Als Krebsforscherin, Ärztin und Betreuerin habe ich einen eigenen Blickwinkel auf das Thema Krebs. Ich habe 20 Jahre lang als Onkologin gearbeitet, die meiste Zeit davon an der Duke University, zuletzt als Professorin für Medizin und Leiterin eines Krebsforschungsprogramms. Ich habe 2014 zu Flatiron Health gewechselt, weil ich ein enormes Potenzial darin sehe, Medizin und Technologie zu verbinden.

Unsere Vision bei Flatiron ist, mit Hilfe von grossen Datensätzen – Stichwort «Big Data» – immer bessere Therapien zu entwickeln und für jede Krebspatientin und jeden Krebspatienten die optimale Behandlung zu finden.

Erhellende Einblicke durch praxisnahe Daten

In den USA sind nur rund 4% aller Krebspatienten in klinische Studien eingeschlossen. Diese Studien sind unsere wichtigste Quelle, um herauszufinden, welche Therapien am wirksamsten sind, und um neue Behandlungsansätze zu entwickeln. Doch was ist mit den restlichen 96% der Patientinnen und Patienten, die ausserhalb solcher Studien behandelt werden?

Genau hier setzt Flatiron an. Wir sammeln zunächst sogenannte unstrukturierte Daten von Patientinnen und Patienten, zum Beispiel Arztberichte, Röntgenbilder und pathologische Befunde. Diese werden mit Hilfe von Experten systematisiert und anschliessend in unsere Datenbank eingepflegt. Wir halten uns dabei an sehr strenge Vorgaben, damit die Einträge qualitativ einwandfrei sind und die Anonymität gewahrt bleibt.

Wir überblicken Daten von 1,5 Millionen Patienten sowie 260 Therapiezentren, die völlig neue Perspektiven für die Medizin und die Wissenschaft eröffnen. Die Partnerschaft mit Roche beschleunigt unsere Arbeit, und ausserdem entwerfen wir zusammen mit Roche klinische Studien für vielversprechende Krebstherapien.

Roche und Flatiron haben die gleiche Vision von personalisierter Medizin. Das spricht mich persönlich an, zumal ich im Vorstand der «Personalised Medicine Coalition» bin. Flatiron arbeitet auch mit Foundation Medicine, einem strategischen Partner von Roche, zusammen. Hier versucht man, für Variationen im menschlichen Genom gezielt wirkende Krebstherapien zu finden. In einem spannenden nächsten Schritt wollen wir gemeinsam die Behandlungsergebnisse von Patienten mit ihrer Genomanalyse abgleichen. So können wir sehen, welche Therapie bei wem am besten wirkt.

Als Ärztin steht für mich der menschliche Aspekt im Vordergrund. Eine meiner an Hautkrebs gestorbenen Patientinnen hatte den Wunsch, dass alle Erkenntnisse aus ihrer Therapie und Familienanamnese dazu verwendet werden, anderen zu helfen. Wir müssen die kostbaren Informationen von Patienten sorgfältig nutzen. Das sind wir ihnen schuldig.

Ich kenne die Grenzen der heutigen Medizin auch aus eigener Sicht gut. Mein Vater hat Krebs, und seine Aussichten sind schlecht. Deshalb will ich alles in meiner Macht Stehende tun, um bessere Behandlungen gegen Krebs zu entwickeln.