Von der Klinik ins Unternehmen

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Ich bin zwar auf einer anderen Seite, arbeite aber am gleichen Ziel.
Andreas Beringer, Medical Manager Roche Pharma AG in Grenzach

Du warst sieben Jahre lang als Chirurg in der Klinik, hattest Deine Facharztausbildung gerade beendet. Dann wurdest Du Medical Manager bei Roche. Wie kam es zum Wechsel?

Patienten helfen zu können ist ein vielschichtiger Prozess. Im Klinikalltag stößt man durch die Strukturen und den praktischen Rahmen oft an Grenzen, gerade in Bezug auf neue Formen der Therapie. In der Pharmaindustrie versuchen wir, genau diese Grenzen zu durchbrechen. Wir können Therapien neu denken und auf das nächste Level bringen. Das war eine große Motivation für mich.

War es für Dich schwierig die Klinik zu verlassen?

Ein Stück weit schon. Ich habe meinen Beruf sehr gerne ausgeübt. Dennoch: Der Alltag als Mediziner, in meinem Falle in einer großen Uniklinik, zeigte sich nach einer Weile mit anderen Facetten, als ich mir anfangs erwünscht hatte. Bei der Entscheidung ging es aber auch sehr stark um die private Perspektive. Als junger Mediziner hat man meistens ein befristetes Arbeitsverhältnis oder auch gesetzliche Rahmenbedingungen in Hinsicht auf die akademische Entwicklung, so dass der eigene Werdegang nicht nur von der Leistung des Einzelnen, sondern auch von engen äußeren Faktoren beeinflusst ist. Dies ist in der Pharmaindustrie anders und trug auch zu meiner Motivation bei, einen Wechsel anzustreben.

Ist Dir die Umstellung von Klinik zu Büro auf Anhieb gelungen?

Durch den Klinikrhythmus war ich zunächst dazu verleitet, möglichst schnell alles in weitestgehend vorgegebenem Rahmen machen zu müssen. Ich musste erst lernen, mit der Flexibilität in meinem neuen Job umzugehen. Nur, weil ich mein Büro in Form meines Computers die ganze Zeit mit mir trage, heißt das nicht, dass ich auch automatisch überall und die ganze Zeit arbeiten muss. Die aktuelle Situation gibt mir mehr Autonomie und Selbstbestimmtheit, was mir davor oft gefehlt hat.

Arbeitest Du heute eher mehr oder weniger?

Das Arbeitsvolumen ist ähnlich. Aber ich kann meinen Arbeitsalltag viel freier gestalten. Einen streng geregelten Arbeitsablauf wie in der Klink mit Operation, Visite, Arztbriefe schreiben o.Ä. gibt es nicht. Dadurch wiegt die Arbeit in Relation zu der Zeit, in der ich die Aufgaben erledigen sollte, auch nicht so schwer und ich habe das Gefühl, mehr Kontrolle zu haben.

Inwiefern?

Ich habe keine Dienste mehr und auch meine Wochenenden sind planbarer geworden. Das wirkt sich positiv auf mein Privatleben aus. Dafür sind mehr Reisetätigkeiten für Kongresse oder medizinische Veranstaltungen hinzugekommen. Darauf freue ich mich aber, denn gerade hier kommt es zum intensiven Austausch mit den Ärzten. Den Blick über den Tellerrand und das internationale Umfeld empfinde ich als sehr bereichernd.

Du hast bislang vor allem über den Rahmen Deiner Arbeit gesprochen. Gibt es auch Unterschiede in der Art von Arbeit?

Die Hochphasen starker körperlicher und psychischer Belastung, wie sie beispielsweise bei notfallmäßigen Operationen im Dienst auftreten, fallen weg. Das heißt nicht, dass es keine Hochphasen für Medical Manager gibt, aber ich muss keine kritischen Operationen in den frühen Morgenstunden mehr durchführen. Als gelernter Chirurg wog das bei mir vielleicht besonders schwer. Diese Art von Belastung trifft aber auf alle Ärzte zu, die weitreichende Entscheidungen in sehr kurzer Zeit treffen müssen. Eine Zeit lang habe ich das sehr gerne gemacht. Auf Dauer konnte ich mir das aber nicht mehr vorstellen.

Gibt es noch weitere Vorzüge in einem Unternehmen?

Ich genieße es, mit Kollegen aus so vielen verschiedenen Disziplinen zusammenzuarbeiten. Dadurch gibt es viel weniger Konkurrenzdenken, man arbeitet eher konstruktiv an der Realisierung spannender und sinnstiftender Projekte. Die Ziele sind langfristiger und alle ziehen an einem Strang. Das macht das Miteinander sehr angenehm.

Hast Du noch Kontakt zur Klinik?

Natürlich stehe ich jetzt nicht mehr am OP-Tisch, aber ich bleibe der Klinik auch in meiner jetzigen Funktion verbunden. Als Medical Manager schaue ich mir klinische Studien oder Wirkmechanismen an, tausche mich mit Ärzten und Patienten aus und berate mich intensiv mit ihnen zu neuen Therapieoptionen und den wissenschaftlichen Daten. Ich bin zwar auf einer anderen Seite, arbeite aber am gleichen Ziel. Ich habe auch nach wie vor sehr viel Kontakt zu meinen ehemaligen Kollegen. Das gegenseitige Interesse ist groß.

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