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Roche experimentiert mit Start-up Ansatz

Jan Schreiber arbeitet seit 2005 bei Roche und ist heute Head of Communications, Digital & Marketing Services bei Roche Diagnostics Deutschland in Mannheim.

Die Digitalisierung bietet vielfältige Chancen für uns - sagt Jan Schreiber.

Voraussetzung ist, dass die Mitarbeitenden mitgenommen und mit neuen Arbeitsweisen und Technologien vertraut gemacht werden. Aus diesem Grund wurde 2017 das Digital Acceleration Program gestartet.

Was verbirgt sich hinter dem Digital Acceleration Program (DAP)?

Digitaler Wandel ist deutlich mehr als die Nutzung von IT Tools oder die Abschaffung von Fax-Geräten. Er beschreibt vielmehr die Fähigkeit, sich als Unternehmen an die immer schnelleren Entwicklungen von Technologien und hieraus entstehenden Erwartungen der Kunden anpassen zu können. Wir erleben dies selbst im Alltag: Wir lesen Zeitungen auf dem Tablet, bestellen online und steuern den Haushalt mit dem Handy. Vor diesem Hintergrund startete der deutsche Diagnostics Vertrieb im Februar 2017 das Digital Acceleration Program, kurz DAP. Das Ziel war es, dass die Mitarbeitenden agile Arbeitsweisen im geschützten Raum ausprobieren konnten und dabei digitale Lösungen für unsere Kunden entwickelten.

Innerhalb von sechs Monate wurden tolle Prototypen erarbeitet. Die Grundlage lieferten alle Mitarbeitende des deutschen Vertriebs, indem Sie auf über 3.000 Post-its notierten, wo der Schuh in Roche sowie aus Kundensicht drückt. Daraus wurden die neun Ideen gefiltert, welche eine besonders starke Verbesserung für den Kunden versprachen. In mehreren Workshops wurden hieraus konkrete Prototypen, sogenannte Minimum Viable Products (MVP), entwickelt, wobei großer Wert auf die frühzeitige Einbindung des späteren Nutzers gelegt wurde. Zwar waren diese Prototypen oftmals noch nicht schön anzusehen und bei weitem nicht ausgereift, aber durch das frühe Feedback ist es uns gelungen, schnell zu lernen, was der Kunde wirklich braucht und was nur ein nettes Feature ist.

Wer durfte am Digital Acceleration Program mitarbeiten?

Alle Mitarbeitenden konnten sich freiwillig melden und an den Ideen mitarbeiten. Fast 100 Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen haben sich für die Workshops gemeldet. Jeder hatte etwas beizutragen und konnte eine andere Sicht auf Herausforderungen mit einbringen. Agile Arbeitsweisen wie beispielsweise Design Thinking, wie sie Start-ups oft nutzen, sind im Vertrieb noch nicht weit verbreitet. Es war anfangs eine große Herausforderung einfach mal drauf los zu denken, etwas auszuprobieren und nicht mit einer perfekten Lösung zum Kunden raus zu gehen, sondern sich frühzeitig sein Feedback einzuholen. Nachdem wir uns darauf eingelassen haben, fuhren wir damit sehr erfolgreich.

Wir haben außerdem aktiv den Austausch mit Start-Ups im Bereich Digital Health gesucht, um voneinander zu lernen. Insgesamt entstand eine unglaubliche Dynamik, bei ich besonders bemerkenswert fand, dass die ohnehin schon große Offenheit in unserer Organisation noch einmal ein neues Level erreicht hat: Da entschied die beste Idee und nicht der Titel auf der Visitenkarte.

Digitalisierung im Gesundheitswesen – das ist weit mehr als Symptome googeln

Was kann Roche für seine Unternehmenskultur vom Start-up Ansatz mitnehmen?

Eine Herausforderung bei den Design Sprints war es, das oftmals vorherrschende problemorientierte „Nein, aber …“-Denken auszuschalten, stattdessen „Ja, und …“ zu sagen und mutige Ideen zu spinnen. Damit einher geht auch, dass nicht jede Idee weiterverfolgt werden kann und man gemäß dem Motto „Kill your Darling“ Herzensprojekte loslassen muss. Der wesentliche Unterschied aber ist, dass viele Start-ups nicht erfolgreich getestete Ideen als Chance zum Lernen begreifen, statt Risiken aus dem Weg zu gehen aus Sorge, man könnte scheitern. Diese Prinzipien lassen sich nicht nur in Design Sprints umsetzen, sondern könnten auch in die alltägliche Arbeit bei Roche Einzug finden.

Welche Stärken bringt Roche mit, um seine Kunden auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten?

Bei Roche treiben wir die personalisierte Medizin seit Jahren voran und profitieren von unserer langen Tradition, der Verbindung von Pharma und Diagnostics unter einem Dach und dem direkten Draht zum Kunden. Diese Fähigkeiten ergänzen wir nun um neue Skills wie z.B. die Analyse großer Datenmengen oder die Entwicklung von datenbasierten Unterstützungstools für den Arzt („Decision Support“). Ich denke, dass wir daher ein starker Partner im digitalen Wandel sein werden.

In einer schnelllebigen, digitalen Welt müssen wir agiler werden, Partnerschaften schließen und kontinuierlich Talente in unsere Organisation bringen. Ich bin überzeugt, dass das DAP ein guter Anfang auf dem Weg dorthin war. Gerade arbeiten wir daran, die drei besten Ideen aus dem Projekt weiterzuentwickeln.

Wie hältst du dich für den digitalen Wandel fit?

Ich suche den Austausch mit möglichst vielen Menschen, ob bei Roche oder in anderen Unternehmen sowie als Mentor für Start-ups. Außerdem höre ich gerne Podcasts, z.B. auf dem Weg zur Arbeit und probiere neue Arbeitsweisen selber regelmäßig aus. Manches klappt gut und wird fester Bestandteil meiner Arbeit, anderes eben nicht.

Ich kann jedem nur empfehlen, zu experimentieren, gewisse Risiken einzugehen – gerade im Konzernumfeld – denn oftmals sind die Grenzen in unserem Kopf viel größer als in der Realität.

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Tags: Career Blog, Deutschland