Weltrekord über der Wüste Arizonas

Formation
214 deutsche Fallschirmspringer bilden am Himmel eine Formation ähnlich einer Schneeflocke. Zu den Weltrekordhaltern gehören Stefan Hört und Sabine Martin.

214 Fallschirmspringer in den Farben Schwarz, Rot  und Gold bildeten am 24. Oktober 2014 hoch über  der Wüste Arizonas im freien Fall eine Formation  ähnlich einer Schneeflocke. Damit haben sie einen  Weltrekord aufgestellt. Noch nie zuvor sind so viele  Menschen aus einer Nation in einer Formation  gesprungen. Zu den Rekordhaltern gehören zwei  Roche-Mitarbeitende: Stefan Hört, Biotechniker in  der präklinischen onkologischen Forschung Penzberg  bei der Roche Diagnostics GmbH, und Sabine Martin,  Head of Order Processing & Logistics bei der Roche Diagnostics (Schweiz) AG in Rotkreuz.

Seit vielen Jahren sind Stefan Hört und Sabine Martin aktive Fallschirmspringer. Das Formationsspringen ist dabei eine Disziplin, die genauen Regeln unterliegt. Innerhalb der Formation muss jeder Springer seine vorher festgelegte Position einnehmen. Hier muss jeder Griff sitzen: Es ist präzise geplant, ob ein Springer einen Arm oder Fuß eines Mitspringers ergreifen muss. Wenn auch nur ein einziger Griff nicht sitzt, ist der Versuch ungültig.

Diese Vorgaben haben Stefan Hört (über 2.200 Sprünge) und Sabine Martin (ca. 1.400 Sprünge) längst verinnerlicht. Nichtsdestotrotz waren die insgesamt 14 Sprünge bis zum geglückten Rekordsprung in Eloy, USA, keine Leichtigkeit. In zehn Flugzeugen wurden die Springer in eine Höhe von 5.800 Metern gebracht. Nach dem Verlassen der Flugzeuge blieben ihnen maximal 75 Sekunden, bis sie auf 2.100 Metern die Formation auflösen mussten, um sich selbst genug Platz zu schaffen und ihre Fallschirme sicher öffnen zu können. Die körperliche Belastung war enorm: Bis zu vier Sprünge am Tag haben Stefan Hört und Sabine Martin absolviert und jedes Mal erneut einen Temperaturunterschied von -10 °C bis +30 °C überwunden.

In Trainings wurde der Ablauf am Himmel immer wieder präzisiert. Zunächst bildet sich eine Basis, an die die übrigen Springer anschließend in acht Sektoren anknüpfen. Sich in der Luft zu orientieren ist gar nicht so leicht. „Man prägt sich zum Beispiel ein, welche Farbe der Helm des Vordermanns hat“, erklärt Stefan Hört. Bei jedem Sprung ist höchste Konzentration gefragt. Wie groß der Druck auf die Teilnehmenden war, bestätigt Sabine Martin: „Es ist eine wahnsinnige Anspannung. Wenn nicht jeder Einzelne 100 Prozent funktioniert, kann es kein Ganzes geben.“

Am letzten Sprungtag war es in Eloy endlich so weit. Schon in der Luft habe sich der Sprung für Stefan Hört und Sabine Martin super angefühlt. Als danach die Armada von Flugzeugen im Tiefflug über alle Springer flog, war das ein erlösendes Zeichen, aber erst die offizielle Bestätigung der Schiedsrichter knapp eine Stunde danach gab völlige Klarheit: Der Weltrekord der 214 Deutschen war geglückt. Dieser Moment motiviert die beiden auch für zukünftige Sprünge: „Wenn mit einem Mal all die Anspannung von einem abfällt, ist das ein absolut unbeschreibliches Gefühl.“

Sabine Martin und Stefan Hört

Die Roche-Mitarbeitenden Sabine Martin und Stefan Hört haben ihre Leidenschaft im Fallschirmspringen gefunden.

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