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Stimme trifft Hightech: Produktionsanlagen mit Sprache steuern

Vorsichtig balanciert ein Mitarbeitender eine schwere Rolle auf beiden Armen zur Produktionsanlage. Für einen Tastendruck hat er keine Hand frei. „Öffne Abwicklung.“ Nur durch Sprache setzt sich ein Mechanismus in Gang und öffnet die Spule. Jetzt kann die schwere Rolle eingesetzt werden, der Produktionsprozess geht weiter. 

Was nach Zukunftsmusik klingt, könnte bei Roche schon bald Realität sein; Manuel Wenz und Lukas Nagel arbeiten nämlich genau daran: Ein Sprachassistent für Produktionsanlagen. Die beiden Ingenieure sind in der Einheit Manufacturing Technology Solutions bei Roche in Mannheim tätig, die sich mit der Realisierung von Fertigungstechnologien und Prozessen beschäftigt, welche man nicht von der Stange kaufen kann. 

Stimme trifft Hightech

Alexa, Siri und Co. kennt mittlerweile jeder. Bei vielen haben sie Einzug in Leben und Zuhause gehalten. „Während eines Workshops mit unseren Kunden entstand die Idee, eine Maschine mittels Sprache zu steuern und wir haben uns gefragt, ob es bei Roche einen breiteren Bedarf für die populären Sprachsteuerungsassistenten gibt”, erklärt Manuel. Die klare Antwort: Ja!

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Wir sind auf viele Anwendungsfälle gestoßen, bei denen eine Sprachsteuerung die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen erleichtern würde,
sagt Lukas.

Vor etwa eineinhalb Jahren starteten die beiden Automatisierungsingenieure das Projekt mit einer Marktrecherche sowie einer Machbarkeitsstudie. Zunächst einmal haben sie sich auf die Suche nach eine Software zur Spracherkennung begeben, die - aus Gründen der IT-Sicherheit - ohne Internetverbindung auskommt. Die nächste Herausforderung bestand darin, die Sprachsteuerung mit der Maschinensteuerung zu koppeln und so die erkannten Befehle für die Steuerung der Produktionsanlagen zu „übersetzen”. Das Ergebnis ihrer Arbeit heißt E.V.A. - kurz für Electronic Voice Assistant - und funktioniert, quasi wie ein Universalschlüssel, bei fast allen Produktionsanlagen.

Du bist neugierig wie es klingt, wenn E.V.A. Sprachbefehle erkennt und umsetzt? Dann hör doch mal rein.

Anders als Siri und Alexa verfügt E.V.A. nicht über intelligentes Lernen. Das ist mit Blick auf die Sicherheit im Produktionsumfeld auch gar nicht gewünscht. So werden mögliche Fehlinterpretationen eines lernenden Systems bewusst vermieden. Neue Begriffe bringen Manuel und Lukas E.V.A. via Laptop bei. Das dauert pro Befehl lediglich einige Minuten. Auf diese Weise können die Ingenieure gemeinsam mit den Anwendern in der Produktion entscheiden, welche Aufforderungen sie verstehen und umsetzen muss. 

Aus dem Labor in die Testphase

Der nächste Schritt für Manuel, Lukas und E.V.A. ist nun eine Testphase in realer Produktionsumgebung. Wenn Produktentwickler in den nächsten Monaten eine neue Anlage am Standort Mannheim einrichten, kommt auch E.V.A. erstmals zum Einsatz.

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Das Produktionsumfeld unterscheidet sich in einigen Punkten von der Laborumgebung, in der wir bislang getestet haben. Dort sind beispielsweise die Umgebungsgeräusche deutlich lauter, so dass wir Mikrofon und Lautsprecher daran anpassen müssen,
erklärt Manuel.

 

Ihr Ziel? E.V.A. wird ein essentieller Bestandteil des Bedienkonzepts für Produktionsanlagen, der die Kolleginnen und Kollegen effektiv und dauerhaft unterstützt.

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