Vom Forscher zum Medical Manager – ein Fazit

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Ich sehe direkt, was ich für die Patienten tue, und das ist natürlich eine große Motivation für mich.
Kai Dittmann, Medical Manager Roche Pharma AG Grenzach

Du arbeitest bei Roche als Medical Manager. Welche Aufgaben hast Du in dieser Position?

Der Medical Manager ist medizinisch-wissenschaftlicher Experte in seinem jeweiligen Indikationsgebiet und arbeitet crossfunktional mit vielen Abteilungen bei Roche. So bildet er die Schnittstelle sowohl innerhalb „Medical Affairs“ als auch zu externen Kundengruppen, wie zum Beispiel Ärzten.

Was machst Du genau?

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig: Ich organisiere Workshops und Expertenmeetings mit Ärzten, betreue klinische Studien und besuche Kongresse. Außerdem erstelle ich Kommunikationsmaterial für den Außen- und Innendienst und gebe medizinisch-wissenschaftliche Inhalte zu meinem Indikationsgebiet frei, die in Publikationen von Roche erscheinen. Und schließlich trage ich Budgetverantwortung. Hierzu gehört u. a. die Erstellung eines Jahresplans mit allen Kosten für meinen Verantwortungsbereich, den ich nicht nur kalkuliere, sondern auch präsentiere und verteidige.

Bevor Du zu Roche gekommen bist, hattest Du – nach dem Studium der Biochemie und einer Promotion im Bereich Immunologie – schon mehrere Jahre in der Wissenschaft gearbeitet.

Meine Arbeitsgruppe in Göttingen war sehr grundlagenorientiert, hatte als Teil der Universitätsmedizin aber auch einige Anknüpfungspunkte zur Klinik. Ich habe damals gemerkt, dass vor allem Projekte mit Bezug zu den Patienten spannend für mich waren. Wir hatten zum Beispiel Kooperationen, in denen wir Patientenmaterial analysiert und uns den genetischen Hintergrund einer Erkrankung angeschaut haben.

Warum hast Du Dich trotzdem zu einem Wechsel entschieden?

Ich war an einem Punkt angekommen, an dem die Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt waren. Deshalb habe ich beschlossen, den Schritt in die Pharmaindustrie zu wagen. Publikationen zu schreiben macht zwar viel Spaß, aber man bekommt kein unmittelbares Feedback. In meinem Job bei Roche sehe ich direkt, was ich für die Patienten tue, und das ist natürlich eine große Motivation für mich.

Das gilt ja grundsätzlich für alle Pharmahersteller. Warum Roche?

Roche ist ein sehr innovationsgetriebenes Unternehmen, das immer am Puls der Zeit sein will. Deshalb werden hier keine Generika oder Biosimilars entwickelt. Dies spiegelt auch das Leitbild von Roche wider: "Doing now what patients need next". Unser Ziel ist es, die Therapieoptionen, die wir neu entwickeln, den Patienten möglichst schnell zugänglich zu machen. Dadurch gibt es einen permanenten Fortschritt, wir reagieren ständig auf den Markt und versuchen, die Therapie zu optimieren. Abgesehen davon war Roche für mich auch deshalb interessant, weil es ein weltweit führendes und agierendes Unternehmen ist, in dem Deutschland ein wichtiger Standort ist. Als Medical Manager habe ich viel mit unserer Zentrale in Basel zu tun und nehme auch an den globalen Telefonkonferenzen teil.

Ist Dir der Wechsel aus der Wissenschaft in die Industrie schwergefallen?

Es wird ja immer wieder behauptet, dass der Wechsel von der Wissenschaft in die Pharmaindustrie immer schwerer würde, je länger man an der Uni bleibt. Aber bei mir war das nicht der Fall. Im Gegenteil: Ich hatte eher das Gefühl, dass ich in der Wissenschaft vieles gelernt habe, was mir heute im Job nützt. Ich musste auch für meine Publikationen extrem organisiert arbeiten und war es schon gewohnt, Daten vorzustellen, sei es nun auf Seminaren im eigenen Haus oder auf Kongressen. Daher ist mir die Einarbeitung bei Roche nicht sonderlich schwergefallen.

Was gefällt Dir am meisten an Deiner Arbeit?

Ich finde es ungemein spannend, mich mit den Ärzten auszutauschen und von ihnen zu lernen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass meine Arbeit wirklich etwas bringt. Als Team stehen wir mit verschiedensten Interessensgruppen im Kontakt und versuchen, ihre Sichtweisen zusammenzubringen. Toll finde ich, dass wir versuchen, die Patienten stets in den Mittelpunkt unserer Betrachtung zu stellen – nur so können wir sicherstellen, dass wir für sie das Optimale entwickeln. In einem Meeting-Raum können wir verschiedenste Szenarien durchspielen – aber letztendlich können uns nur unsere Stakeholder sagen, ob diese auch sinnvoll sind.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten hat ein Medical Manager langfristig im Unternehmen?

Eine Möglichkeit wäre ein Wechsel ins Headquarter. Wer lieber in Grenzach bleiben will, kann eine Position als Teamleiter anstreben oder in eine andere Abteilung gehen. Anbieten würde sich zum Beispiel die Abteilung Market Access, die den Marktzugang neuer Medikamente begleitet.

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