Ich fand Mathematik und Naturwissenschaften schon immer toll und habe deshalb an der San Francisco State University Biologie, Chemie und Betriebswirtschaft studiert. Anschliessend ging ich als Laborantin zu einer dort ansässigen Biotech-Firma. Die Forschungsarbeit fand ich zwar interessant, aber etwas hat mir gefehlt.

Während meines Studiums habe ich Nachhilfe in Mathematik und Naturwissenschaften gegeben. Ich mochte die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern und freute mich über ihre Begeisterung, wenn sie etwas Schwieriges begriffen hatten. Diese Erkenntnis brachte mich dazu, zurück an die Uni zu gehen und mich an der Stanford University für Pädagogik einzuschreiben.

Ich habe 2010 eine Stelle als Lehrerin an der El Camino High School im Schulbezirk South San Francisco angenommen. Dort stammen 40% der insgesamt 9 300 Schülerinnen und Schüler aus armen Familien, und 65% der Grundschulkinder sprechen Englisch nicht als Muttersprache.

Kinder sind von Natur aus kleine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, denn sie sind neugierig. Leider sind die naturwissenschaftlichen Lehrpläne nicht sehr ansprechend ‒ vor allem für jene Kinder, die noch gar nicht richtig Englisch sprechen. Ich merkte, dass es hier viel zu tun geben würde und war gespannt, als Genentech zu einem Brainstorming einlud, um den naturwissenschaftlichen Unterricht in South San Francisco zu verbessern. Aus diesem Workshop heraus ist das Futurelab-Programm entstanden.

Angewandte Wissenschaft als Augenöffner

Futurelab gründet auf der Begeisterung, die mehr als 1 300 sozial engagierte Genentech-Mitarbeitende mitbringen. Sie geben ehrenamtlich Nachhilfe in Mathematik und Naturwissenschaften, begleiten Schulausflüge und organisieren im Unterricht Wettbewerbe, bei denen wissenschaftliche Prinzipien praktisch angewendet werden.

Dank Genentechs Hilfe bietet Futurelab ausserdem zwei College-Vollstipendien sowie ab 2017 ein neu gebautes Biotechnologie-Zentrum für Schülerinnen und Schüler, die Science Garage. Ich freue mich sehr, bei diesem Projekt dabei zu sein, und werde in der Science Garage einen neuen Biotech-Lehrplan einführen.

Für die Schülerinnen und Schüler etwas bewirken

Was Futurelab bewegen kann, zeigt die Geschichte eines Schülers, der erst vor Kurzem mit seiner Familie in die USA eingewandert ist. Er ist intelligent und zeigt ein aussergewöhnliches wissenschaftliches Interesse, aber trotzdem beteiligte er sich nur wenig am Unterricht. Dann hat er an mehreren Besuchen bei Genentech teilgenommen. Hier konnte er den Arbeitsalltag im Labor miterleben und war plötzlich wie verwandelt. Als ich ihn neulich traf, erklärte er mir fest entschlossen, er wolle später Informatik studieren. Jetzt ist er für unseren Biotech-Kurs angemeldet.

Ich bin froh, ein Teil von Futurelab zu sein und zu erleben, wie positiv die Kinder das Programm annehmen. Das bedeutet mir als Lehrerin alles.