Uni-Wissen praktisch anwenden (Teil 1)

Eine Studentin der Gesundheitsökonomie berichtet über ihr Praktikum bei der Roche Pharma AG in Grenzach

Welche Aufgaben haben angehende Pharmazeuten und Gesundheitsökonomen bei Roche im Praktikum? Wie analysiert man den Arzneimittel-Markt, bevor man ein neues Medikament herausbringt? Im ersten Teil dieses Beitrags berichtet Franziska L. von ihrem Praktikum bei Roche.

Franziska L. (22) studiert Gesundheitsökonomie in Bayreuth. Von Oktober 2013 bis März 2014 war sie Praktikantin bei Roche im Bereich Market Development in der Abteilung "Health Care Systems & Value Management (HCSVM)".

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Praktikum?

Dass ich so viel lerne - unter anderem über die Gesundheitspolitik und die großen Zusammenhänge in der Healthcare-Branche. Das liegt auch an meinen Kollegen, die sich immer Zeit für meine Fragen nehmen. Meine Betreuerin ist super, sie hat mir sehr viel beigebracht. Ich treffe hier bei Roche bei meiner täglichen Arbeit überall Experten, mit denen ich mich austauschen kann.

Was macht die Abteilung "Health Care Systems & Value Management", in der Sie Ihr Praktikum absolvieren?

Die Abteilung besteht aus dem Innen- und dem Außendienst: Letzterer informiert die Kunden, also zum Beispiel Krankenkassen, über die Medikamente von Roche. Ich arbeite im Innendienst, wir recherchieren die nötigen Informationen und erstellen Präsentationen für den Außendienst. Außerdem beobachten wir den Markt und überlegen uns, welche Möglichkeiten Roche darin hat und wie wir unser Geschäft noch ausweiten können.

Wie analysieren Sie den Markt?

Ich selbst habe mich in meinem letzten Projekt zum Beispiel mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie beschäftigt. Bei meiner Recherche habe ich mich speziell auf die integrierte Versorgung konzentriert - dabei schließen sich Krankenkassen und unter anderem Pharma-Unternehmen zusammen, um den Patienten optimal zu versorgen. Ich wollte herausfinden, ob Roche ein neues Schizophrenie-Medikament in eine solche integrierte Versorgung mit Krankenkassen einbetten kann. Zu diesem Zweck habe ich viel im Internet recherchiert, wie so eine Zusammenarbeit funktionieren kann, zum Beispiel bei den Krankenkassen, die auf ihren Websites ihre Projekte beschreiben. Ich habe auch Kontakt aufgenommen mit den Krankenkassen, dem Bundesministerium für Gesundheit und der Gesellschaft für integrierte Versorgung, um noch mehr Informationen zu erhalten. Anschließend habe ich eine Entscheidungsvorlage zusammengestellt, die über die verschiedenen Modelle der integrierten Versorgung informiert.

Und womit beschäftigen Sie sich momentan?

Aktuell bin ich gerade dabei, mich in das Thema Multiple Sklerose einzulesen. Auch hier geht es darum, für ein neues Medikament herauszufinden, ob sich ein großer Versorgungsvertrag lohnen würde oder nicht. Meine Betreuerin hat mir für die Recherche viel Material gegeben, und auch im Internet finde ich hierzu wieder viele Informationen.

Inwiefern hat Sie Ihr Studium der Gesundheitsökonomie auf Ihre Aufgaben im Praktikum vorbereitet?

Mein Studium vermittelt mir Grundlagenwissen, zum Beispiel zur Gesundheitspolitik – gerade das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz ist zur Zeit sehr wichtig. Ich habe auch schon einiges über das Zusammenspiel der Akteure im Gesundheitswesen gelernt. Dieses Wissen ist jetzt im Praktikum sehr nützlich. Viel von dem Gelernten kann ich jetzt in der Praxis anwenden; das bringt mir wiederum auch viel für mein Studium. Ich finde die Wechselwirkung zwischen Studium und Praktikum prima – ich profitiere von beidem. Es ist zum Beispiel interessant zu sehen, wie die Akteure im Gesundheitswesen in der Praxis miteinander umgehen und wie ein so großer Pharma-Konzern funktioniert.

25.04.2014 / Roche mit e-fellows.net

Tags: Career Blog, Deutschland