ein onkologisches Grundlagentraining erhalten. Zusammen mit den Behörden helfen wir dann den Patientinnen und Patienten, die Policen zu verstehen und die geeignete Deckung abzuschliessen.

In China gibt es also zunehmend Möglichkeiten für die Privatversicherung. Unsere Zusammenarbeit mit Roche zeigt zwei Aspekte auf: Mit etwas Kreativität können Lücken im staatlichen Versicherungsschutz geschlossen werden. Und branchenübergreifende Partnerschaften tragen dazu bei, die medizinische Versorgung zu verbessern.

* Chen W, Zheng R, Zhang S, et al. Cancer Statistics in China, 2015. CA: Cancer J. for Clin. 2016.