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"Roche tut wirklich viel für seine Mitarbeiter"

Wissenschaftliches Arbeiten, internationale Teams und ein konkreter Nutzen für Patienten – das ist es, was Dr. Evelyn Stuwe an ihrer Arbeit als HTA Managerin bei Roche gefällt. Im Interview verrät sie außerdem, wieso man in ihrem Beruf sehr gute Karrierechancen hat.

Welche Aufgaben haben Sie bei Roche im Bereich "Market Access"?

In Deutschland durchläuft jedes Medikament, das neu auf den Markt kommt, eine sogenannte Nutzenbewertung. Das Verfahren ist in zwei Schritte gegliedert: im ersten Teil bewertet ein unabhängiges Institut namens IQWIG das Medikament und der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vergibt im Anschluss daran eine Beurteilung über den Zusatznutzen. Im zweiten Schritt wird basierend auf der Bewertung durch den G-BA der Preis mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen verhandelt. Sobald ein Medikament zugelassen ist, ist es in Deutschland für Patienten verfügbar. Die Preisbildung ist im ersten Jahr frei, ab dem zweiten Jahr gilt dann der Preis, den das Unternehmen mit den Krankenkassen verhandelt hat.

Als HTA Managerin bin ich dafür zuständig, ein Dossier zu erstellen, in dem ich mithilfe der medizinischen Daten den Zusatznutzen des Medikaments gut und stichhaltig darlege. Dafür nutze ich zum Beispiel Daten aus klinischen Studien. Momentan arbeite ich an einem Lungenkrebsmedikament. So ein Dossier zu erstellen dauert ungefähr eineinhalb Jahre.

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e-fellows.net-Alumna Dr. Evelyn Stuwe (34) studierte Pharmazie in Heidelberg und promovierte in Pasadena (USA) am California Institute of Technology. Seit Januar 2016 arbeitet sie bei Roche als HTA (Health Technology Assessment) & Value Strategy Managerin.

Wie gehen Sie beim Erstellen des Dossiers genau vor?

Ganz am Anfang stehen immer systematische Recherchen, bei denen ich alle verfügbaren und relevanten Informationen sammle. Anschließend baue ich das Dossier auf. Dafür arbeite ich mit Statistikern und Epidemiologen von Roche zusammen, mit der Marktforschung, der Zulassungsabteilung, dem Team für Arzneimittelsicherheit und dem Medical Management. Ich muss die Krankheit gut verstehen, um alle relevanten Aspekte des Medikaments darstellen zu können. Dazu gehört zum Beispiel die Wirkweise, die Anzahl an Patienten, die mit dem Medikament behandelt werden können, die Ergebnisse der klinischen Studien und eine Einschätzung zum Zusatznutzen.

Was finden Sie an "Market Access" besonders spannend?

Für uns breit ausgebildete Pharmazeuten ist es eine ideale Stelle. Ich beschäftige mich mit wissenschaftlichen Studien, habe aber auch Bezug zum Patienten und zum medizinischen Alltag, weil ich viele Perspektiven berücksichtigen muss. Außerdem bin ich in internationale Teams eingebunden und bin Mitglied im globalen Market Access Team, mit dem ich mich viel austausche. Es gibt auch die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen. Ich finde es spannend, dass ich nach wie vor wissenschaftlich arbeiten kann, aber eben nicht in der akademischen Forschung, sondern bezogen auf ein reales Medikament mit konkretem Nutzen für den Patienten. Nicht zuletzt hat man als HTA Manager sehr gute Karrierechancen, denn es ist eine sehr wichtige Position, die viel Aufmerksamkeit im Unternehmen erhält.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen bei Roche?

Als HTA Manager hat man viele Anknüpfungspunkte zu den unterschiedlichsten Abteilungen. Ich leite ein cross-funktionales Projektteam bestehend aus Kollegen aus Medical Management, Arzneimittelsicherheit, Statistik, Zulassung und Epidemiologie, die mich bei der Erstellung des Dossiers unterstützen. In übergreifenden Teams machen wir uns auch Gedanken zum Marketing und Vertrieb für das neue Medikament. Wie schulen wir den Außendienst? Was wurde auf medizinischen Kongressen präsentiert? Was machen die Mitbewerber? Als HTA Managerin liefere ich in diesen Fällen wichtige Informationen und lerne gleichzeitig viel.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Arbeitgeber Roche?

Roche ist ein sehr arbeitnehmerfreundliches Unternehmen, das wirklich viel für seine Mitarbeiter tut. Gerade in Bezug auf flexible Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten ist es hier super. Ich kann zum Beispiel sehr viel im Home Office arbeiten und teile mir meine Arbeit selbst ein. Uns wird großes Vertrauen entgegengebracht. Auch die Einarbeitung ist sehr gut organisiert: Es gibt eine Startwoche, in der jeder Mitarbeiter gezielt in die Arbeit eingeführt wird, die Kollegen kennenlernt und zum Beispiel den Unternehmenssitz in Basel besucht. In den ersten sechs Monaten kann man außerdem kostenlos im Gästehaus wohnen. Roche ist an der Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters sehr interessiert – das ist toll, weil ich weiß, dass ich hier gute Möglichkeiten habe.

Welche Weiterbildungsangebote können Sie nutzen?

Es gibt sogenannte Onboardings, bei denen Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen erklären, was in ihrer Abteilung passiert. Das ist gerade für die Berufsanfänger wirklich hilfreich. Außerdem hat Roche ein großes Angebot an Fortbildungskursen, dabei arbeitet das Unternehmen auch mit externen Anbietern zusammen: fachliche Weiterbildungen, Sprachkurse, Soft-Skill-Seminare und vieles mehr. Darüber hinaus können wir als Mitarbeiter auch selbst Vorschläge machen, wenn wir zu Tagungen oder Kongressen gehen möchten. Als ich bei Roche angefangen habe, habe ich zum Beispiel eine Woche lang an einem Blockseminar in klinischer Epidemiologie an der Universität teilgenommen, weil ich in diesem Bereich noch keine Erfahrung hatte.

Welche Karriereperspektiven bietet Roche?

Als Mitarbeiterin von Market Access habe ich sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten, da ich gut vernetzt bin und Einblick in viele Bereiche bekomme. Insofern kann ich mich in viele verschiedene Richtungen im Unternehmen weiterentwickeln.

Außerdem gibt es bei Roche auch immer die Möglichkeit, kurz- oder langfristig ins Ausland zu gehen, weil wir ja ein globaler Konzern sind. Viele Führungskräfte bei Roche waren im Ausland: Das merkt man auch an ihrer Einstellung. Sie haben über den Tellerrand geschaut und sind entsprechend offen.

Gab es bei Ihrem Berufseinstieg Überraschungen oder lustige Begebenheiten?

In der Startwoche sind alle Neueinsteiger zusammen unterwegs: Das ist ein bisschen wie in einer Schulklasse. Wir waren auch alle sofort per du. Bei einem gemeinsamen Abendessen habe ich also die Kollegin neben mir gefragt: "Und, was machst du so?" Allerdings war sie keine Berufsanfängerin, sondern antwortete: "Ich bin jetzt seit 12 Jahren dabei und leite einen deutschlandweiten Außendienst." Aber das Schöne bei Roche ist, dass wir gemeinsam darüber lachen konnten, dass ich sie zu den Berufseinsteigern gezählt habe – denn die Atmosphäre hier ist wirklich sehr familiär.

24.09.2018

© Roche mit e-fellows.net

Tags: Deutschland, Career Blog