Uni-Wissen praktisch anwenden (Teil 2)

Eine Studentin der Pharmazie berichtet über ihr Praktikum bei der Roche Pharma AG in Grenzach

Welche Aufgaben haben angehende Pharmazeuten und Gesundheitsökonomen bei Roche im Praktikum? Wie analysiert man den Arzneimittel-Markt, bevor man ein neues Medikament herausbringt? Elisabeth und Franziska berichten von ihren Praktika bei Roche.

Das Interview mit Franziska finden Sie hier.

Elisabeth B. (25) studierte Pharmazie in München. Seit November 2013 ist sie pharmazeutische Praktikantin bei Roche in Grenzach.

Sie sind aktuell "Pharmazeutin im Praktikum" – wieso haben Sie sich für diese Station für Roche entschieden?

Als Pharmaziestudentin habe ich nach dem zweiten Staatsexamen die Gelegenheit, ein Jahr Praktika zu machen. Sechs Monate davon verbringt man in einer Apotheke, für die restliche Zeit kann man frei entscheiden. Ich wollte sehr gerne ein Praktikum in der Industrie absolvieren, am liebsten in einem großen Pharma-Unternehmen. Über eine pharmazeutische Zeitung bin ich auf eine Stelle bei Roche gestoßen. Was mich dabei besonders angesprochen hat, war der Umstand, dass in der Stellenausschreibung nicht die "klassischen" Aufgaben für Pharmazeuten ausgeschrieben wurden, sondern eine Tätigkeit im Marketing. Mich hat es interessiert, die Brücke zu schlagen zwischen pharmazeutischem Wissen einerseits und wirtschaftlicher Tätigkeit andererseits.

Welche Aufgaben übernehmen Pharmazeuten bei Roche?

Es gibt viele Einsatzbereiche für Pharmazeuten bei Roche. Typische Stellen finden sich zum Beispiel in der Qualitätssicherung, in der Produktion von Arzneimitteln, der Qualitätskontrolle, in Forschung und Entwicklung, in der Registrierung und Zulassung von Medikamenten oder auch im Market Access oder in der Arzneimittelsicherheit.

Können Sie eines Ihrer Projekte schildern?

Ich arbeite im Marketing der Business Unit "Psychiatrie" und beschäftige mich viel mit kognitiver Verhaltenstherapie bei Schizophrenie. Dort wird in letzter Zeit verstärkt Computersoftware eingesetzt, denn ein großes Problem in der Psychiatrie ist es, den Kontakt mit dem Patienten zu halten. Die Software hilft dem Patienten dabei, die Therapie durchzuhalten und regelmäßig zum Arzt zu gehen. Ich habe recherchiert, ob Roche ein derartiges Programm begleitend zu einem neuen Schizophrenie-Medikament einsetzen könnte. Außerdem habe ich einen Fragebogen entworfen, mit dem Außendienst-Mitarbeiter die Versorgungstruktur von Psychiatern erfassen können.

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrem Praktikum?

Kein Tag ist wie der andere, ich bearbeite ganz verschiedene Aufgaben. Manche davon sind sehr pharmazeutisch, so lerne ich auch fachlich viel dazu. Aber ich bekomme auch Einblick in wirtschaftliches Arbeiten im Team. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie ein Produkt entsteht. Außerdem gefällt mir, dass ich auch andere Abteilungen von Roche kennenlerne. Ich konnte ein paar Tage in der Medical Information mitarbeiten, in der die Anfragen von Ärzten und Patienten zu Roche-Medikamenten beantwortet werden. Und auch extern konnte ich Erfahrungen sammeln: Ich habe für zwei Tage in einer Psychiatrie hospitiert.

Gibt es etwas, dass Sie bei der Arbeit überrascht hat?

Mich hat überrascht, dass ich innerhalb kürzester Zeit ein vollwertiges Team-Mitglied war. Ich habe meine eigenen Projekte übernommen und habe schnell eigenverantwortlich gearbeitet. Meine Kollegen nehmen sich immer Zeit für meine Fragen und schätzen meine Arbeit - das freut mich sehr.

Wie geht es nach dem Praktikum für Sie weiter?

Ich absolviere anschließend meine Apotheken-Station. Danach würde ich gerne versuchen, in der Industrie Fuß zu fassen, denn meine Arbeit hier bei Roche gefällt mir sehr gut. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier einsteigen könnte.

25.04.2014 / Roche mit e-fellows.net

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