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Neue Wege der Zusammenarbeit aktiv gestalten

Kolleginnen und Kollegen entwickeln die Unternehmenskultur bei Roche weiter: Agile Consultant und Roche Mitarbeiterin Johanna Glaab berichtet, welche Wege dabei helfen, neue Formen der Zusammenarbeit zu etablieren.

Weg von Kopf-Monopolen in der internen Zusammenarbeit hin zu crossfunktionalen Teams und Transparenz: Eine veränderte Unternehmenskultur ermöglicht es Mitarbeitenden bei Roche, vernetzter zu agieren und somit Patienten noch schneller und besser zu helfen. Agile Consultant Johanna Glaab berichtet im Interview über ihren Beitrag auf der agilen Transformationsreise.

Johanna, wie ist Dein bisheriger Werdegang bei Roche und inwieweit haben Dir neue Wege der Zusammenarbeit schon im Daily Business geholfen?

Ich habe nach meinem Biologiestudium und meiner Promotion vor fast 20 Jahren bei Roche im Klinik-Außendienst begonnen und anschließend ganz verschiedene Funktionen im Innendienst begleitet: Medical Manager, Market Access Manager und schließlich Launch Readiness Manager. In dieser Rolle arbeitet man eng mit crossfunktionalen Teams in der zirka zweijährigen Phase der Launchvorbereitung eines Produktes zusammen und unterstützt bei der Erarbeitung der Produkt- und Launchstrategie, der Ableitung geeigneter Maßnahmen und der Erstellung der Roadmap - also “Was tut wer und wann” - bis zum Launch.

Was mich an dieser Aufgabe fasziniert hat, sind die immer neuen Herausforderungen, die sich in der cross-funktionalen Arbeit mit vielen Kollegen in diversen Funktionen und Hierarchieebenen in wechselnden Konstellationen und produktspezifischen Fragestellungen ergeben. In diesem komplexen Umfeld sind immer wieder die “6 C” gefragt: Coordinate, Connect, Communicate, Consult, Coach und Challenge. Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich meine ersten Trainings in agilen Methoden wie Hackathon, Objectives and Key Results und Scrum absolviert und immer mehr erlebt, wie sehr Struktur, Time-Boxing, Kunden-Fokus und vor allem die agilen Prinzipien Offenheit, Transparenz, Empowerment und iteratives Vorgehen mich jeden Tag im direkten Umgang mit meinen Kollegen, in Team-Meetings und in Konzeption und Moderation von Workshops unterstützen.

Ich bin froh und dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, die Trainings zu machen, aber auch dafür, dass ich den Freiraum habe, gemeinsam mit Bernhard Höhne, unserem Agile Coach, andere Teams und Kollegen in Train-the-Trainer-Sessions, Workshops, Methodenberatung etc. zu unterstützen.

Unterstützt Du aktiv Kolleginnen und Kollegen neue Wege der Zusammenarbeit zu nutzen?

Ich werde oft direkt angesprochen, wenn es um die Auswahl und geeignete Kombination verschiedener Methoden geht, um eine spezifische Fragestellung zu bearbeiten und ich konzipiere und moderiere Workshops und Team-Retrospektiven. 

Daneben arbeite ich aktiv in einigen Peergroups mit. Das sind selbst-organisierte Gruppen von Kollegen, die sich in einer bestimmten Methodik gut auskennen, sie an andere weitergeben, Erfahrungen austauschen und gemeinsam weiter lernen. Peergroups fördern den Ideenaustausch und es entstehen neue Partnerschaften. Dadurch wird das Daily Business beweglich und lebendiger. Ich habe selbst zwei dieser Gruppen ins Leben gerufen, nämlich Peergroups zu den Themenfeldern Hackathon und Liberating Structures. Beides sind einfach zu moderierende, aber vielseitig einsetzbare Formate, die wir in sogenannten Einfach Machen - Sessions von Kollegen für Kollegen weitergeben. Die Idee hinter “Einfach Machen” ist es, Kollegen als Teilnehmer, Co-Moderatoren oder Themengeber gemeinsam ins agile Arbeiten, Erleben und Anwenden zu bringen. Dabei sind die Moderatoren aus den Peergroups wertvolle Unterstützer und Multiplikatoren. Es entsteht ein wachsendes Netzwerk von begeisterten Mitarbeitern, das neue Wege der Zusammenarbeit lebendig macht und in den Arbeitsalltag einbringt. Bisher haben wir schon mehr als 250 Kollegen über “Einfach Machen”-Sessions erreicht, das Feedback ist durchweg positiv und die Nachfrage groß. Das Schöne ist, dass dieses Format gerade auch virtuell sehr gut umsetzbar ist und Kollegen aus allen Bereichen, Außendienst und Innendienst zusammenbringt.

Und wie gestaltest Du die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur aktiv mit?

Die positiven Erfahrungen, die ich selbst bei der Einbindung agiler Methoden in meinem Arbeitsalltag gemacht habe, haben mich sehr begeistert und meine Haltung beeinflusst. Ich bin überzeugt, dass die agilen Prinzipien wie Selbstorganisation, Eigenverantwortung, Offenheit, iteratives Arbeiten, Pull- statt Push-Informationen, stetige Verbesserung, Selbstreflektion und Umgang auf Augenhöhe zum einen die Qualität unserer Zusammenarbeit und gleichzeitig die Ergebnisse unserer Arbeit entscheidend verbessern - und das möchte ich auch an andere weitergeben und sie “mitnehmen” auf diese Veränderungsreise. Daher habe ich Anfang dieses Jahres eine Ausbildung zum Agile Coach und Transformation Consultant abgeschlossen und unterstütze derzeit unserer Transformation Office als Agile Consultant. Es ist eine erfüllende Aufgabe und es macht mir sehr viel Spaß, Menschen und Teams zu begleiten, gemeinsam Lösungen und neue Arbeitsansätze zu entwickeln, die Prinzipien agilen Arbeitens mehr und mehr im Alltag zu verankern und alte Muster abzulegen. Das verlangt Ausdauer und von jedem Einzelnen ein “Herausgehen aus der Komfortzone”, das ist nicht leicht.

Nach rund zwei Jahren Transformation sind einige Teams und Abteilungen schon recht weit vorangeschritten, andere stehen noch am Anfang der Reise. Daher ist es mir sehr wichtig, zuerst zu verstehen, was genau im Einzelfall gebraucht wird und wie ich gezielt unterstützen kann. Hier gibt es kein “One fits All”. Das macht die Arbeit spannend und herausfordernd, manchmal auch anstrengend. Die positiven Rückmeldungen der Kollegen und die gute Entwicklung, die wir bisher als Organisation gemacht haben, ermutigen und bestätigen mich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

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