Blitzlicht: Mein erstes Jahr als Führungskraft

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Carla studierte International Business Management, absolvierte daraufhin das Management Start Up Traineeprogramm bei Roche im Bereich „Marketing & Sales“ und ist mittlerweile Verkaufsleiterin des Hospital-Point-of-Care Bereichs bei Roche Diagnostics Deutschland.

Führungskraft werden - ist das mein Ziel? Das Studium war erfolgreich beendet und Carla musste nun entscheiden, welche beruflichen Schritte sie als nächstes vornehmen möchte. Das Management Start Up Traineeprogramm bei Roche bot ihr die Möglichkeit, sich intensiver mit dieser Frage auseinander zu setzen.

Du bist relativ jung in eine Führungsposition gestartet – wie war Dein Weg dorthin?

Schon im Traineeprogramm bekam ich die Möglichkeit, einen Einblick in die verschiedenen Stationen des Unternehmens zu bekommen und unterschiedliche Führungsstile kennen zu lernen. Durch meine anschließenden Tätigkeiten im Account und Key Account Management, konnte ich die gesammelten Erfahrungen sogleich im Bereich der indirekten Mitarbeiterführung anwenden. Kollegen zu Coachen und dadurch Projekte gemeinsam zum Erfolg zu führen, machte mir am meisten Spaß. Somit stand für mich der nächste logische Schritt, in die direkte Mitarbeiterführung einzusteigen, fest. Seit April 2017 bin ich in der jetzigen Funktion tätig.

Wie hast du dich auf deine Führungsrolle vorbereitet?

Für meine erste Position als Führungskraft habe ich den Bereich gewechselt – hierbei musste ich gleich zwei Komplexitätsebenen meistern. Die fachliche Komponente erfasste ich durch meine Erfahrung im Vertrieb sehr schnell sodass ich mich komplett auf die Führung konzentrieren konnte. Zu Beginn legte ich mir einen 100-Tage-Plan zurecht, welchen ich allerdings nach den ersten vier Wochen über den Haufen warf, denn in der Realität laufen die Dinge oftmals anders als in der Theorie. Ich hatte mich zuvor auf strategische Themen konzentriert, jedoch waren zu dieser Zeit operative Aufgaben deutlich wichtiger. Aus dieser Phase habe ich viel gelernt, wie beispielsweise flexibel zu bleiben und sich eine gewisse Gelassenheit und Ruhe anzueignen. Mein Tipp daher an euch:

Bleibt gelassen und verliert euer Ziel dabei nicht aus den Augen.

Was ist für Dich die größte Herausforderung?

Virtuelle Führung! Im Außendienst hat man seine Mitarbeiter nicht jeden Tag um sich herum. Gespräche mit den Mitarbeitenden finden meistens per Telefon oder Videotelefonie statt. Die Gefühlslage eines Mitarbeitenden lässt sich hier also nicht immer so einfach deuten wie bei einem Face-to-Face-Gespräch. So kann es teilweise etwas länger dauern, sein Team kennen zu lernen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Auch sollte man sich bewusst machen, dass man nicht mehr nur für sich, sondern für ein ganzes Team die Verantwortung übernimmt. Ein übergeordnetes Ziel - also eine Teamvision - zu erarbeiten und diese in den Kontext der Unternehmens- und Bereichsstrategie einzuordnen, gibt dem Team die notwendigen Leitplanken und stärkt das „Wir-Gefühl“. Jede personelle Veränderung bringt ein Team wieder in die „Findungsphase“. Dies ist eine Herausforderung sowohl für das bestehende Team als auch für die neue Führungskraft. Es ist aber auch eine Chance, neue Impulse einzubringen und mit dem Team zu wachsen.

Was muss man mitbringen, wenn man eine leitende Position einnehmen möchte?

Aus meiner eigenen Erfahrung, und auch aus Gesprächen mit verschiedenen Führungskräften, kann man eine Führungsposition nicht wirklich planen. Man kann darauf hinarbeiten, jedoch gehört wie bei allem im Leben auch ein wenig Glück dazu. Was man auf jeden Fall mitbringen sollte ist der Wille, Menschen zu führen und zu Coachen und jeden Tag mitgestalten zu wollen. Mein Anreiz war es immer und ist es noch heute, Unternehmer im Unternehmen zu sein und Menschen anzuleiten, ihre Stärken zielgerichtet einzusetzen. Nur so kann man gemeinsam erfolgreich sein. Eine gute Menschenkenntnis ist hierfür eine hilfreiche Eigenschaft. Darüber hinaus ist es aus meiner Sicht wichtig, sich fachlich gut auszukennen. Dabei ist es sicherlich förderlich, wenn man den Job selbst schon mal gemacht hat. Natürlich ist das ist in der Realität aber nicht immer möglich. Ich denke der Wille etwas zu bewegen und unterschiedliche Interessen auf diesem Weg zu erkennen und einzubeziehen, sowie Entscheidungen auch bei nicht 100%-iger Wissenslage zu treffen, sind elementare Eigenschaften, die man als Führungskraft mitbringen sollte.

Was würdest du Mitarbeitern raten, die eine Führungsposition anstreben?

Netzwerken, Netzwerken und Netzwerken. Und natürlich offen mit seiner direkten Führungskraft über seinen Entwicklungswunsch sprechen. Dennoch muss einem bewusst sein, dass man selbst für seine Entwicklung verantwortlich ist.

Man sollte ein gewisses Interesse für die Zusammenhänge im Unternehmen, lokal wie auch global, mitbringen sowie ein tolerantes, achtsames und wertschätzendes Arbeitsklima fördern. Regelmäßiges konstruktives Feedback vom Vorgesetzten hilft die eigene Weiterentwicklung voranzutreiben und die eigene Reflektionsfähigkeit auszubauen.

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